Donnerstag, 31. Oktober 2013

Das Fräulein Grete Meier wird verhaftet

Das Fräulein Grete Meier wird verhaftet


Fast. Also beinahe.
Na, das war gestern eine schöne Bescherung. Das Fräulein Grete Meier ist auch heute noch ganz konfus. Völlig durch den Wind. Dass aber auch ausgerechnet ihr sowas passieren musste. Dabei wollte sie doch gestern nur einen Wintermatel kaufen, bevor sie sich mit Lieschen trifft. Das war nämlich dringend nötig. Nach drei Wintern hatte ihr Mantel einfach ausgedient. Und da sie ja jetzt so ein schickes rotes Hütchen besitzt, sollte es denn auch ein Mantel in passendem Rot sein. Deswegen ist die Grete auch mittags nicht wie üblich nach Hause gefahren, sondern gleich in die Stadt. Den Hut hatte sie aufgesetzt. Schwarze Mäntel, braune Mäntel, graue Mäntel, sogar grüne und pinkfarbene hingen in diversen Geschäften auf Ständern, aber kaum rote. Grete klapperte ein Gechäft nach dem anderen ab. Und das im Schnelldurchgang. Rein, nach Mänteln in rot Ausschau halten und wenn sich ein Modell fand, schnell aus dem ihrigen schlüpfen und anprobieren. Erfolg hatte sie vorerst keinen. Zwei Mäntel zog sie dann allerdings in die engere Wahl. Jedoch, so ein Mantelkauf will gut überlegt sein. Besonders bei der Grete. Schließlich ist ein Mantel kein Auto. Wärmen soll er, Wind und Regen trotzen und natürlich schick sein. So schick wie das Hütchen Adele. Wie es so ist, hingen die Mäntel in zwei nebeneinander liegenden Geschäften. Nachdem die Grete sich vergewissert hat, dass ihr noch zwei Stunden bleiben, bis Lieschen im Café eintreffen würde, ging sie die Sache langsam und bedächtig an. Sie legte ihren Mantel ab, schlüpfte in das todschicke rote Modell und spazierte andächtig vor dem Spiegel herum. Die Verkäuferin, es gab nur eine, die anderweitig beschäftigt war, warf nur ab und an einen kurzen Blick zu Grete hin. Die, immer noch unentschlossen, entledigte sich des roten Wunders wieder und schlenderte in das Geschäft nebenan. Dort dann die gleiche Prozedur, mit dem zweiten von ihr favorisierten Modell. Allerdings hatte die Verkäuferin in diesem Geschäft Zeit für die Grete. Und Verständnis. Grete zu einer Entscheidung zu verhelfen, trotz gutem Zureden, vermochte sie allerdings auch nicht. 
Grete seufzte. Wieso kann ein Mantel kein Auto sein? Das würde alles viel einfacher machen. 
So tingelte sie auf diese Art und Weise, sage und schreibe fünfmal zwischen den Geschäften hin und her. Im Grunde unterschieden sich die Mäntel kaum. Weder vom Preis noch von der Qualität. Einziger Unterschied war ein kleiner schwarzer Webpelzkragen, der den Mantel in Geschäft Nummer zwei zierte.
Nach einem vorsichtigen Blick auf die Uhr, rief die Grete sich zur Ordnung. "Jetzt nimmste den Mantel nebenan. Schluss und aus. Der Kragen ist schick und die Verkäuferin hat sich echt Mühe gegeben." Grete nickte kurz noch der Verkäuferin zu, die immer noch sehr beschäftigt schien, mit wer weiß was auch immer,  und verschwand durch die Tür. Nebenan im Geschäft probierte sie zwar nochmal, fackelte dann aber auch nicht mehr lange. "Ich nehme den Mantel." Gerade als die Grete bezahlen wollte, brach vor der Tür ein Tumult los. Reifen quietschten und man hörte eine schrille Frauenstimme. Die Frauen schauten sich verwundert an, ignorierten dann aber das Geschehen. Grete zahlte, bedankte sich nochmal bei der Verkäuferin für die Hilfe, nahm den Mantel in Empfang und verließ das Geschäft. Weit kam sie jedoch nicht. 
"Da, das ist sie. Die mit dem roten Hut. Die hat alles ausspioniert."

"Und haste nich gesehen, Lieschen, saß ich in einem Polizeiwagen, wo mich ein Polizist mit Fragen bombardierte. Erst nach und nach hab ich kapiert, worum es ging. Ich sag nur Raubüberfall!" Grete fuchtelte mit den Armen vor Lieschens Gesicht. "Es hat nicht viel gefehlt, da hätteste mich im Gefängnis besuchen müssen! Nix mehr mir Mittwochskaffee!" Lieschen nippte seelenruhig an ihrem Tee. "Nu biste ja hier", meinte sie trocken. "Also, was ist denn nun überhaupt passiert?"
"Na, nachdem ich aus dem Geschäft war, also das letzte Mal, da hat ein junger Kerl mit Kapuze die Verkäuferin mit einem Messer bedroht. Der wollte das Geld aus der Kasse. Die hat dann aber so laut geschrien, dass der Kerl abgehauen ist. Rein in ein Auto und weg. Die Verkäuferin hat dann sofort die Polizei gerufen. Die war dann auch ziemlich schnell da. Und als ich mit dem neuen Mantel unter dem Arm aus dem Geschäft nebenan kam, hat sie Zeter und Mordio geschrien. Von wegen ich hätte ausspioniert, ob es sich lohnen würde und ob die Zeit günstig wäre für den Überfall. Na, der habe ich aber was erzählt. Gut, dass die nette Verkäuferin aus dem anderen Geschäft dann auch auf die Straße kam. Die hat den Polizisten dann bestätigt, dass ich  nur einen roten Mantel kaufen wollte." Lieschen schüttelte ungläubig den Kopf. "Dafür, dass man dich beinahe verhaftet hätte, warste aber fast pünktlich hier." Grete, die sich vor Aufregung eine zweite Zigarette angezündet hat, obwohl eine brennende noch im Aschenbecher still vor sich hinqualmte, grinste schelmisch. "Die haben mich gefahren, also die Polizisten. Bis vorne an die Ecke. Mit ner Anzeige habe ich gedroht. Wegen Verleumdung und all dem Zeug. Ich verklag euch auf Schadensersatz und Schmerzensgeld, hab ich gesagt. Das Lieschen wartet doch!"
Lieschen grinste. "So, jetzt zeig mir aber mal den Mantel!" 
Die Grete ließ sich nicht zweimal bitten und packte das gute Stück aus. "Glaub mir, so schnell kauf ich mir jedenfalls keinen mehr. Drei Jahre muss der jetzt mindestens halten!"




