Freitag, 27. September 2013

Das Fräulein Grete Meier hat ungebetenen Besuch



Das Fräulein Grete Meier hat ungebetenen Besuch


Heute Morgen war es da. Direkt nachdem die Grete aufgestanden war. Einfach so. Warum, konnte die Grete nachher noch nicht mal sagen. Sie glaubt ja, dass das niemand sagen kann. Also wenn es unverhofft kommt. Vielleicht hat es ja schon nachts unter Gretes Bett gelauert und nur darauf gewartet bis Gretes Wecker klingelt. Wer weiß das schon. Jedenfalls, kaum hatte die Grete das erste Bein aus dem Bett geschwungen, sprang es sie auch schon an. Das Schlechtelaunetier. So ein richtig mieses kleines Miststück. Krallte sich einfach an der Grete fest und ließ sie nicht mehr los. Im Schlepptau hatte es das kleine Unglück. Auch sie ein fieses Ding. Das löste sofort Chaos im Badezimmer aus, indem es die neue Flasche Duschgel herunterfallen ließ. Natürlich auf die Fliesen. Und natürlich mit dem Specialeffekt, dass die Plastikflasche am Boden aufplatzte und sich das lecker nach Veilchen duftende, lilafarbene Duschgel über den Fliesen verteilte. Was für eine Sauerei am frühen Morgen. Dem Schlechtlaunetier machte es riesigen Spaß der Grete beim Aufwischen zuzusehen. Ein Blick von der Grete aus dem Fenster verhalf dem Tier zu noch mehr Freude. Tristes Grau blinzelte unverschämt durch den Regen der Grete entgegen. Die Grete wollte sich ablenken und schaltete das Radio ein. Nichts. Kein Laut. Die Kaffeemaschine blinkte auch nicht. Grete hat da nämlich ein dolles Ding, mit Zeitschaltuhr. Das kleine Unglück kicherte. So ein Sicherungskasten ist schon was Feines.

Aber Grete wäre nicht Grete, wenn sie das nicht schnell durchschaut hätte. Ein Klick … und alles lief wieder. Und nach fünf Minuten über. Der Kaffeefilter war wohl nicht richtig drin. Das Schlechtelaunetier wurde immer kräftiger. Kein Wunder bei der Menge an Nahrung, die ihm das kleine Unglück lieferte. Für einen neuen Kaffee war keine Zeit mehr. Also schnappte sich die Grete Tasche und Schirm und eilte die Treppe herunter.  Der Schirm ließ sich natürlich nicht öffnen, so sehr die Grete daran auch zog und ruckelte. Grete hastete durch den Regen Richtung Autochen. Das stand allerdings auf der anderen Straßenseite und Grete musste diese erst überqueren. Kein leichtes Unterfangen beim morgendlichen Verkehr. Und ein gefundenes Fressen für das kleine Unglück. Fünf Autos, zwei LKW`s  und einen Bus später saß die Grete endlich in ihrem Autochen. Patschnass. Der Bus hatte die Pfütze am Straßenrand komplett  auf der Grete verteilt. Das Schlechtelaunetier hatte mittlerweile derart von Grete Besitz ergriffen, dass diese vor lauter Wut heulte.

Das war dem kleinen Unglück  nun aber gar nicht recht. Eine heulende Grete kann man nicht mehr ärgern. Die ist dann an einem Punkt, wo nix mehr geht. Also hielt es sich erst mal zurück und verlangte das auch von dem Schlechtelaunetier. Das war aber so in seinem Element, das alles Reden und Betteln nichts nutzte.

