Sonntag, 29. September 2013

Das Fräulein Grete Meier und der italienische Möchtegerncharmebolzen



Das Fräulein Grete Meier und der italienische Möchtegerncharmebolzen



Nachdem die Grete heute am späten Vormittag  wieder zurück in ihrer Wohnung war, hat sie sofort das Tanzbein geschwungen. Zu Wolfgang Petry und Roland Kaiser. Putzmusik eben. Putzen war nämlich nötig. Samstag ging ja nicht, weil das Fräulein Grete Meier in aller Frühe schon zu Tante Heidi und Onkel Günther gefahren ist. Mittlerweile war der aus dem Krankenhaus entlassen, mit Gipsbein, und es gab so einiges was die Grete erledigen musste. Einkaufen, Händchenhalten und wohl an die hundert Mal in die Küche laufen und dies und jenes holen. Irgendwann schimpfte dann Tante Heidi. "Nu is aber mal gut, Güntherchen. Lass die Grete mal verschnaufen, sonst kommt die nächste Woche nicht wieder. Alter Knötterich." Das half. Onkel Günther wurde ganz kleinlaut und entschuldigte sich bei der Grete. So verlief dann der Rest des Tages relativ ruhig, wenn man mal davon absah, dass Tante Heidi keine Batterien mehr für ihr Hörgerät hatte. Das machte sich leider erst am Abend bemerkbar, sodass Grete keine Chance mehr hatte neue zu besorgen. Deshalb wurde es dann auch laut zwischendurch, weil Tante Heidi unbedingt den Bohlen sehen wollte. "Grete Kindchen, mach doch mal lauter, ich kann den Dieter gar nicht hören." Grete machte den Fernseher lauter, ließ den Bohlen und Bruce "Ichwolltedochnichtweinen" über sich ergehen und war froh, als sie in ihrem alten Zimmer in ihr Bett sinken konnte. Bepackt mit Tante Heidis Apfelkuchen, den sie unter genauester Beobachtung von ihr gebacken hatte, fuhr sie dann Sonntag nach dem Frühstück Richtung Heimat.

Und genau von diesem Apfelkuchen wollte die Grete sich nach der Putzorgie ein großes Stück gönnen. Also wurde rasch Kaffee gekocht. Mit dampfender Tasse und Kuchenteller machte es sich die Grete auf dem Sofa bequem und klappte ihren Laptop auf. "Shitstorm auf Facebook gegen Berlusconi" war die erste Schlagzeile, die ihr auf ihrer Onlinezeitungsstartseite entgegensprang.

Der schon wieder, dachte die Grete. Was hat er denn nun wieder angestellt? Dieser Minimöchtegernmacho Mr. "Ichkriegsiealleauchdieangie"! Grete muss sich schon schütteln, wenn sie nur sein Foto sieht. Diese beknackte Sonnenbrille. Versteh einer die Italiener, die den immer noch wählen. Das Fräulein Grete Meier versteht sie jedenfalls nicht.

Dennoch interessiert las die Grete den ganzen Artikel. Da hat doch dieser kleine italienische Giftzwerg seine Minister dazu angestiftet zurückzutreten! Was sind das denn für Weicheier, die sich von so einem was sagen lassen. Ganz Italien ist seitdem in Aufruhr. Ganz Italien? Nein ein kleines Dorf … Nee, das war bei Asterix … und  ja auch umgekehrt. In diesem neuesten Fall scheinen sich ja die Aufständischen in der Überzahl zu befinden. Zumindest wenn man den Facebookeintragungen Glauben schenken kann. Das musste die Grete jetzt aber erst alles überprüfen.

Ein Klick und das Facebookprofil von dem italienischen Schmierenkomödiant poppte auf. Wäre ja jetzt schnell überprüft, was die Zeitungen da alle so schreiben, wenn, ja wenn die Grete Italienisch könnte. Kann sie aber nicht. Doch, wozu gibt es denn dieses schöne blau unterlegte Sätzchen unter jedem Eintrag. ÜBERSETZUNG ANZEIGEN

Beherzt klickte die Grete, unter einem der vielen Kommentare, darauf. Aber wenn Sie nicht mehr diese verdammte Herzschrittmacher, die mindestens zu stoppen, das Italien zu ruinieren. Hmm… nicht sehr aufschlussreich.

Der nächste Klick Aber wenn Sie in dieses Land beigetragen haben ist ruinösen!!! Schon etwas besser.

Und wieder Klick Schäm dich... Sie sind das Übel in diesem Land Das kommt der Sache doch schon näher!

Klick Kommunisten fühle mich stark, weil Silvio wie Frauen tun nicht Trans komunističkiot Häää?

Klick Klick Klick werden Sie jetzt Schuß!!!  Grete gab es auf. Schuß werden? Der hat doch schon einen weg. Also einen Schuss. Und den Knall nicht gehört.