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Dienstag, 29. Oktober 2013

Von Reibekuchen und Notlügen

 Von Reibekuchen und Notlügen

Heute morgen, noch vor halb acht, saß das Fräulein Grete Meier bereits vor einer Suppe, die ihr zwar andere eingebrockt haben, aber die größten Brocken hat sie selbst hineingeworfen. Hinterhergeschmissen sozusagen. Vor ihrem Haus hat sie nämlich eine junge Mutter aus der Nachbarschaft getroffen, die gerade auf dem Weg zum Kindergarten war mit ihrer Tochter. "Morgen Frau Meier, wirklich ich freue mich schon total. Mir läuft jetzt schon das Wasser im Mund zusammen." Automatisch nickte die Grete. Ohne dass sie es aufhalten konnte, rutschte ihr "Freuen? Auf was denn?", heraus. "Na, auf ihre leckeren Reibekuchen am Samstag!" Die junge Frau merkte sehr wohl an Gretes Reaktion, dass etwas nicht in Ordnung war. Denn in Gretes Augen tanzten Fragezeichen. "Oder haben sie etwa keine Einladung bekommen?" Richtig enttäuscht klang das. "Doch, doch, natürlich, mir war das nur gerade entfallen, weil ich mit meinen Gedanken woanders war", beschwichtigte die Grete. "Ich muss dann jetzt auch weiter, schönen Tag noch."
Grete machte dass sie zum Autochen kam. Zwei Tage noch, dann würde hier ihr neuer Wagen stehen. Doch für den Moment schob sich vor die Vorfreude der Gedanke an die Reibekuchen. Natürlich hatte die Grete die Einladung vom Kindergarten bekommen zum Herbstfest. Wie jedes Jahr. Aber eben nur die Einladung. Kein Wort von Reibekuchen stand darin. Sicher, die letzten fünf Jahre hat sie den Kindergarten unterstützt. Mit ihren hausgemachten Reibekuchen. Handgerieben. Aber da hatte man sie auch vorher jedesmal gefragt. 
Im Büro griff die Grete gleich zum Hörer und rief die Kindergartenleiterin an. "Wie schön Frau Meier, dass sie anrufen. Wäre toll, wenn sie auch noch ein oder zwei Pfannen mitbringen könnten. Eine Mutter ist abgesprungen, deshalb haben wir zu wenig. 14.00 Uhr Frau Meier, wie jedes Jahr. Tut mir leid, ich würde ja gerne noch ein wenig plaudern, aber das Frühstück für die Kinder ist noch nicht fertig. Wir sehen uns ja am Samstag, dann holen wir das nach. Die Kinder freuen sich schon total auf ihre berühmten Reibekuchen. Bis dann Frau Meier, und denken sie an die Pfannen!" 
Grete konnte nur noch ein "JaJa" rausquetschen, bevor es am anderen Ende der Leitung ruhig wurde. Von Ruhe konnte man in Gretes Gedankengängen nicht sprechen. Dort tobte ein Sturm. Sie wusste nicht, ob sie lachen oder weinen sollte. Samstag! Samstag wollte sie doch mit dem neuen Wagen zu Lieschen fahren. Einen Ausflug wollte sie mit dem Lieschen machen, wenn das Wetter es zulässt. Einfach ins Blaue fahren. Gretes Gedanken überschlugen sich. Es passte einfach nicht, nein, ganz und gar nicht. So sehr sie es auch drehte und wendete. "Auch wenn ich nicht zu Lieschen fahre", überlegte sie laut, "ab Freitagnachmittag bin ich bei Tante Heidi und Onkel Günther und bin dann ja erst spät zuhause. Gut, die Kartoffeln und alles andere kann ich da kaufen. Aber ich muss ja auch alle reiben!" Bei dem Gedanken daran, für mehr als zweihundert Personen ganz alleine Kartoffeln zu reiben, wurde der Grete schwummerig. In den letzten Jahren hatte nämlich immer die Frau Korters geholfen. Und auch der Herr Heinevetter. Der hatte sich um die Zwiebeln gekümmert. Aber, da hatte man die Grete Wochen vorher schon gefragt, ob sie das machen würde. Und die Grete konnte planen. Jetzt war sie heillos überfordert. "Ich sag ab", murmelte die Grete vor sich hin.
Während sie sich einen Kaffee kochte, konstruierte sie in Gedanken einen Absagegrund nach dem anderen. Frauenbeschwerden ... ach nein, geht ja auch keinen was an ... Hand gebrochen ... geht auch nicht, wo soll ich denn einen Gips herkriegen ... Onkel Günther geht es schlecht ... Grete sah betreten auf den Boden. Unglück sollte man nicht heraufbeschwören. Also auch adacta. Dann fiel ihr die Lösung ein. Magen-Darm! Kann keiner nachprüfen und ist ansteckend. Erleichtert nippte die Grete am Kaffee. Leider schoben sich sofort traurige Kindergesichter vor Gretes Augen und Gretes Gewissen schwoll mächtig an. So sehr, dass sie sich für die Reibekuchen entschied. Und wenn die Grete sich erstmal entschlossen hat ... na ihr wisst ja. 
Sie griff zum Hörer und wollte Lieschen Bescheid geben, dass es am Samstag nichts wird. Nach drei gewählten Nummern hielt sie inne und legte auf. "Du bist bescheuert Grete!" Genauso würde das Lieschen reagieren. Volles Verständnis würde sie zeigen, den Ausflug verschieben, aber dennoch sagen: "Total bescheuert!" Und Recht hätte sie damit. Grete wählte erneut. "Hier ist Frau Meier, leider muss ich ihnen sagen, dass ich dieses Jahr keine Reibekuchen zum Herbstfest beisteuern kann. Sie haben nämlich völlig vergessen mich zu fragen. Jetzt bin ich anderweitig verplant. Nächstes Jahr gerne wieder, wenn sie mich früh genug fragen. Dann kann ich es bestimmt einrichten. Die fehlenden Pfannen bringe ich ihnen am Samstag vormittag vorbei, dass schaffe ich noch vor meiner Verabredung. Ihnen noch einen schönen Tag." Bevor man ihr antworten konnte, legte die Grete schnell auf. Angst vor der eigenen Courage hatte sie dann doch ein bisschen.
Den restlichen Tag stolzierte die Grete mit hocherhobenem Kopf und leise vor sich hinsummend durch die Firma. Und hin und wieder klopfte sie sich heimlich auf die Schulter.





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Montag, 28. Oktober 2013

Das Fräulein Grete Meier hat Unruhe

 Das Fräulein Grete Meier hat Unruhe


Wenn das Fräulein Grete Meier ins Büro muss oder einen anderen Termin hat, stellt sie abends ihren Wecker. Zur Vorsicht. Denn im Grunde genommen braucht die Grete so ein Klingelding nicht. Dafür hat sie ihre innere Uhr. Die funktioniert immer. Der Wecker ist auch nur auf Minimallautstärke eingestellt. Denn die Grete kann es überhaupt nicht ab, von einem schrillen Ton aus ihren Träumen gerissen zu werden. Deswegen mag die Grete auch ihre innere Uhr. Von der wird sie ganz sanft geweckt. Ohne irgendwelche Geräusche. Nach genau sieben Stunden Schlaf. Und dann weiß sie, dass sie noch ein paar Minuten dösen kann, bevor die Elektronik brummenderweise eingreift. Auch am Wochenende funktioniert diese tolle Uhr. Allerdings verzichtet die Grete an solchen Tagen auf das nachfolgende Brummen. Muss ja auch nicht sein, wenn kein Büro ruft.
Gestern war sie dann kaputt. Die innere Uhr. Also nicht so richtig kaputt. Eher ein Systemfehler. Ein Virus von außen eingespeist. Schon um viertel nach fünf klopfte sie leise bei der Grete an. Ein bisschen hat die Grete ja damit gerechnet. Sieben Stunden sind eben sieben Stunden, egal ob eine zweimal abläuft. Aber gehofft hat sie trotzdem. Umsonst, wie sie dann nach fünfminütigem Dösen feststellte. Dösen geht ja immer, aber nochmal einschlafen, wenn die Grete erstmal wach ist, das geht nicht. Ein Blick auf die Uhr und die Grete versuchte es dennoch. Ohne Erfolg. Eine Viertelstunde kriegte sie es noch hin, indem sie sich von einer Seite zur anderen drehte, dann gab sie auf.
Leicht genervt stand die Grete auf. Das konnte ja heiter werden, denn eines wusste die Grete ganz genau: Der Tag wird lang. Und wer war das schuld? Tja, so ganz genau wuste die Grete das auch nicht. Sie hätte Mr. Google fragen können, aber würde das Wissen darum denn etwas ändern? Rein gar nüscht, entschied die Grete, schluffte ins Bad und machte sich sonntäglich parat. Danach ging es in die Küche. Erstmal einen Kaffee, dachte sie, setzte eine Kanne auf und machte sich ein Brot mit Marmelade, während der Kaffee durchlief. Mit einer vollen Tasse und dem Brot, sowie einer Zigarette, setzte sie sich auf ihre Bank auf dem Balkon. Frisch war es in der Morgendämmerung. Grete holte sich eine Strickjacke. Na, wenigstens wurde es schon hell.

"Auch schon auf, Frau Meier?" Die Grete hatte den Herrn Heinevetter glatt übersehen im Halbdunkel und erschrak dementsprechend. Keine fünf Minuten später war eine rege Diskussion im Gange über den Sinn oder auch Unsinn der vermaledeiten Zeitverschiebung. Einig waren sich beide schnell. Das sollte abgeschafft werden. "Mal ehrlich", meinte die Grete. "Jedesmal, kurz bevor die Uhren umgestellt werden, sind die Medien Tage vorher schon voll mit Anweisungen, was man alles tun soll, damit der Körper damit umgehen kann. Tipps und Tricks zu Hauf. Warnhinweise über Warnhinweise. Achtung, erhöhte Unfallgefahr am Morgen und abends sowieso, Kinder sollen Tage vorher schon früher ins Bett gehen, Schichtarbeiter sind besonders betroffen und noch zig Dinge mehr. Was soll das also alles? Ist doch längsst erwiesen, dass man damit keine Energie spart!" Was das alles soll, darauf wusste der Herr Heinevetter auch keine Antwort. "Is doch immer so, Frau Meier. Die beschließen was, finden dann heraus, dass es nichts bringt und machen es dann nicht rückgängig, weil sie sich ja dann einen Fehler eingestehen müssen." Da ist was Wahres dran, dachte die Grete und zündete sich die zweite Zigarette des Tages an. Herr Heinevetter tat es ihr gleich. "Aber ich helf mir heute selbst", sagte er zwischen zwei Zügen. "Ich mach heute nachmittag einfach mal ein Nickerchen. Dann schaff ich es garantiert nach dem Tatort noch irgendwie eine Stunde aufzubleiben. Dann passt das morgen schon wieder." Grete nickte. Eine Idee, mit der sie sich durchaus anfreunden konnte. "Wissense was, Herr Heinevetter, wir zwei gehen nach dem Mittagessen eine Runde durch den Park. Noch spielt das Wetter mit. Frischluft macht bekanntlich müde. Dann klappt es bestimmt auch bei mir mit dem Nickerchen. Und den Tatort gucken wir heute abend bei mir. Ich mach Schnittchen. Nach dem Tatort spielen wir einfach noch eine Stunde Karten." Hätte die Grete gewusst, was auf sie zukommt ... naja ...

Zumindest bis zum Tatort klappte der Plan. Der war dann allerdings so konfus, dass die Grete nur mühsam mitkam, der Herr Heinevetter nach zwanzig Minuten allerdings nicht mehr. "Wer ist denn nun wer, Frau Meier. Die Frisuren von Batic und Leitmayr sehen fast gleich aus - Das geht mir alles zu schnell - Und wieso sieht die eine Frau ständig anders aus?" So ging es in einer Tour. Bis auch die Grete den Faden verlor. Aufgeben gilt nicht, Grete. Du musst dich nur konzentrieren. "Jetzt sind se aber mal ruhig Herr Heinevetter, sonst krieg ich auch nichts mehr mit." Der nahm sich Gretes Ansage zu Herzen. Nützte aber nichts. Grete kapierte nichts mehr. Nach einer weiteren halben Stunde konnte sie kaum noch die Augen offen halten. Langsam klappten die Lider herunter.

Grete wurde durch laute Geräusche geweckt. Der Tatort lag in den letzten Zügen und auf dem Sofa schnarchte der Herr Heinvetter selig vor sich hin. Nix mehr mit Kartenspielen, dachte die Grete, weckte den Herrn Heinevetter und schickte ihn ins Bett. Und genau diesen Ort suchte die Grete nun auch auf. Den Wecker stellte sie nicht. Sieben Stunden sind sieben Stunden. Manchmal bleibt ein Virus eben ein paar Tage. Was kommt, geht auch wieder. Das sagt Onkel Günther auch immer.