Im Büro war noch keiner und die Grete atmete tief durch. Dann reinigte sie ihre Hose und die Jacke so gut es eben ging. Kaffee war auch schnell aufgesetzt. Und diesmal ging auch nichts schief. Grete setzte sich an ihren Schreibtisch und schlug die Zeitung auf. Und das kleine Unglück zu. Der komplette Kaffee ergoss sich über dem Handelsblatt. Jetzt reichte es der Grete. Wutentbrannt brachte sie die Tasse in die Küche und knallte sie in die Spülmaschine. Die natürlich mal wieder total überfüllt war. Na, die anderen können was erleben, wenn sie ins Büro kommen.  Das Handelsblatt landete im Müll. Soll der Chef doch sehen wo er ein neues herkriegt. Dass der Chef nichts für Gretes Tierchen kann und sie selber eigentlich dran gewesen wäre die Spülmasche anzustellen, daran dachte die Grete nicht eine Sekunde. Zu sehr hatte sie das Schlechtelaunetier im Griff. Sie lamentierte und meckerte in einem fort. Den ganzen Vormittag. Dies war ihr nicht recht und das nicht gut genug. Die Kollegen gaben schon bald auf und gingen der Grete lieber aus dem Weg. Sogar der Chef flüchtete gegen zehn aus dem Büro zu Eido in seinen Glaskasten. "Mit der Frau Meier ist heute nicht gut Kirschen essen, der ist irgendeine Laus über die Leber gelaufen!"

Selbst das kleine Unglück zog sich zurück. "Es gibt noch andere Gretes auf dieser Welt!", lachte es und suchte das Weite. Glück für die Grete. Und für die Kollegen. Denn so allmählich merkte die Grete selber, dass das alles nicht so richtig ist, was sie da tut. Sie kochte sich einen "Lieschentee",  suchte in sich einen Grund für die schlechte Laune und fand natürlich nichts. Rein gar nichts. Jetzt war es das Schlechtelaunetier, was vor Wut laut aufkreischte. Denn wenn jemand zu dieser An(Ein)sicht gekommen ist, kann es sich nicht länger festhalten. Es fällt herunter wie eine heiße Kartoffel, die man mit bloßen Händen anfasst. Und plötzlich war die Grete wie befreit. Total losgelöst. Und brachte sofort in Ordnung, was sie verbockt hatte. Sie eilte hinunter zum Kiosk, erstand ein Handelsblatt und holte beim Bäcker Teilchen. Zurück im Büro entschuldigte sie sich zu allererst beim Chef und dann bei den anderen. Was für ein Glück, dass die Grete nette Kollegen hat. Die neckten sie zwar noch für den Rest des Tages, aber waren ihr nicht böse. Schließlich haben sie alle auch mal ab und an das Tierchen zu Gast. Leider!


Lieschen Meinung dazu könnt ihr hier lesen ----> KLICK

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Kommentare:

  1. Interessant, vielleicht war das kleine Tier auch bei mir, denn meine Laune war heute auch nicht die Beste. Es fing schon nachts an, ich musste mal dringend aufs Örtchen und reiße die Seifenschale herunter. Natürlich hatte ich kein Licht an und so einiges zog sich dann so durch den Tag. Ich kann sie also gut verstehen, meistens hält es nicht lange an und bei dem lieben Gretchen ist es genauso, was mich freut und sie mir näher bringt. Es gibt solche Tage und es gibt Tage, da springt man vor Heiterkeit herum und könnte alles umarmen. Teilen hilft immer und mitteilen ist besonders gut, schönen Abend Geli

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  2. Oh ja liebe Grete, solch ein Tier lauerte bei mir auch schon. Gut das auch diese Tage vorbei gehen und Fröhlichkeit und Zuversicht wieder kommen.

    Liebe Abendgrüße
    Angelika

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  3. Grete, ein von diesen Miststücken reicht ja schon - aber gleich zwei? Nein, das ist wirklich zuviel des Guten und kaum zu ertragen. Man kann auch sagen: ein Unglück kommt selten allein. Nur gut, dass sich alles in Wohlgefallen aufgelöst hat und Chef und Kollegen wieder besänftigt werden konnten. Aber Grete, du Liebe, wir haben alle schon mal Bekanntschaft
    mit diesen fiesen Tieren gemacht und mehr oder weniger unter ihnen gelitten. Und leider bekamen immer die Falschen ihr Fett weg. Irgendwie menschlich - oder?
    Einen guten Start ins Wochenende wünscht Dir
    Irmi

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  4. Oi... so niedlich ich mir das schlechtelaunetier auch vorstelle, es scheint schon ganz fies zu sein.
    Ich habe oft Besuch vom inneren schweinehund. manchmal geht der bei lauter Musik weg. vllt. geht das bei deinem Tier auch.
    lieschentee ist aber auch super ;) muss ich auch mal versuchen.heißt bei mir jesse-Tee ;)

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Da freut sich die Grete aber, dass du was zu sagen hast ...