Montag, 21. Oktober 2013

Das Fräulein Grete Meier und die Horrorfliege

 Das Fräulein Grete Meier und die Horrorfliege

Unausgeschlafen war das Fräulein Grete Meier heute. Aber sowas von. Und das, obwohl sie gestern schon früh in den Federn lag. Das macht sie ganz gerne, wenn sie gemütlich lesen möchte.
Grete schiebt sich dann zwei dicke Kissen in den Rücken, damit sie es schön bequem hat, dreht sogar die Heizung wenn nötig etwas auf, stellt noch eine Kanne Tee auf den Nachttisch und versinkt mit der Nasenspitze in der Bücherwelt. Momentan bevorzugt sie Thriller und Krimis. Eine zeiltlang waren es Liebesromane, dann Südstaatenromane,  Biografien und bevor die Krimis in Gretes Leben traten Dokumentationen über den zweiten Weltkrieg. Früher, als junges Mädel, war sie stolz auf ihre Konsaliksammlung gewesen. Einzig "Der Arzt von Stalingrad" hat alle Zeiten und Umzüge überlebt. Grete gehört definitiv zu den Nochmal-Lesern. Das heißt, Lieblingsbücher werden immer mal wieder hervorgeholt in Abständen von einigen Jahren und nochmal gelesen. Und wenn der Grete danach ist, auch ein drittes und viertes mal.
Grete war schon mehr als eine halbe Stunde in ihren Thriller vertieft, als sie es hörte. Das Unverkennbare Summen und Brummen einer Fliege. Fliegen und Mücken, nachts im Schlafzimmer von der Grete. Das geht gar nicht. Erst recht nicht, wenn sie liest. Das macht die Grete kirre. Zumal die Biester ja meist um die Nachttischlampe herumschwirren. Und dagegen fliegen. Horror ist das für Grete. Purer Horror. Also legte sie sofort das Buch aus der Hand, schnappte sich einen  Zeitschrift vom Nachttisch und machte sich auf die Jagd. Klatsch - nicht getroffen. Patsch - daneben. Klatschpatsch - getroffen. Die Fliege fiel von der Wand auf den Boden, nur um sich nach einigen Sekunden wieder surrend richtig Lampe zu begeben. Grete scheuchte sie wieder auf. Auf die Lampe schlagen wollte sie nämlich nicht. Die Fliege machte es sich auf der Wand hinter Gretes Bett bequem und putzte sich. Grete holte aus und schlug zu. Mit aller Kraft. Erwischt, dachte sie, als die Fliege fiel. Direkt auf Gretes Bett. So sehr die Grete auch suchte, sie konnte die tote Fliege nicht finden. Weder im Bett, noch auf dem Boden daneben. Da aber alles ruhig blieb, widmete sich die Grete wieder ihrem Buch. Gegen dreiundzwanzig Uhr konnte auch die spannendste Stelle im Buch Gretes Müdigkeit nicht mehr vertreiben. Sie schlug das Buch zu, schlüpfte nochmal ins Bad und kuschelte sich in die Kissen. Kaum hatte für ein Weilchen die Augen zu: "Bsssst, Bsssst". Zuerst glaubte die Grete an einen Traum. "Bsssst, Bsssst". Grete setzte sich auf. Totenstille. Noch eine Fliege? Grete machte das Licht an. Nichts zu sehen. Nichts zu hören. Licht also wieder aus und wieder hinlegen. "Bsssst, Bsssst" Das kann doch nicht wahr sein. Licht an. Lauschen. Nichts. Kein Laut war zu hören, kein Biest zu sehen. Langsam zweifelte die Grete an ihrem Verstand. Sie legte sich wieder hin, ließ aber diesmal das Licht an. Keine Minute später "Bsssst, Bsssst".
Grete schoss in die Höhe. Doch so sehr sie auch mit ihren Augen die Wände im Schein der Nachttischlampe absuchte, es gab nichts zu finden. Grete wurde regelrecht panisch.Vorsichtshalber blieb sie für zehn Minuten aufrecht sitzen. Dann übermannte sie die Müdigkeit. Sie klopfte sich die Kissen zurecht und bettete ihren Kopf darauf. Licht aus. Grete atmete auf. Es blieb still. Langsam dämmerte sie in die Traumwelt hinüber. "Bsssst, Bsssst" Grete zwang sich liegenzubleiben. "Bsssst, Bsssst" Und jetzt hörte es die Grete ganz deutlich. "Bsssst, Bsssst" Das war doch ... das kam doch ... das ist doch ... "Bsssst, Bsssst" direkt unter ihrem rechten Ohr. Das wird doch wohl nicht ... ?
Grete setzte sich auf, schnappte sich die Nachttischlampe, schaltete sie ein und beleuchtete ihr Kopfkissen. Nichts. Vorsichtig hob sie das Kissen an. Und da lag sie. Die Fliege von vorhin. Auf dem zweiten Kopfkissen. Und lebte. Mehr oder weniger. Grete schüttelte sich vor Ekel. Griff nach der Zeitung und machte der Fliege endgültig den Garaus. Kein Wunder, dachte sie, dass ich sie nicht finden konnte. Sie ist vorhin zwischen die zwei Kissen gefallen. Da Grete sich aber wirklich vor Fliegen ekelt, musste sie natürlich aufstehen und die Kopfkissen neu beziehen. Und das andere Bettzeug gleich mit. Man könnte ja meinen, dass die Grete nun endlich schlafen konnte. Aber weit gefehlt. Zu tief saß die Angst vor einer erneuten Fliegenattacke. Statt zu schlafen lauschte sie noch stundenlang ins Dunkel, bevor ihr dann doch die Augen zufielen. Und dann träumte sie. Von riesenhaften Fliegen, die auf ihrem Bett sitzen und nur eines im Sinn haben. Warten. Warten auf das Fräulein Grete Meier. "Bsssst, Bsssst"