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Sonntag, 27. Oktober 2013

Heute wird anders gebloggt

 Heute wird anders gebloggt


Manchmal packt es auch die Grete. Das Bastelfieber. Aber anders als beim Lieschen, die sich ja bekanntlich an Wolle, Stoffen, Perlen, Leinwand und Farben austobt, hält sich die Grete lieber an kreativen Computerspielereien fest.
Viel Vergnügen an dem Ergebnis von acht Stunden Arbeit wünscht euch 

die Grete, die kaum noch aus den Augen gucken kann.

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Freitag, 25. Oktober 2013

Das Fräulein Grete Meier kauft ein Auto

 Das Fräulein Grete Meier kauft ein Auto

 

Nach der Sache mit dem gelben Engel und dem Hammer geht es nun nicht mehr anders. Achtzehn Jahre hat das Autochen von der Grete auf dem Buckel. Eine neue Benzinpumpe muss her und der Tüv steht auch noch an. "Das lohnt sich nicht mehr, gute Frau", hatte der Mann von der Werkstatt gesagt. Zeit also, dass Autochen in den Ruhestand zu schicken.
Anfang der Woche schon hatte das Fräulein Grete Meier den Herrn Heber gebeten mal im Autohaus Zelters ein Angebot für einen Kleinwagen einzuholen. Grete hat da nämlich ein ganz bestimmtes Modell im Auge. Nicht weil ihr das besonders gut gefällt, sondern der Entschluss für diesen Wagen rührte allein aus ihrem Wunsch nach wenig Spritverbrauch und einem Automatikgetriebe. Ihr Autochen hat nämlich ein solches. War damals, als sie es gekauft hatte, purer Zufall, aber mittlerweile möchte sie es nicht mehr missen. Automatikgetriebe und Kleinwagen, das ist allerdings eine Kombination, die es recht selten gibt. Klar, kann man fast jeden Wagen auf- oder umrüsten lassen. Aber das kostet. Die Grete hat stundenlang Prospekte gewälzt und im Internet recherchiert. Und siehe da, eine Autofirma produziert so ein Auto in Serie. Preislich passte der auch in Gretes Budget.
Herr Heber kam dann auch am nächsten Tag mit einem Angebot zurück. Klar, Grete hätte selber hinfahren können, aber sie traute sich das Handeln nicht so zu. "Und handeln kann man da doch, nicht wahr Herr Heber? Liest man doch ständig in den Medien. Wenn die mich sehen, denken die doch gleich: Frau, älter, keine Ahnung, kann man übers Ohr hauen. Und ich kenn mich ja damit überhaupt nicht aus."
Herr Heber hatte tatsächlich 1500,00 rausgeschlagen. "Zwölftausend Frau Meier, is aber dann rot und hat drei Monate Lieferzeit, hat sogar Klima." Die Farbe des Autos war der Grete glatt mal völlig egal. "Hauptsache Automatik und ein kleiner Wagen. Klimaanlage ist super. Ich fahr die Tage da mal hin."
Natürlich war auch im Büro der Autokauf von der Grete vorherrschendes Thema. Susi empfahl ihr dringend eine andere Farbe zu wählen. "Denn stell dir mal vor, du  hast pinke Sachen an. Und steigst damit ein ein rotes Auto. Nee, das geht ja gar nicht!" Jeder hatte irgendeinen guten Tipp für die Grete. Heute morgen kam sogar Eido zu ihr ins Vorzimmer. "Hier Frau Meier, rufense da mal an. Die führen die Marke auch. Ein Bekannter von mir arbeitet da. Vielleicht kriegense das Auto ja noch günstiger." Er drückte der Grete eine Visitenkarte in die Hand.
Versuchen kann man es ja mal, dachte die Grete und griff zum Telefon. Den besagten Autoverkäufer hatte sie dann auch gleich an der Strippe. Grete schilderte ihm genau, um welches Modell es ging. "Faxen sie mir doch bitte das Angebot von dem anderen Autohaus. Ich ruf sie gleich zurück." Grete faxte und wartete. Nach zwanzig Minuten rief der Verkäufer an. "Also, Frau Meier, wir können ihnen das Modell für elftausend besorgen. In Rot, mit Klima. Allerdings auch drei Monate Lieferzeit." Die Grete war sprachlos. Nochma tausend Euro weniger?
"Ich denke, da kommen wir ins Geschäft, junger Mann." Grete bedankte sich, man sprach noch über die Vorteile eines Automatikgetriebes und über Autos im Allgemeinen. Plötzlich unterbrach der Verkäufer die Grete. "Halt, Kommando zurück!" Grete rutschte die Farbe aus dem Gesicht. "Wie jetzt, geht das doch nicht mit dem Preis?"
"Nee Frau Meier, aber ich hab eben im Computer gesehen, dass wir in einer unserer Zweigstellen noch so ein Modell auf Lager haben. Könnense sofort haben. Ist allerdings nicht rot, sondern grau-blau-metallic." Oh, Grete weiß genau, dass Metallic -Lackierungen grundsätzlich mit einem Aufpreis verbunden sind. Deswegen hat sie sich ja für das einfache Rot entschieden. "Was kostet der denn?", war also eine durchaus berechtigte Frage. Kurz blieb es still am Ende der Leitung. "Wissen sie was, Frau Meier, den können sie auch für elftausend haben. Gutes Angebot, oder?" Grete zögerte keine Sekunde. "Ist gekauft, wann kann ich das Auto abholen?" 
"Wie kaufen. So, jetzt am Telefon? Ohne Probefahrt? Sie haben mir doch erzählt, dass sie das Modell bisher nur im Internet gesehen haben!" Bass erstaunt klang das. Das Fräulein Grete Meier lachte. "Na und? Ist klein, hat Automatik und Klima und jetzt sogar eine Metallic-Lackierung. Und was ich gesehen habe, hat mir durchaus gefallen. Und der Preis ist super. Die Farbe ist total egal. Der Susi zwar nicht, aber mir. Rot habe ich doch nur gesagt, weil es günstiger ist. Also, wann kann ich kommen und das Auto holen?"
Die Formalitäten waren dann schnell erledigt. "Gut, dann bis heute nachmittag. Ich bringe die Anzahlung mit." 
Nach Büroschluss ist die Grete zu dem Autohaus gedüst. Nach dem alles unter Dach und Fach war verabschiedete sich die Grete von dem netten jungen Verkäufer. Der war immer noch reichlich geschockt. "Ganz ehrlich Frau Meier", sagte er zur Grete, "ganz ehrlich, noch nie habe ich so schnell ein Auto verkauft. Und das auch noch am Telefon. Das glaubt mir keiner hier!"
Grete grinste und stieg in ihr altes Autochen. Nicht ohne vorher noch zärtlich mit der Hand über die Motorhaube zu streichen. "Altes Mädchen, bald haste Ruhe vor der Grete."





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Donnerstag, 24. Oktober 2013

