Donnerstag, 5. September 2013

Von plattem Kuchen, Lammspießen und jeder Menge Spaß

Von plattem Kuchen, Lammspießen und jeder Menge Spaß



Wie gut, dass das Fräulein Grete Meier am Mittwochmorgen in ihren Kalender geschaut hat. Und dank der Ibuprofen von Klaus Wenig, die Rückenschmerzen fast gänzlich verschwunden waren. Dort stand nämlich dick und fett, so ganz in Rot: Lieschen anrufen, Cafe wegen Umbauarbeiten geschlossen! Beinahe hätte die Grete das doch vergessen. Kein Wunder bei dem Rückendrama. Flugs hat die Grete dann noch beim Lieschen angerufen, bevor sie bis mittags ins Büro fuhr. Eine Alternative, vor allem weil beide die Sonne noch ausnutzen wollten, war schnell gefunden. Picknick am Flussufer. Stellt auch überhaupt kein Problem dar, da die Stadt ein riesiges Areal direkt am Fluss, für Sonnenabeter, Picknick- und Grillfreunde freigegeben hat.

Mit vollem Picknick, ähm Fahrradkorb traf die Grete fast zeitgleich mit dem Lieschen am Treffpunkt ein. Auch das Lieschen hatte einen großen Korb bei sich. Den sie allerdings geschleppt hat, da die Saxonette nicht einsatzbereit gewesen war. Also musste das Lieschen die Bahn nehmen. Ist aber nicht weiter schlimm, Lieschen fährt ja gerne Bahn. Grete stellte und schloss ihr Fahrad ab, schnappte sich den Korb und beide machten sich auf um in dem Getümmel hunderter Menschen, die nichts anderes wollten als ebenso wie Grete und Lieschen die Septembersonne zu genießen, einen Platz zu finden. Lange mussten sie nicht suchen. Die Decke  aus Lieschens Korb war schnell ausgebreit und ebenso schnell war der Rest ausgepackt. Grete zauberte eine volle Kanne Kaffee, bunte Papptassen, passende Teller und Besteck und natürliche eine große Dose Haferflockenkekse hervor. Das Lieschen steuerte Schokoladenkuchen, Sprühsahne und zwei Flaschen Zitronenlimonade bei. Während Grete Kaffee eingoss, verteilte das Lieschen  Schokoladenkuchen. Weit kam sie aber nicht damit. Denn, Platsch, landete ein knallroter Ball mittendrin. Im Kuchen. Und mit dem Platsch kam Platt. Also für den Kuchen. Und ein kleiner Junge. Und der Vater. Und die Mutter. Und der Onkel (wie sich nachher heraustellte) und und und... 
Ein Redeschwall aus einem türkisch-deutschen Wortgemenge prasselte entschuldigenderweise auf die Grete und das Lieschen nieder. Hastenichgesehen saßen die Grete und das Lieschen plötzlich inmitten einer türkischen Großfamilie, die sich um einen gigantischen Grill scharte. Grete liebt ja türkisches Essen. Allein schon von dem Lammgeruch, der über allem in der Luft hing, jauchzte ihr Magen laut auf. Während die Grete noch damit beschäftigt war, die ganzen Gerüche aufzusaugen wie ein Schwamm, befand sich das Lieschen bereits in einer munteren Plauderei mit der halben Familie. Schnell war dann auch die Grete involviert. Nach einer Viertelstunde Verständigungskauderwelsch aus deutsch,türkisch und jeder Menge Handzeichen wurden beide an einen Tisch gedrängt. Dort saß schon ein weiterer Teil der Famile und aß. Zwei Stühle wurden einfach dazwischengeschoben, Grete und Lieschen darauf gedrückt und schon standen Teller vor ihnen mit herrlich duftenden Lammspießen. Börek wurde ihnen gereicht und Pide. Dazu gab es Cay, ein Schwarztee, der in einer Kanne, die auf dem Grill steht, frisch zubereitet wird. Heiß, aber köstlich. Das Lieschen und die Grete ließen es sich schmecken, solange, bis sie sich fast kugeln konnten. Vorher musste das Lieschen den Gastgebern aber noch mit Händen und Füßen klarmachen, dass sie kein Fleisch isst. Aber auch dafür hatte man Verständnis.  
Natürlich holte die Grete irgendwann ihre Haferflockenkekse. Man muss sich doch revanchieren. Und mit ebensolcher Freude, wie Grete und Lieschen türkische Leckereien futterten, ließ sich die andere Seite ihre Kekse schmecken. Auch die selbstgemachte Zitronenlimonade von Lieschen fand Abnehmer. Später wurde sogar noch getanzt zu türkischer Musik. Barfuß. Erst nach Einbruch der Dunkelheit ließ man die Grete und das Lieschen gehen. Die Grete wurde noch zu ihrem Rad begleitet und zwei der jüngeren Herrengeneration wollten das Lieschen partout zur Bahn bringen. Lieschen zierte sich, doch wurde von einem lachenden jungen Türken ausgebremst. "Nein, Nein, nix Frau alleine gehen. Viel zu gefährlich! Nachher kommt noch roter Ball und macht Frau am Kopf kaputt."


Und das Lieschen? Ja, die hat sich auch amüsiert. Lest hier ---> KLICK

Kommentare:

  1. Liebes Frl. Grete,
    alles in allem war der Ball auf dem Kuchen gar nicht so schlecht.Das Grillen war Klasse und in einer großen Gesellschaft schmeckt es einfach besser.
    Es ist immer wieder ertaunlich, welche Gastfreundschaft gerade die Türken an den Tag legen. Daran solten wir uns oft mal ein Beispiel nehmen.
    Einen schönen Abend wünscht
    Irmi

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    1. Das sieht die Grete genauso, liebe Irmi. Gastfreundschaft ist eine feine Sache.
      Gruß vonner Grete

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  2. Da habt ihr ja einen tollen Abend gehabt. Wie schön :D

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    1. Hallo EmKa, ja, solche Abende sollte es ruhig öfter mal geben.
      Gruß vonner Grete

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  3. So kann sie aussehen, die Völkerverständigung - ungeplant, keine Zeit zu überlegen, einfach mitmachen. Ich finde es klasse. Es erinnert mich an die Zeit, als unsere türkischen Freunde noch hier waren, wir abwechselnd deutsch und türkisch gekocht und mit den Kindern zahlreiche solcher Picknicks veranstaltet haben.
    Wie gut, dass Grete und Lieschen so weltoffen sind.
    Unsichtbare Mauern baut man ja allzu oft auf. Dem Ball sei Dank,denn ohne ihn hätten die beiden Freundinnen der türkischen Musik wohl nur von Ferne gelauscht und eventuell den Duft der Lammkoteletts wahrnehmen können.

    Das ist wieder so gut beschrieben, dass man sich als Leser mittendrin fühlt.
    Super!

    Liebe Grüße
    Enya

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    1. Super liebe Enya, ist mal wieder dein Kommentar. Vielen ölieben Dank dafür.
      Ein hoffentlich noch sonniges Wochenede wünscht dir die Grete mit lieben Gruß

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Da freut sich die Grete aber, dass du was zu sagen hast ...