Grete klappte den Laptop wieder zu. Das war ihr alles zu wirr. Marc Zuckerberg sollte mal lieber etwas Geld in eine vernünftige Übersetzungssoftware stecken und nicht ständig irgendwelche Start-Up Unternehmen aufkaufen. Und Berlusconi sollte mal lieber seinen italienischen Arsch hochkriegen und die Kurve kratzen. Aber Grete wollte sich heute nicht aufregen. Also schnappte sie sich eine Zigarette und ging auf den Balkon. Einfach etwas Normalität tanken. "Hamse gestern den Bohlen gesehen, Frau Meier? Dolle Show, sach ich ihnen. Der hat in echt geweint."




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Kommentare:

  1. Gern gelesen ohne großen Kommentar mit einem lieben Gruß Geli

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    1. Danke liebe Geli ...es bedarf auch nicht immer großer Kommentare. Ein lieber Gruß ist Gold wert.
      Gruß vonner Grete

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  2. Grete, neee aufregen musst du dich über diesen fürchterlichen Berlusconi wirklich nicht.
    Bei uns sieht es ja auch im Moment nicht gerade rosig aus, was die Regierung anbetrifft.
    Aber ob es so was geben würde? Naja gar nicht erst ins Denken kommen.
    Hat der Apfelkuchen wenigstens geschmeckt? Hast ihn dir nach dem aufregenden Wochenende redlich verdient. Übrigens: Ich habe Bohlen nicht gesehen.
    Ich wünsche dir einen guten Start in die neue Woche
    Irmi

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    1. Apfelkuchen schmeckt immer. Vielen Dank für deinen Kommentar. Tja, der Bohlen ist eben nicht jedermanns Geschmack. Polarisiert oft.
      Gruß vonner Grete

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  3. Hallo Grete,
    ich stoße mit dem Google Translator an ähnliche Grenzen, weil ich versucht habe, Kontakte zu ausländischen Bloggern herzustellen, deren Sprache ich zwar einigermaßen hinbekomme, die aber umgekehrt die deutsche Sprache nicht sprechen. Sie benutzen dann auch den Google Translator, um die deutsche Sprache in ihre Landessprache zu übersetzen. Das wird ähnlich krüppelhaft übersetzt wie das, was von Berlusconi in FB steht. Bei mir erschwert dies erheblich die Kommunikation mit Bloggern aus den Niederlanden, aus Belgien, aus Frankreich oder Spanien.

    Gruß Dieter

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    1. Hollänisch kann ich noch einigermaßen übersetzen, wenn ich es lese. Wenn es jemand spricht, versteh ich gar nichts. Da nke dir fürs Vorbeischauen und deinen Kommentar. Gruß vonner Grete

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  4. Was wäre gewesen, wenn Tante heidi nicht interveniert hätte und Onkel Günther ein wenig in die Schranken gewiesen hätte? Grete wäre bestimmt 200 mal gelaufen, um alles recht zu machen. Ein eigenes kleines NEIN hätte da schon kommen dürfen.
    Aber so ging ja nun alles doch noch etwas entspannter aus, als man hätte vermuten können.
    Der Apfelkuchen war bestimmt lecker und Grete hat ihn sich verdient.

    Berlusconi....hm...über diesen Typen sollte man sich eigentlich keine Gedanken machen. Leider schafft er es immer wieder, sich in Szene zu setzen und sei es auch nur, um eine Regierung in den Boden zu stampfen. Warum er noch Anhänger findet, entzieht sich meiner Vorstellung. Die Argumente sind vielfältig und viele begründen es mit politischen Erfolgen. Privates sei dann egal.
    Hier bei uns ist das wohl völlig anders. Da wird ja schon Medienrummel um eine angeblich illegale Putzhilfe gemacht.
    Bei den Übersetzungen habe ich mich fast weggeschmissen und vor meinem geistigen Augen malten sich lauter Fragezeichen. Es gibt kaum vernünftige Übersetzungssoftware.
    Ich sollte mal türkische Lyrik übersetzen, kam an meine grenzen und das Ü-Programm lieferte dann eine Zeile „du Zähne ausschlagen musst“. Das passte so gar nicht zu den anderen Worten. Ich habe es aufgegeben.

    Dann doch lieber Leichtgeplauder über Bohlen (auf dem Balkon mit Zigarette).

    Ich habe mich wieder richtig amüsiert, ist ein schöner Wocheneinstieg.
    Lieben Gruß
    Enya.

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    1. Lach, habe mir ehrlich vorher überlegt, ob ich das posten soll. Von wegen geistigem Eigentum und so. Aber weißte was.. egal..war zu gut, um es nicht aufzunehmen.
      Danke dir.
      Gruß vonner Grete

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Da freut sich die Grete aber, dass du was zu sagen hast ...