Von Hölzchen, Stöckchen und Karten

Von Hölzchen, Stöckchen und Karten

Was für ein Glück hatten das Lieschen und die Grete doch gestern mit dem Wetter. Herbstsonne satt. Dementsprechend stand einem vergnüglichen Kaffeeklatsch nichts im Wege.Das Fräulein Grete Meier war so gut gelaunt, dass sie sich sogar von Lieschen etwas Tabak erbat. "Mal schauen, ob ich es noch kann. Früher habe ich mir ja auch Zigaretten gedreht. Filter war ja kaum möglich mit meinem Taschengeld." Lieschen reichte ihr schmunzelnd das Päckchen mit dem Tabak und ein Papierchen zum Drehen über den Tisch. "Das Ergebnis rauchste dann aber auch. Weggeworfen wird hier nix!" Grete nickte und klaubte sich etwas Tabak aus dem Päckchen.Griff nach dem Papier und flugs verschwanden beide Hände unter dem Tisch, um kurz darauf mit fertig gedrehter Zigarette aufzutauchen. Schnell noch mit der Zungenspitze über das Papierchen und keine Minute später paffte die Grete auch schon genüsslich. "Da staunste Lieschen, gell? Aber nur so kann ich es. Ich habe nämlich mein Zigaretten meist versteckt unter der Schulbank gedreht. Da saß jeder Handgriff. Und du siehst, was man einmal gelernt hat, verlernt man nie."
Natürlich tauchten die zwei sofort wieder in die Jugendzeit ein. Aber nur für ein paar Sätze.Schnell waren sie bei all den technischen Veränderungen, die sie seither begleitet haben und dies sie mehr oder minder mitmachen mussten. Beim Smartphone angekommen, gab es einen direkten Schwenk zu Frau Merkel und Herrn Obama. "Is ja auch ein Ding, dass der alles ausspioniert hat. Staatsgeheimnis hin oder her, aber die telefoniert doch bestimmt auch mal mit ihrem Mann, wenn sie abends allein im Hotelzimmer sitzt, irgendwo in Timbuktu. Das geht ja nun wirklich niemanden was an." Hier kam die Unterhaltung dann ein wenig ins Stocken, was aber nicht am Thema lag, sondern am Kellner, der die bestellte Käsesahnetorte brachte. Also keine ganze Torte. Aber für Lieschen und  für Grete jeweils ein Stück. 
"Karneval soll ja zum Weltkulturerbe gemacht werden, wie findste das Lieschen?" Wie die Grete jetzt von Obama über die Käsesahnetorte zum Karneval gekommen ist, erschloss sich dem Lieschen zwar nicht so ganz, aber da sie solche waghalsigen Sprünge von der Grete gewohnt ist, dachte sie erst gar nicht weiter darüber nach, sondern sprang auf den Zug auf. Nach wenigen Minuten war auch diese Thematik adacta gelegt. Platz gemacht hatte das Weltkulturerbe dem Kölner Dom und Willi Millowitsch. Der verließ die Kaffeebühne für Heidi Kabel. Auch die hielt sich nicht lange auf. Es reicht gerade mal für ein Kuchengäbelchen mit Torte. Vielleicht lag es ja daran, dass sie ebenso wie Herr Millowitsch nicht mehr unter uns weilt. Und eben aus diesem Grunde keine Titelseiten mehr füllt. Jedenfalls kamen die zwei von Hölzchen auf Stöckchen, in welcher Reihenfolge auch immer. Nach zwei Stunden munterer Plauderei war man beim Thema Kartenlegen angelangt. Grete hatte damit mal ungute Erfahrungen gemacht. "Weißte Lieschen, ich hab mir vor vielen Jahren mal Tarotkarten gekauft. Und ein Buch dazu. Von dem Hajo Banzhaf.  Hab alles genau gelesen und dann einer Bekannten mal die Karten gelegt. Und alles genau nach dem Buch interpretiert. Kennst mich ja, ausschmücken kann ich gut. Im Vordergrund stand jedenfalls ein neuer Job. Was hat die mich ausgelacht. Nie und nimmmer, hat sie gesagt. Hab ich keine Ambitionen. Hab doch einen guten Job. 
Und was soll ich dir sagen! Ganz aufgeregt kam die drei Wochen später zu mir. Mit einem Jobangebot in den USA. Hat sich bei mir bedankt. Und wollte gleich nochmal die Karten gelegt haben. Komisch war mir da zumute, das kannste mir glauben. Aber ich habs gemacht. Auch beim Chef und bei der Berta. Der Chef hat den tollen Auftrag gekriegt, genau wie es in den Karten stand und die Berta, das war richtig unheimlich. Da las ich nämlich was von einem tiefen Kummer in den Karten. Und der kam zwei Monate später. Da ist nämlich Bertas Mutter gestorben. Ganz plötzlich. Die Karten habe ich danach samt Buch in die hinterste Ecke vom Schrank verfrachtet und nie wieder angepackt." Grete stand das Grausen, allein bei dem Gedanken an die Karten, im Gesicht geschrieben. "Angst  hab ich gekriegt, vor mir selber!"
Grete weiß ja, dass Lieschen sich für Spirituelles interessiert. Und sich richtig gut damit auskennt. Grete hat nur bodenständige Menschenkenntnis und ihr Bauchgefühl. Lieschen hört und schaut viel genauer hin als die Grete. Bei den Menschen und überhaupt. Das bewundert die Grete. Auch dass Lieschen sich gerne auf Neues einlässt, wenn es um ihren Körper und ihre Seele geht. Und so blieb das Thema hängen, denn Grete lauscht gerne, wenn das Lieschen darüber und über ihre Erfahrungen berichtet.  Bis es dunkel wurde und langsam kalt.
Auf dem Heimweg hat die Grete dann noch länger über Lieschens Meinung zu Herrn Heinevetter und dem Führerschein nachgedacht. Der war natürlich auch mitten auf dem Tisch gelandet. Irgendwo zwischen Hölzchen und Stöckchen. Lieschen, dachte die Grete, als sie ihr Autochen parkte. Lieschen, du hast schon ein bisschen Recht. Aber versprochen, ich halt mich beim nächsten Problem erstmal zurück. Frag einfach nochmal nach, bevor ich meine Nase rein stecke. Ich versuch es, ehrlich.



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Dienstag, 22. Oktober 2013

Das Fräulein Grete Meier hält Kriegsrat

 Das Fräulein Grete Meier hält Kriegsrat

Aufgeregt war der Herr Heinevetter vorhin als die Grete nach Hause kam. Völlig aufgelöst. Total von der Rolle, wie Grete immer sagt. Deshalb hat sie zuerst auch nichts verstanden von dem, was alles aus dem Mund von Herrn Heinevetter sprudelte. "... zu alt ... Gefahr für die Öffentlichkeit ... die arme Frau ... schrecklich, einfach schrecklich ... aber ich muss doch auch mal zum Arzt und einkaufen ... abgeben, morgen gleich ... ich bin doch kein Mörder!" An dieser Stelle wurde die Grete so richtig hellhörig. Mörder, der Herr Heinevetter? Was hat der bloß wieder angestellt.
"Jetzt atmen se mal tief durch Herr Heinevetter. Und dann machense die Zigarette aus und kommen rüber. Ich koch Lieschentee. Der beruhigt. Und dann werden wir schon sehen, wer hier ein Mörder ist!"
In Gretes Küche, zwischen Lieschentee und Haferflockenplätzchen, kam dann bruchstückweise raus, was den Herrn Heinevetter so in Aufregung versetzt hat. 
In der Zeitung hatte er von einem schrecklichen Unfall gelesen. Ein älterer Herr hat auf einem Parkplatz bei Ausparken eine Frau angefahren. Nicht nur einmal, sondern gleich ein zweites Mal, nachdem die Frau wieder aufgestanden war. "Ein Baby hatte die dabei und ein kleines Mädchen. Und nu isse tot. Fünf kleine Kinder soll die haben. Ach das ist so schrecklich!" Schrecklich fand die Grete das auch. "Aber was hat das mit ihnen zu tun, das verstehe ich nicht."
"Was gibbet da nicht zu verstehen, Frau Meier. Habense nicht zugehört? Ein älterer Mann! Also so einer wie ich es bin. Klingelts?" Grete kapierte noch immer nichts und zeigte das auch deutlich. "Häääh?" 
"Also heute sind se aber schwer von Begriff, Frau Meier. Das könnte mir doch auch passieren. Denkense mal an meine Augen. So richtig gut sehen ist anders. Und dann, toter Winkel und so. Neee, neee, ich geb morgen sofort meinen Führerschein ab. Da kann mich keiner von abhalten. Ich bin kein Mörder! Und mein Auto geb ich meinem Neffen. Nur, Fau Meier, ein wenig bange ist mir schon. Wie soll ich denn jetzt meinen Wocheneinkauf erledigen. Mit der Bahn müsste ich ja dreimal hin und herfahren, um alles zu besorgen. Das schaff ich doch gar nicht mit meinem kaputten Knie!" Ganz unglücklich klang er, der Herr Heinevetter. 
Grete schickte ihn erstmal auf den Balkon. "Rauchen sie erstmal in Ruhe eine. Ich überleg mir was." Nach ein paar Minuten kam die Grete zu dem Schluss, dass sie Helfer bei ihrem Vorhaben braucht. Also klingelte sie bei den Hebers. Und sie hat Glück gehabt. Herr Heber war schon zuhause. Grete schilderte ihm das Problem. Herr Heber eilte zu Herrn Wenig und kurz darauf war jeder Stuhl in Gretes Küche besetzt. Sogar Frau Korters hat es sich nicht nehmen lassen, unterstützend an der Krisensitzung teilzunehmen. Grete kochte noch mehr Lieschentee und füllte die Schüssel mit den Plätzchen auf. Nach kurzem Palaver war die Sache geklärt und Grete holte Herrn Heinevetter dazu. Der war ganz schön erstaunt, die halbe Nachbarschaft in Gretes Küche vorzufinden. Grete nickte ihm aufmunternd zu und erteilte Herrn Heber das Wort.
"Alos, lieber Herr Heinevetter, es gibt da noch eine Möglichkeit. Meine Frau geht mit ihnen nächste Woche zum Optiker und dann wird ihre Sehkraft überprüft. Vielleicht brauchen sie ja nur eine stärkere Brille. Und wenn das geklärt ist, wird der Herr Wenig sie zu einem Freund mitnehmen, der eine Fahrschule hat. Und da machen Sie dann einfach nochmal einen Fahrtest. Das gibt es nämlich, sowas. Und dann, aber erst dann, Herr Heinevetter, sehen wir weiter. Den Führerschein können sie auch in zwei Wochen noch abgeben." Jetzt viel ihm die Grete ins Wort. "Und wenn es soweit kommt, dann fahren sie einfach mit mir zum Einkaufen. Mein Autochen schafft auch zwei Wocheneinkäufe. Und wenn sonst irgendwas anliegt, wo sie nicht mit Bus oder Bahn hinkommen, kriegen wir das auch geregelt. Nu, was sagen sie?"
Herr Heinevetter sagte nichts. Er schaute nur jeden einzelnen überrascht an. "Nee, was bin ich froh, dass meine Hilde nie hier wegziehen wollte. Solche Nachbarn, hat sie immer gesagt, solche Nachbarn haben wir nur hier. Wenn das alles so stimmt, was ihr sagt, dann brauch ich ja vielleicht wirklich meinen Führerschein nicht abgeben. Kann ich noch ein Tässchen, Frau Meier? Hamse übrigens schon gehört ... "