Was Lieschen dazu sagt, könnt ihr hier lesen ---> KLICK

Doppelt geblogg hält besser - Das Ebook zu den Blogs - Kostenlos HIER

Kommentare:

  1. oh...und sie hatte es sich so schön gemütlich gemacht und dann die olle sumse. mir ging es ähnlich. ich war jedoch auf mückenjagd, auch ne olle sumse :-(
    LG und ein ruhiges nächtle, grete

    AntwortenLöschen
  2. also....ich kann auch keine Fliegen leiden. Aber ich kann sie leider auch nicht töten. Es sit mehr als nervig, wenn Fliegen oder Schnaken einem um die Ohren fliegen. Hoffentlich hast du heute eine ruhigere Nacht und kannst richtig Schlafen. Ohne wüste Träume!
    Einen schönen Abend wünscht Dir
    Irmi

    AntwortenLöschen
  3. Wer kennt das nicht - ich lese heute später, da ich mir gemütlich Verdis letzte Oper angeschaut habe - Falstaff - aber ich freue mich täglich auf die Beiträge vom Lieschen und der Grete.
    Gerade der Altag ist es doch, der uns so oft zu schaffen macht und hier wird er uns so trefflich vorgeführt, so dass man doch viele Dinge mit Humor nehmen kann.

    Ich mache das Licht aus und schon surren Mücken um mich herum. Ich weiß genau, dass sie von meinem Blute naschen, was eigentlich nicht schlimm wäre, wenn es nicht so jucken würde. Fliegen liebe ich immer besonders, wenn sie mich morgens - ich kann ausschlafen - nerven. Sie sitzen im Gesicht, auf der Hand oder am Po. Entnervt ziehe ich mir die Bettdecke über den Kopf und schwitze erbärmlich. Das freut die Fliegen noch mehr lach....

    Ach, es ist doch herrlich, dass es der lieben Grete nicht anders geht. Schlaf gut. Geli

    AntwortenLöschen

Da freut sich die Grete aber, dass du was zu sagen hast ...