Donnerstag, 19. September 2013

Das Fräulein Grete Meier und der blaue Dunst



Das Fräulein Grete Meier und der blaue Dunst



Natürlich herrscht auch in der Firma, in der die Grete arbeitet, Rauchverbot. Im ganzen Gebäude. Und natürlich ist das Fräulein Grete Meier dort nicht die einzige Raucherin. Trotzdem raucht sie nicht. Denn nur für eine Zigarette mit dem Fahrstuhl nach unten fahren um dann in irgendeiner Ecke bei Wind und Wetter auf dem Hof eine Zigarette, husch husch durchzuziehen, das ist der Grete zu dumm. Obgleich sie gerne raucht, ist ihr Gemütlichkeit dabei äußerst wichtig. Und der Zeitpunkt. Gerne nach einem schönen Essen, gerne während einer Tasse Kaffee, gerne auf dem Balkon wegen dem „Hamse schon gehört“ von dem Herrn Heinevetter und besonders gerne zusammen beim Plausch mit dem Lieschen. Also immer dann, wenn es so richtig gemütlich ist. Und hier fängt nun das Dilemma an, beim Lieschen. Also nicht direkt bei ihr, sondern vielmehr daran, dass ja das Rauchen mittlerweile in allen Lokalen verboten ist. Drinnen.

Gestern regnete es in einer Tour und es war ungemütlich kalt. Herbstlich eben. Grete ließ das Fahrrad im Keller, nahm stattdessen einen Regenschirm und machte sich zu Fuß auf - Richtung Café.  Zwei Wochen hatte sie nun das Lieschen nicht mehr gesehen und mit jedem Schritt steigerte sich ihre Vorfreude. Allerdings wurde diese nette Aussicht durch einen Umstand etwas getrübt. Lieschen plus Kaffee plus Plausch – gleich gemütlich.  Supergemütlich! Und – keine Zigarette. Machten ihr die ganzen Rauchverbote bis dato kaum etwas aus – jetzt grollte sie innerlich all jenen, die dafür gesorgt haben, dass dieses Verbot soweit greift. Mit abgetrennten Raucherräumen ging ja noch alles. Aber jetzt?
Drinnen geht nicht, draußen schüttet der Herbsthimmel seine Eimer aus. Die Grete grübelte und grübelte. Und achtete dabei nicht mehr so auf den Weg. Nein, nein es ist nichts passiert. Die Grete ist nur mit einer jungen Dame zusammengestoßen, die ebenfalls mit ihren Gedanken ganz woanders war. Nämlich bei der Kurznachricht, die sie im Gehen in ihr Handy tippte. Ein lautes "Autsch", ein wenig "Aua", eine kleine, beiderseitig ausgesprochene Entschuldigung und schon konnte Grete ihren Weg fortsetzen. Doch hatte dieser kleine Zwischenfall zumindest etwas Gutes.

Wie konnte ich nur so dumm sein, schalt sie sich selber, mir die ganze Vorfreude auf das Lieschen durch das Zigarettenverbot verderben zu lassen. Lieschen macht doch den Mittwochskaffee  erst gemütlich. Die Zigarette kommt doch nur on Top. Ist praktisch das getüpfelte i.

Nee, Nee, sollen die doch verbieten was sie verbieten wollen und können. Lieschen verbieten könnense nämlich nicht. Niemals. Nie nicht nie. Das würde die gar nicht mitmachen. Alleine schon die Vorstellung  wie Lieschen nur bei dem Versuch - falls sich das einer überhaupt traut - im Dreieck springen würde, trieb der Grete Lachtränen in die Augen. Grete bekommt bei sowas immer schnell Kopfkino. Bilder laufen dann vor Gretes innerem Auge ab, die sie nicht stoppen kann.

Lieschen springt im Dreieck um die Barbara Steffen herum und schreit fortwährend: "Fang mich, fang mich doch!" Und während die Merkel versucht, sich wie eine dicke Mauer zwischen Grete und Lieschen zu drängen, haut ihr die Grete, an deren Rockzipfel der Rösler zerrt, mit einem Schirm auf den Kopf und reißt ihr die @schlandkette vom Hals. Und irgendwo am Rande, verborgen hinter blauem Dunst, steht der Schmidt und feuert Lieschen und Grete an.

Das Fräulein Grete Meier lachte so laut über dieses Bild in ihrem Kopf, dass zwei Tauben, die sich vor dem Café um Krümmel stritten, flügelschlagend das Weite suchten. Lieschen, die gerade ebenfalls das Cafe erreicht hat, starrte die Grete vollkommen perplex an, als diese mit ausgebreiteten Armen auf sie zu schoss. 




Ob Lieschen Gretes überschwängliche Umarmung verkraftet hat? Spätestens Morgen könnt ihr es Lesen ---> KLICK

Grete und Lieschen als kostenloses E-Book ----> Doppelt gebloggt hält besser
 

Kommentare:

  1. Nee, oder? Die Zigarette als getüpfeltes i - wie herrlich ist das denn wieder?!

    Da bin ich aber froh, dass Grete diesen kleinen Zusammenstoß hatte, zumindest ist ihr jetzt wieder bewusst (unbewusst wusste sie ja eh schon...), dass Lieschen die Hauptsache ist beim Mittwochskaffee - und der geht auch ohne ein getüpfeltes i, ist eben einfach durch das Lieschen gemütlich und das Beieinandersein.

    Die Merkelmauer und der zerrende Rösler - was habe ich gelacht. Da entsteht auch bei mir ein Kopfkino der feinsten Art.

    Jetzt muss ich Grete aber ein Kompliment machen: dass sie sich das Rauchen während der Arbeit verkneift, finde ich gut.
    Es hat etwas Merkwürdiges, wenn so eine geballte Menge Mensch vor einer Tür steht, in blauen Dunst gehüllt und an den Glimmstengeln zieht. Na ja - und Arbeitszeit geht auch verloren, oft dehnt sich so eine Zigarettenpause auch aus.

    Ich bin kein Moralapostel (sondern selber Raucherin - mit Genuss), aber alles zu seiner Zeit.

    Ich denke, Grete wird das Zusammensein mit Lieschen gestern auch ohne das getüpfelte i (grins) sehr genossen haben.

    Lieben Gruß in den Abend
    Enya

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hat sie liebe Enya, hat sie...vor allen unter den Bedingungen. aber das hast du ja bestimmt schon beim Lieschen gelesen.
      Gruß vonner Grete

      Löschen
  2. Frl. Grete,
    alle Achtung, dass man sich das Rauchen während der Arbeit verkneift.
    Ich weiß, wie schwer das ist.
    Das Bild, der Rösler zerrt an dem Rock von Mutti Merkel und Helmut Schmidt pafft lächelnd in die Luft - hat mich laut lachen lassen.
    Wie immer ein toller Post.
    Einen schönen Resttag wünscht Dir
    Irmi

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hallo Irmi, ich hab mich selber beim Schreiben vor Lachen in die Ecke geschmissen. Schön wenn es dann auch so beim Leser ankommt. Vielen Dank.
      Gruß vonner Grete

      Löschen

Da freut sich die Grete aber, dass du was zu sagen hast ...