Was Lieschen zu allem sagt, gibt es hier zu lesen --> KLICK

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Montag, 21. Oktober 2013

Das Fräulein Grete Meier und die Horrorfliege

 Das Fräulein Grete Meier und die Horrorfliege

Unausgeschlafen war das Fräulein Grete Meier heute. Aber sowas von. Und das, obwohl sie gestern schon früh in den Federn lag. Das macht sie ganz gerne, wenn sie gemütlich lesen möchte.
Grete schiebt sich dann zwei dicke Kissen in den Rücken, damit sie es schön bequem hat, dreht sogar die Heizung wenn nötig etwas auf, stellt noch eine Kanne Tee auf den Nachttisch und versinkt mit der Nasenspitze in der Bücherwelt. Momentan bevorzugt sie Thriller und Krimis. Eine zeiltlang waren es Liebesromane, dann Südstaatenromane,  Biografien und bevor die Krimis in Gretes Leben traten Dokumentationen über den zweiten Weltkrieg. Früher, als junges Mädel, war sie stolz auf ihre Konsaliksammlung gewesen. Einzig "Der Arzt von Stalingrad" hat alle Zeiten und Umzüge überlebt. Grete gehört definitiv zu den Nochmal-Lesern. Das heißt, Lieblingsbücher werden immer mal wieder hervorgeholt in Abständen von einigen Jahren und nochmal gelesen. Und wenn der Grete danach ist, auch ein drittes und viertes mal.
Grete war schon mehr als eine halbe Stunde in ihren Thriller vertieft, als sie es hörte. Das Unverkennbare Summen und Brummen einer Fliege. Fliegen und Mücken, nachts im Schlafzimmer von der Grete. Das geht gar nicht. Erst recht nicht, wenn sie liest. Das macht die Grete kirre. Zumal die Biester ja meist um die Nachttischlampe herumschwirren. Und dagegen fliegen. Horror ist das für Grete. Purer Horror. Also legte sie sofort das Buch aus der Hand, schnappte sich einen  Zeitschrift vom Nachttisch und machte sich auf die Jagd. Klatsch - nicht getroffen. Patsch - daneben. Klatschpatsch - getroffen. Die Fliege fiel von der Wand auf den Boden, nur um sich nach einigen Sekunden wieder surrend richtig Lampe zu begeben. Grete scheuchte sie wieder auf. Auf die Lampe schlagen wollte sie nämlich nicht. Die Fliege machte es sich auf der Wand hinter Gretes Bett bequem und putzte sich. Grete holte aus und schlug zu. Mit aller Kraft. Erwischt, dachte sie, als die Fliege fiel. Direkt auf Gretes Bett. So sehr die Grete auch suchte, sie konnte die tote Fliege nicht finden. Weder im Bett, noch auf dem Boden daneben. Da aber alles ruhig blieb, widmete sich die Grete wieder ihrem Buch. Gegen dreiundzwanzig Uhr konnte auch die spannendste Stelle im Buch Gretes Müdigkeit nicht mehr vertreiben. Sie schlug das Buch zu, schlüpfte nochmal ins Bad und kuschelte sich in die Kissen. Kaum hatte für ein Weilchen die Augen zu: "Bsssst, Bsssst". Zuerst glaubte die Grete an einen Traum. "Bsssst, Bsssst". Grete setzte sich auf. Totenstille. Noch eine Fliege? Grete machte das Licht an. Nichts zu sehen. Nichts zu hören. Licht also wieder aus und wieder hinlegen. "Bsssst, Bsssst" Das kann doch nicht wahr sein. Licht an. Lauschen. Nichts. Kein Laut war zu hören, kein Biest zu sehen. Langsam zweifelte die Grete an ihrem Verstand. Sie legte sich wieder hin, ließ aber diesmal das Licht an. Keine Minute später "Bsssst, Bsssst".
Grete schoss in die Höhe. Doch so sehr sie auch mit ihren Augen die Wände im Schein der Nachttischlampe absuchte, es gab nichts zu finden. Grete wurde regelrecht panisch.Vorsichtshalber blieb sie für zehn Minuten aufrecht sitzen. Dann übermannte sie die Müdigkeit. Sie klopfte sich die Kissen zurecht und bettete ihren Kopf darauf. Licht aus. Grete atmete auf. Es blieb still. Langsam dämmerte sie in die Traumwelt hinüber. "Bsssst, Bsssst" Grete zwang sich liegenzubleiben. "Bsssst, Bsssst" Und jetzt hörte es die Grete ganz deutlich. "Bsssst, Bsssst" Das war doch ... das kam doch ... das ist doch ... "Bsssst, Bsssst" direkt unter ihrem rechten Ohr. Das wird doch wohl nicht ... ?
Grete setzte sich auf, schnappte sich die Nachttischlampe, schaltete sie ein und beleuchtete ihr Kopfkissen. Nichts. Vorsichtig hob sie das Kissen an. Und da lag sie. Die Fliege von vorhin. Auf dem zweiten Kopfkissen. Und lebte. Mehr oder weniger. Grete schüttelte sich vor Ekel. Griff nach der Zeitung und machte der Fliege endgültig den Garaus. Kein Wunder, dachte sie, dass ich sie nicht finden konnte. Sie ist vorhin zwischen die zwei Kissen gefallen. Da Grete sich aber wirklich vor Fliegen ekelt, musste sie natürlich aufstehen und die Kopfkissen neu beziehen. Und das andere Bettzeug gleich mit. Man könnte ja meinen, dass die Grete nun endlich schlafen konnte. Aber weit gefehlt. Zu tief saß die Angst vor einer erneuten Fliegenattacke. Statt zu schlafen lauschte sie noch stundenlang ins Dunkel, bevor ihr dann doch die Augen zufielen. Und dann träumte sie. Von riesenhaften Fliegen, die auf ihrem Bett sitzen und nur eines im Sinn haben. Warten. Warten auf das Fräulein Grete Meier. "Bsssst, Bsssst"





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Sonntag, 20. Oktober 2013

Das Fräulein Grete Meier und die Kunst



Das Fräulein Grete Meier und die Kunst


Tante Heidi wollte. So gerne. Und weil es doch der Sohn einer alten Schulfreundin von ihr ist. Nur  eben nicht alleine. Also hat sich das Fräulein Grete Meier erbarmt. Obwohl sie nicht viel weiß darüber. Über Malerei und Kunst an sich. Bis jetzt hat sie sich immer an die Devise gehalten: Wenn mir ein Bild richtig gut gefällt und in meinen Geldbeutel passt, findet es Platz bei mir. Und dann ist es egal, ob es sich um einen Druck handelt oder um ein Ölbild. Und auch vollkommen schnuppe, wer es "geschaffen" hat und ob irgendein Experte es als künstlerisch wertvoll einstuft oder nicht.

Bei Grete im Wohnzimmer hängt sogar ein Bild, dass Lieschen gemalt hat. Und die ist bestimmt keine berühmte Malerin. Grete mag das Bild. Sie findet es schön und es harmoniert wunderbar mit ihren Möbeln. Und, das Lieschen hat es extra für die Grete gemalt. Ein Unikat also. Lieschen mag ja gerne farbig. Grete nicht so. Und deshalb hat das Lieschen nur für die Grete eine Ausnahme gemacht und keine Farbe benutzt. Wenn man grau, silber, weiß und schwarz zu "keine Farben" zählt.

Jedenfalls ist die Grete am Samstagnachmittag mit Tante Heidi in die Ausstellung von dem Sohn der Schulfreundin gegangen. "Der ist richtig gut, Gretekind. Und bekannt ist der auch. War schon im Lokalfernsehen. Kein Bild unter tausend Euro zu kriegen. Du wirst begeistert sein."

Grete war begeistert. Restlos sogar. Als es nämlich endlich vorbei war und sie wieder auf dem Heimweg waren zu Onkel Günther. Zwei Stunden Aahs und Oohs von Leuten, die ungläubig auf blaue und grüne Kreuze starrten, haben ihr gereicht. Was anderes gab es nämlich nicht zu sehen. Nur blaue und grüne Kreuze auf teilweise meterhohen Leinwänden. Kreuze in allen Variationen. Kleine, große, krumme, einzeln oder in Gruppen. "Diese Kraft - Seht ihr das Farbenspiel - Wahre Kunst – Das geht mitten ins Herz" waren nur einige der Sätze die neben und hinter ihr von "echten" Kennern der Kunstszene ausgesprochen wurden. Die ersten paar Bilder hat die Grete sich ja noch genau angesehen. Und den Menschen um sich herum zugehört. Und sich klein gefühlt, weil sie nichts, absolut nichts an oder in den Bildern erkennen konnte. Außer eben Kreuze. In blau und grün. Die keinerlei Regung in ihr verursachten. Noch nicht mal die Rahmen fand die Grete schön.

Einheitskreuzblaugrünmischmasch auf Leinwand. So hätte die Grete jedes Bild genannt. Und nicht so klangvolle Titel verteilt wie " Kreuzgang in Grün" oder "Liegendes Mädchen in Blau". Wobei bei letzterem überhaupt kein Mädchen zu sehen war. Nur ein umgefallenes blaues Kreuz.

Nach dem dritten Bild entschied sich die Grete das "Kleinfühlen" aufzugeben. Nachdem ihr Tante Heidi etwas zugeflüstert hat. " Gretekind, das ist doch keine Kunst. Das ist Mist. Würde ich mir für kein Geld der Welt irgendwo hinhängen. "Obstschalenmelancholie" Was für ein Blödsinn. Schau doch mal. Siehst du da eine Obstschale? Ich seh nur einen Haufen aus  Kreuzen in grün und blau."

Mann war die Grete da erleichtert. Tante Heidi hat nämlich in Gretes Augen einen guten Geschmack. Jetzt wurde es dann zumindest lustig. Tante Heidi und die Grete mischten sich jetzt in die Gespräche ein und kochten sich gegenseitig hoch mit allen möglichen Bemerkungen über die noch folgenden Bilder. Aus den Aahs und Oohs wurde bei ihnen "Great" und "Wonderful".

Sie hoben lautstark die zarte Pinselführung hervor, lobten die künstlerischen Effekte und griffen sich dabei theatralisch ans Herz. "Nein, dieser Spirit, sowas von genial!" Kurzum, sie amüsierten sich köstlich. Nach der Führung ließen sie sich die servierten Häppchen und den gereichten Orangensaft schmecken. Die gesamte Heimfahrt haben sie sich schier ausgeschüttet vor Lachen.

Onkel Günther wurde natürlich bei Wurst und Käseschnittchen alles haarklein erzählt. Der hatte gerade in der Zeitung über einen Künstler gelesen, der sich eine Farblösung in die Nase spritzt, über die Tränendrüse im Auge wieder raus presst und die Flüssigkeit auf eine Leinwand tropfen lässt.

"Sauteuer die Bilder, ich sags euch."  Alleine die Vorstellung trieb der Grete die Tränen in die Augen. Tante Heidi schüttelte sich. "Vielleicht sollten wir mal mit Nagellack und Lippenstift Bilder malen. Als Pinsel nehmen wir zur Abwechslung Wimpertuschebürstchen. Gibt es doch in zig Ausführungen. Das ganze fixieren wir dann mit Chanel Nr. 5. Wir nehme alles Rottöne und taufen das Ganze dann " Memories in blue".

Als Grete nach Hause kam, am späten Samstagabend, hat sie sich noch lange das Lieschenbild angeschaut. Es hat keinen Rahmen, trägt keinen Titel, aber es spricht mit der Grete. Und die Worte berühren ihr Herz. 





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Freitag, 18. Oktober 2013

Von Sinn und Unsinn oder ähnlichem Kram

Von Sinn und Unsinn oder ähnlichem Kram

Gefreut hat sich das Fräulein Grete Meier, richtig doll. Über die Kinokarte vom Lieschen. Zuerst war sie ein bisschen böse, dass Lieschen nicht bei ihr geklingelt hat. "Lieschen, da biste schon mal da und dann gibste keinen Mucks von dir." Genau das hat sie gestern zu Lieschen am Telefon gesagt. Lieschen war nicht sauer darüber, dafür kennt sie die Grete zu gut. In ruhigem Ton wies sie die Grete auf die Uhrzeit hin. "Gell Grete, da lagste doch schon längst in den Federn. Und außerdem, du weißt doch, wann die letzte Bahn fährt!" Puterrot ist die Grete geworden nach Lieschens Worten. "Ich bin wirklich ein richtiger Trampel, Lieschen. Da fährste fast mitten in der Nacht noch mit der Bahn, um mir eine Freude zu machen, und ich schimpfe dann auch noch rum!" Lieschen nahms locker und die Grete konnte jetzt auch endlich ihre Freude zeigen. "Da nehm ich die Berta Kalt mit Lieschen. Die hat gestern schon gesagt, sie wolle in den Film. Weil sie die Kubitschek so gerne sieht. Ich mag ja lieber den Schweighöfer." So ging es noch eine Weile hin und her, ob der Film Sinn macht, für wen er Sinn macht, oder eben auch nicht, und was alles überhaupt im Leben Sinn macht.
Das Gespräch fiel der Grete dann heute beim Einkaufen wieder ein. Geht sie ja sonst nur notgedrungen, damit der Kühlschrank  nicht an Mangelerscheinungen erkrankt, zog sie heute schon beim ersten Schritt in den Supermarkt, etwas magisch an. So sehr, dass sie förmlich spürte, wie ihre Laune sich hob und die Geschmacksnerven Tango tanzten. Die Grete schnappte sich einen Korb, von Einkaufswagen hielt sie aufgrund jüngst zurückliegender Ereignisse Abstand, und einen Großeinkauf hatte sie eh nicht vor. Den würde sie wie immer am Samstag erledigen. Heute also nur das Nötigste. Brot, Eier, Margarine und etwas Belag dazu. So bewaffnet sollte der erste Weg zur Käsetheke führen. Sollte. Denn weit kam sie nicht. Bereits im ersten Gang zog ihre Nase sie in eine völlig andere Richtung. Vorbei an Eiern, Milchprodukten, durch die Brotabteilung und die zwei Gänge mit den Fertiggerichten, und weiter ging es dann zwischen Putzmitteln und Toilettenpapier, bis ihr endlich ihre Nase Stillstand gebot. Vor der Grete lag es. Das Paradies. Eine Sünde nach der anderen stapelte sich vor Gretes Augen. Grete sog den Duft schwer atmend ein, der durch den ganzen Supermarkt waberte. Marzipan, Printen, Dominosteine, Zimtsterne ... Grete wusste schon gar nicht mehr, wo sie zuerst hinschauen sollte. "Also wirklich Grete, es ist erst Oktober", mahnte eine Stimme ziemlich laut in ihr. Und eine Dame, die neben der Grete stand, viel in den Tenor mit ein. "Immer früher sind die dran. Unmöglich sowas, die Ostereier stehen bestimmt auch schon stramm. So ein Unsinn, wer kauft denn jetzt schon Spekulatius. Die gehören ab dem 1. Advent auf den Tisch. Schmeckt doch überhaupt nicht, wenn man kein  Weihnachtsgefühl hat." Die Grete nickte zu allem und gab noch einen drauf. "Alles Kommerz, alles nur Kommerz. Riechen sie das? Ich hab mal gelesen, dass die Supermärkte extra solche Düfte versprühen, nur um den Umsatz zu steigern. Also ich fall darauf nicht rein. Nee, ich kaufe sowas erst zum Advent.Vorher macht das doch auch keinen Sinn!" Jetzt mischte sich noch ein älterer Herr in die Diskussion ein. "Blanker Unsinn ist das. Ohne sittlichen Nährwert. Im Baumarkt drüben stehen schon die ersten Bäume zum Verkauf. Draußen sind 15 Grad. Wer denkt denn da schon an Weihnachten. Bis dahin hält der doch gar nicht. Ich esse ja wirklich gerne Dominosteine. Aber nur im Advent. Hab ich auch zu meiner Frau gesagt. Schlepp bloss nichts an, hab ich ihr gesagt. Und was macht die? Natürlich sind die Schränke schon gefüllt bei uns. Aber ich weigere mich. Ich ess davon  nichts. Das wollen die doch nur. Jetzt schon kaufen, und kurz vor Weihnachten sind die Schränke wieder leer. Also nochmal Geld ausgeben. Da sollte die Merkel mal eingreifen. Aber nein, die beschäftigt sich ja nur mit ihren Koalisationsplänen." So richtig in Rage redete sich der Mann. 
Grete hatte genug und verzog sich in den nächsten Gang. Babynahrung. Was sie dort wollte, wusste sie auch  nicht so recht. "Käsetheke, Grete, Käsetheke ...", mahnte die innere Stimme. "Ja doch, gleich!", rutschte es der Grete raus. Vorsichtig lugte sie um die Ecke. Die Luft war rein. Zumindest was ihre vorherigen Gesprächspartner betraf.

Ehe sich die Grete versah, stand sie auch schon mit vollem Einkaufskorb an der Kasse. Gerade noch rechtzeitig hatte sie registriert, dass an der ersten Kasse der ältere Herr stand und sich deshalb an der anderen Kasse angestellt. Grete stellte sich so vor das Band, dass der auf keinen Fall sehen konnte, was sie darauf packte. Dominosteine, Marzipankugeln, Zimtsterne, Printen und Weihnachtsschokolade. Mit Nüssen und Zimt. Vorsichtig schielte sie rüber. Ja was ... der Grete viel die Kinnlade runter. Dann grinste sie. Denn auf dem Band an der anderen Kasse lagen in etwas die gleichen Dinge. Grete zahlte und machte, dass sie aus dem Geschäft kam. Schnell hin zum Autochen. Schnell heißt bei Grete, unachtsam. Und so prallte sie mit einer Frau zusammen, die es ebenfalls eilig hatte. Der fiel vor Schreck glatt ein Dominostein aus dem Mund. "Sie?", quetschte die Frau hervor. Das Wort peinlich stand ihr im Gesicht geschrieben. "Ja ich!", lachte die Grete und öffnete verschwörerisch ihre Einkaufstasche. "Nur Unsinn habe ich gekauft. Leckeren Unsinn!"

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Donnerstag, 17. Oktober 2013

Das Fräulein Grete Meier und die Männer

Das Fräulein Grete Meier und die Männer

Natürlich hat Lieschen gestern im Café nicht lockergelassen und die Grete nach dem gelben Engel ausgefragt. Zuerst war die Grete ja versucht dem Lieschen ein Märchen aufzutischen, um sie ein wenig zu foppen. So von wegen -Traumprinz - Liebe auf den ersten gelben Blick - usw.  Aber stattdessen entschied sie sich, vorerst nur ein geheimnisvolles Lächeln aufzusetzen und das Thema zu wechseln. Wechseln nicht im eigentlichen Sinne. Eher umzulenken auf  die Männer im Allgemeinen. Also die in Gretes Leben. Und da gab es so einige Kandidaten von denen Lieschen nichts weiß. Immerhin, so einige Jahre hatten die zwei ja keinen Kontakt. In der Zeit lief viel Wasser den Rhein runter. Da hatten ein paar Männer schon die Muße sich an Gretes Leben zu beteiligen oder einzumischen in selbiges. "Doch weißte Lieschen, nie war einer dabei, der mich vom Hocker gerissen hat. Irgendwas war immer. Jaja, willst jetzt bestimmt sagen, wer suchet der findet ... also einen Fehler. Kein Mensch ist fehlerfrei, Lieschen, das weiß ich doch. Das war es auch nie, eher fehlte mir das Gefühl für mehr. Das Gefühl was ich bei Rolf hatte. Lieschen, ich kann es nicht besser erklären. Das war tief und es sitzt immer noch fest in meinem Herz drin. Aber Lieschen, OHNE mich zu fesseln. Irgendwann habe ich nämlich eingesehen, dass es nur zwei Wege gibt für mich. Entweder ich reiß ihn mir raus, vergesse ihn total, oder ich akzeptiere es so wie es ist und  lebe damit. Und ich lebe damit ganz gut, nachdem ich mich entschieden hatte. Vielleicht gehöre ich einfach in die Kategorie altmodischer, ewiger Liebe. Mir ist es auch mittlerweile egal, ob mich jemand versteht. Jeder Mensch so wie er kann. Ich kann eben nur so. Und bin nicht unglücklich dabei. Und wenn wir schon dabei sind. Es ist nicht so, dass es da überhaupt keinen Mann in meinem Leben gibt. Da ist einer. Ja, jetzt guckste wa? Die Grete hat einen, wie sagt man heute so schön, einen Lover. Ist ein alter Jugendfreund. Ein kleiner Macho und Frauenheld. Völlig beziehungsunfähig. Wir haben uns schon früher immer gut verstanden und schon damals hat es mal hin und wieder gefährlich geknistert. Vor ein paar Jahren haben wir uns zufällig wiedergetroffen. Und seitdem verbringen wir ab und an ein tolles Wochenende miteinander. Dann bin ich seine Königin. Er hat nur Augen für mich. Ein Gentleman vom Scheitel bis zur Sohle. Der holt sogar bei Regen erst einen Schirm aus dem Kofferraum, bevor er die Autotür für mich öffnet. Ich genieße das dann richtig."
Lieschen hat bis dahin ruhig zugehört. Jetzt konnte sie allerdings nicht mehr an sich halten. "Grete, du bist ja knallrot im Gesicht", lachte sie. "So rot wie mein Kirschkuchen! Also?" 
"Was also", gab die Grete zurück. "Wenn du wissen willst ob wir in die Kiste hüpfen, ja tun wir. Warum auch nicht. Ich hab nach nix und niemandem zu fragen. Und er ist klasse im Bett." Jetzt grinste die Grete, zündete sich ein Zigarette an und lehnte sich in ihrem Stuhl zurück. Sie nahm einen tiefen Zug und beugte sich dann zu Lieschen herüber. "Jedesmal macht er mir übrigens einen Heiratsantrag, den ich immer ablehne. -Du kannst nicht treu sein - sag ich immer. Und er antwortet dann jedesmal: Stimmt, und du kennst mich einfach zu gut. Du würdest jeden Seitensprung sofort merken und mir die Hölle heiß machen.  Du siehst, Lieschen, wir sind uns einig. Und selbst, wenn er es ernst meinen würde, also so richtig ernst. Es wäre unfair. Ich könnte ihn nie so lieben wie Rolf. Und das hätte er einfach nicht verdient."
Grete konnte Lieschens Blick momentan nicht deuten und beschäftige sich deswegen vorerst mit ihrem Stück Marmorkuchen. Mit Sahne. Dann entschloss sie sich doch noch etwas zu sagen. "Und mit dem Rolf, Lieschen, das erzähle ich dir irgendwann mal. Wenn mir danach ist." Grete weiß genau, dass Lieschen damit zurecht kommt. Und keine Fragen stellt, die Grete nicht beantworten will. Es einfach respektiert, dass die Grete darüber nicht reden mag. Nicht jetzt und vielleicht auch nie.
Grete winkte dem Kellner und bestellte für sich ein Glas Wein und für Lieschen eine Cola. Als die Gläser vor ihnen standen, hob die Grete ihr Glas und prostetete mit einem verschmitzten Grinsen dem Lieschen zu." Übrigens, der gelbe Engel. Hätte mein Sohn sein können. Aber einen Knackarsch hatte der, Lieschen. Ich sags dir. Unglaublich."

 
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Dienstag, 15. Oktober 2013

Das Fräulein Gete Meier braucht Viagra

Das Fräulein Grete Meier braucht Viagra

Unbedingt. Jetzt und sofort. Und eine Penisverlängerung. Is klar, ne. Nicht zu vergessen die Hotlinenummer von dieser heißen Blondine mit den Riesentitten. Die braucht sie auch. Gaaaaanz bestimmt.Voll nötig.
Das Fräulein Grete Meier trägt es mit Humor, wenn derartige Emails mal wieder in ihrem Posteingang landen. "Hallo Grete, na wie wäre es mal wieder? So eine kleine Penisverlängerung kann doch nicht schaden. Kann man immer gebrauchen, gelle?" Herr Heinevetter grinste als die Grete gestern Abend diesen Satz in einem herrlich komischen Tonfall hervorbrachte. "Steht das etwa so da?", fragte er dann nach. Grete lachte. "Nee, lieber Herr Nachbar, so natürlich nicht. Aber sie glauben gar nicht, wie die das anpreisen. Ein Marktschreier ist nix dagegen."
Und dann erzählte sie ihm, dass seit kurzem täglich solche Mails bei ihr im Postfach landen. Die meisten werden zwar vom Spamfilter abgefangen, aber seit neuestem arbeiten die "Absender" mit Namen, die nicht auffallen. Daniel Helm, oder Manfred Krause. "Die rutschen dann durch. Und mich nervt es langsam."
Das konnte Herr Heinevetter verstehen. "Ich hab das mal recherchiert. Man kann ruhig eine komische E-Mailadresse haben. Aber einen Namen eintragen lassen, der dann als Absender erscheint. Und im Verwendungszweck steht natürlich auch was völlig Unverfängliches. Trotzdem frage ich mich, Herr Heinevetter, wer sich darauf einlässt. Penisverlängerung. Watten Scheiß! 
Also das Für und Wider eines solchen Eingriffes wollte Herr Heinevetter dann doch lieber nicht mit der Grete diskutieren. Er murmelte was von - "Ich schick ihnen mal meinen Neffen" - und machte dass er wieder in seine Wohnung kam. Der Grete war es recht, denn mittlerweile war es doch ziemlich kalt geworden.

Als die Grete heute aus dem Büro kam stand Herr Heineveter bereits auf dem Balkon und winkte zu ihr herunter. "Ich schick ihnen gleich meinen Neffen rüber, der schaut sich mal die Fie-re-wall auf ihrem Computer an und diesen Spaamfilter." Fierewall, die Grete musste grinsen. Er lernt es wohl nie. 
Grete hat es dann gerade noch geschafft sich umzuziehen und Kaffee aufzusetzen als der Stefan auch schon klingelte. "Na Frau Meier, Probleme mit Viagra?" Und dabei grinste er frech. "Das auch, das auch Stefan, aber mehr noch macht mir die Penisverlängerung Schwierigkeiten. Kennste das Problem auch?", konterte die Grete. Stefan ließ sich einen Kaffee einschenken und nahm die Tasse gleich mit rüber zum PC. "Dann wollen wir mal dem Problemchen zu Leibe rücken. Wer doch gelacht, wenn wir das nicht eindämmen könnten." Zuerst einmal zeigte er der Grete, wie sie solche Mails zuückweisen, also blockieren konnte. "Das hilft aber nur begrenzt", meinte er. "Die haben zigtausende Absenderadressen. Wird eine blockiert, nimmt man die nächste." Grete überlegte kurz. " Und wenn ich mal antworte, dass ich eine Frau bin und kein Viagra und auch keine Penisverlängerung brauche und auch kein Interesse an dicken Titten habe?" Stefan lachte sich halb kaputt. "Ach Frau Meier, als wenn das einer liest. Das ist alles automatisiert. Da nutzt gar nichts. Setzen sie sich in Ruhe mit ihrem Kaffee in die Küche. Ich regel das schon."
Grete ließ sich das nicht zweimal sagen. Aber statt ihren Kaffee zu genießen, machte sie schnell ein paar Schnittchen fertig. Wer arbeitet muss auch essen, sagt sie ja immer. Dann telefonierte sie mit dem Lieschen. Die hatte nämlich gestern schon angerufen. Grete hatte sich aber gerade Badewasser eingelassen und das Telefonat deswegen auf heute verschoben. Das Lieschen wollte doch schlichtweg nur wissen, ob der gelbe Engel der Grete gefallen hat, weil sie so rein gar nichts über den Mann erzählt hat. Wie er aussieht und so. "Sehr verdächtig Grete, sonst erzählste doch auch immer alles haarklein. Also spucks aus, hast du seine Telefonnummer?" Grete kicherte nur und flüsterte ganz leise etwas in den Hörer. "Lauter Grete, ich verstehe dich nicht!" Grete presste ihren Mund ganz dicht an den Hörer. "Geht nicht, der Stefan ist nebenan wegen der Penisverlängerung und dem Viagra. Ich will nicht, dass er hört was ich sage. Ich erzähle dir alles morgen beim Mittwochskaffee."


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Montag, 14. Oktober 2013

Das Fräulein Grete Meier und der Engel mit dem Hammer

Das Fräulein Grete Meier und der Engel mit dem Hammer

Alles war grau gefärbt heute Morgen. Nicht nur der Himmel, sondern auch die Stimmung von der Grete. Dementsprechend lustlos hat sie dann auch ihr Autochen gestartet. Auf dem Weg zur Autobahn musste das Fräulein Grete Meier dann auch noch an jeder Ampel anhalten. Weil Rot. Grüne Welle schien heute außer Kraft gesetzt. Von Ampel zu Ampel steigerte sich Gretes Unlust. Kurz vor der Autobahn muss die Grete einen Bahnübergang überqueren. Als justament die Schranken runtergingen, als sie um die Ecke fuhr, fügte sich die Grete, nun vollkommen frustriert, dennoch ergeben in ihr Schicksal. Sie schaltete den Motor aus und wartete. Aus Erfahrung heraus konnte es hier nämlich länger dauern. Unnötig die Luft verpesten will die Grete nämlich auf keinem Fall. Nach gefühlten zehn Minuten sprangen die Schranken hoch und Gretes Auto nicht mehr an. Sie drehte und drehte am Zündschlüsssel, aber nix. War anfangs noch ein gurgelnder Ton zu hören, ging der irgendwann in ein Krächzen über und nach mehreren Versuchen blieb auch dieses aus. Keinen Mucks gab der Motor von sich, dafür aber die Autos hinter ihr. Oder besser gesagt, deren Fahrzeugführer. Da wurde mehrfach ungeduldig gehupt und die Grete wurde immer nervöser. Entnervt zog sie den Zündschlüssel ab und stieg aus. Mittlerweile hatten die Fahrzeuge hinter ihr begonnen, um sie herum zu fahren. Ein Fahrer zeigte ihr die Stelle, wo der berühmte Vogel sitzt und ein weiterer rief ihr bei runtergedrehter Scheibe zu: "Tanken vergessen? Typisch Frau!" Einzig ein Autofahrer hatte seinen Wagen auf der anderen Seite des Bahnüberganges in einer Parktasche abgestellt und kam zurück. Grete, froh über die angebotenen Hilfe, überhörte geflissentlich, dass auch dieser Mann sie nach dem Füllzustand des Tankes fragte. Da er jedoch nicht locker ließ, nachdem er eine Viertelstunde seine Blicke durch den Motorraum schweifen ließ und hier und da mal zog oder ruckelte,  willigte die Grete ein, dass er mit ihr zur nächsten Tankstelle fährt, um einen Kanister Benzin zu kaufen. "Da kommt kein Sprit hinten an, der Tank ist garantiert leer.Werden se sehen. Bestimmt ist die Tankanzeige defekt. Kann passieren." 
Doch Pustekuchen, auch mit den fünf Litern mehr Benzin im Bauch, grummelte der Wagen noch nicht einmal. "Jetzt bin ich auch überfragt. Am besten rufen sie den ADAC." Die Grete bedankte sich herzlich. Immerhin hatte er versucht zu helfen. Wenn auch mit dem typischen Frauplanlostankenvergessen - Ansatz. Grete rief zuerst im Büro an und dann den ADAC. Erste Frage: "Ist Benzin im Tank?". Grete wurde es langsam zu dumm. Halten die mich alle für verblödet? Aber sie beherrschte sich. Schließlich brauchte sie Hilfe und mit seinen Rettern verscherzt man es sich besser nicht.
Nach einer halben Stunde kam er endlich. Der gelbe Engel aus der Werbung. Aufmerksam hörte er der Grete zu, ließ sie den Wagen starten, der sich bequemte ein krächzendes Geräuch auszuspucken, zog und ruckelte hier und am Motor rum, schloss dies aus und jenes und redete mehr mit sich selber als mit der Grete. Nach fünf Minuten rief er: "Ich habe es", und ging zu seinem Auto. Zurück kam er mit einem Hammer in der Hand. Als er Gretes fassungslosen Blick sah (Hammermörder!), lachte er nur. "Keine Angst, ich tu ihrem Auto nichts. Die Benzinpumpe hängt fest. Das ist ein bekanntes Problemchen bei ihrem Modell. Das hammer gleich." 
Ehe die Grete noch etwas erwidern konnte, schlug der Hammer schon auf. Einmal, zweimal. "So, Jetzt starten sie mal!"
Grete startete und siehe da, das Autochen schnurrte nach kurzem Würgereiz, wie eine Eins. "Damit müssen sie aber in die Werkstatt. Die hängt schnell wieder fest. Aber sie wissen jetzt ja wie es geht. Legen sie sich einfach einen Hammer ins Auto!"
Er zeigt der Grete noch kurz wo sie mit dem Hammer "klopfen" soll, im Falle des Falles, schrieb einen Bericht, ließ die Grete diesen unterschreiben und machte sich dann wieder auf den Weg. Den nächsten Unglücksraben retten.
Die Grete rettete sich erstmal ins Auto und dann ins Büro. Da der Chef sicher schon wartete, machte sie sofort Kaffee und brachte ihm eine Tasse. "Na Frau Meier, vergessen zu tanken?"

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Sonntag, 13. Oktober 2013

Von Luftballons und 2,4 Promille



Von Luftballons und  2,4 Promille


Das Fräulein Grete Meier zittert. Am ganzen Körper. Immer noch. Und dabei hatte der Tag so gut angefangen.

Punkt elf hat sich die Grete mit Herrn Heinevetter, der Frau Korters und den Hebers vor der Haustür getroffen. Gemeinsam wollten sie zum alljährlich stattfindenden Straßenfest aufbrechen. Eigentlich wollte der Herr Wenig auch mitkommen, aber da er in letzter Minute gestern noch für einen erkrankten Kollegen den Nachtdienst übernehmen musste, brauchte er erst mal Schlaf. "Ich komme dann nach, Frau Meier. Ganz bestimmt."

Stolz schob die Grete den Kinderwagen mit Luis vor sich her. Der quiekte vergnügt vor sich hin, während die Erwachsenen fröhlich plauderten. Die Straße war abgesperrt, rechts und links gab es Stände mit allerlei Krimskram, unterbrochen von Buden mit köstlichen Leckereien. Die Gruppe blieb ab und an mal stehen um sich dies und das mit begleitenden Ahs und Ohs anzuschauen, oder um etwas zu essen. Das Straßenfest wird von den ansässigen Geschäften organisiert und von vielen Anwohnern unterstützt. Jeder der was anzubieten hat, sei es Getränke oder Speisen, Handarbeiten oder Bücher und Hausrat, darf das an diesem Tag tun. Ob am Straßenrand oder in einer Einfahrt oder Garage. Trotz strenger Auflagen der Stadt, was die Hygiene betrifft, gelingt es jedes Jahr wieder, das Fest auf die Beine zu stellen. Sogar ein kleines Kinderkarussell gab es. Drei Runden ist die Grete mit Luis auf dem Schoß gefahren. Eingequetscht in ein Feuerwehrauto. Danach gab es für den Luis ein kleines Bockwürstchen und die anderen labten sich an frischer Pizza. Grete gönnte sich ein Glas Wein im Stehen, die Frau Korters einen Schnaps, während die anderen jeder ein Bier tranken.

Mittlerweile war es auch schon Zeit für den Höhepunkt des Festes. An der großen Bushaltestelle stand ein LKW-Anhänger aus dem pausenlos Musik dröhnte. Eine gute Mischung aus moderner  und Schunkelmusik. Der DJ ergriff das Mikrofon und kündigte die Aktion unter dem Jubel der Zuschauer an. Jeder der wollte konnte sich nun einen Luftballon, der mit Helium gefüllt war, am LKW abholen. Dazu wurde eine Karte gereicht, die mit Name und einem netten Gruß an den Finder versehen wurde. Nachdem alle Luftballons ausgegeben waren kam der Countdown. Bei Null ließen alle die Ballons in den Himmel steigen. Alle Karten, die von den Findern in den nächsten vier Wochen zurückgesendet werden, kommen in eine Lostrommel. Hauptpreis ist immer ein schöner Fresskorb. Aber darum geht es im Grunde nicht. So viele Luftballons am Horizont, das gibt einfach ein schönes friedliches Bild ab. Luis passte das allerdings nicht. Er schrie und weinte seinem Luftballon hinterher. Solange, bis Herr Heber einen neuen organisiert hat. Nicht so bunt und ohne Helium, aber das war Luis egal. Er gluckste zufrieden. Man schlenderte weiter, vorbei an Bierbuden und einem Weinausschank  und blieb an einem Kuchenstand hängen. Kuchen zieht die Grete ja magisch an. Vor allem Apfelkuchen mit Zimt. Die Stimmung war so ausgelassen, dass Herr Heinevetter mit der Frau Korters ein Tänzchen wagte. Zum Schneewalzer. Grete lachte sich kaputt. Vor lauter Lacherei bemerkte sie erst spät, dass etwas nicht in Ordnung war. Irgendwas war an der Bierbude im Gange. Leute schrien und es herrschte ein großes Durcheinander.  Herr Heber war schon in Richtung der Bude unterwegs. Die Grete drückte ihren Apfelkuchen der verdutzten Frau Korters in die Hand und eilte ihm nach. Sie drängelte sich durch die Mange, die einen Kreis gebildet hatte. Mittendrin lag ein etwas 14-Jähriges Mädchen auf dem Boden. Herr Heber kniete über dem Mädchen und brachte sie in die stabile Seitenlage. Sturzbesoffen - hörte die Grete und - Ist einfach umgekipptRuf doch mal einer den Notarzt. Grete fackelte nicht lange und nahm die Beine in die Hand. Sie klingelte Sturm bei Klaus Wenig. Der öffnete verschlafen die Tür.  "Sofort mitkommen!", bestimmte die Grete. "Junges Ding, wahrscheinlich Alkoholvergiftung. Nicht ansprechbar." Klaus Wenig reagierte sofort. Schnappte sich seinen Notfallkoffer und eilte im T-Shirt und Schlafshorts der Grete nach. Zehn Minuten später kam dann auch endlich der Rettungswagen. Klaus Wenig begleitete das Rettungsteam ins Krankenhaus. Grete und den anderen war es nicht mehr nach Feiern zumute. Völlig erstarrt und in sich gekehrt gingen sie nach Hause. "Verdammt!", sagte die Grete noch zu Herrn Heinevetter an der Tür. "Wer zum Teufel gibt Minderjährigen Alkohol? Dem sollte man die Hände abhacken!"

Herr Heinevetter schüttelte nur den Kopf. "Schlechte Welt, Frau Meier, schlechte Welt."

Gegen Abend hat der Klaus Wenig noch bei Grete geklingelt. "Alles wieder gut. Die Kleine hat nochmal Glück gehabt. Aber stellen sie sich vor, 2,4 Promille hat der Alkoholtest ergeben. Die muss nicht nur Bier, sonder auch Härteres getrunken haben. Wir haben ihr den Magen auspumpen müssen, um Schlimmeres zu verhindern. Die Eltern waren auch auf dem Fest, haben aber angeblich nichts mitbekommen. Na, ich weiß nicht so recht. Was sind denn das für Eltern?"

Was das für Eltern sind, darüber wollte die Grete erst gar nicht nachdenken. Das würde ihr Blutdruck heute auf keinen Fall mehr mitmachen.




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