Mittwoch, 17. Dezember 2014

Gretes Senf am Mittwoch (17.12.14)

Gretes Senf am Mittwoch (17.12.14)  

Kling Glöckchen klingelingeling ... na, klingelt es auch bei euch? Alles schon im Sack oder wart ihr heute auch im Supermarkt und konntet nur noch die Restweihnachtssüßigkeiten (also die, die so enorm teuer sind) ergattern, weil die Regale der unteren Euroschichten euch bereits entgegen gähnten? Nämlich leer. Ja? Habe ichs doch gewusst! Ich hab euch ja am 1.Oktober bereits darauf hingewiesen, dass es nur noch 83 Tage bis Heiligabend sind und wir uns dann wieder sprechen werden. Heute ist Tag 78. Nur noch 5 Tage bis zum Countdown. 5 Tage noch und die halbe Welt spielt bereits verrückt. Ob in der Bahn, an der Haltestelle, im Büro oder sonstewo ...es gibt nur ein Thema. Geschenke! Wo und wie man wohl am besten noch dieses oder jenes bekommt.  Am besten noch billig und bereits verpackt. Denn  Verpacken kostet Zeit und die hat man ja nun nicht mehr.
In den Geschäften ist es noch schlimmer. Chaos steht ab sofort ganz groß auf der Tagesordnung. Sämtliche VerkaüferInnen werden morgens bereits mental eingestimmt. Chaka Chaka ... wie gehe ich mit der Meute um. Am besten .. ab und an kurz nicken und ansonsten jedwegen suchenden Augen aus dem Weg gehen. Sowas nennt man ... die eigene Haut retten. Nee ehrlich, ich möchte ab heute in der Haut keines VerkäufersIn stecken.

Wie sie haben keine Superbarbie mehr, die mit den Flügeln? Aber ich brauch die doch. Unbedingt. Sonst ist Weihnachten gelaufen. Was meinense was meine Tochter für einen Terror macht, wenn dieses geflügelte Ding nicht unter dem Weihnachtsbaum liegt! Wie jetzt, da hätte ich früher kommen sollen. Es sind doch noch 5 Tage!

Einige mögen sich jetzt in die Hände reiben. Die lassen sich auf diesen Stress ja gar nicht erst ein. 5 Tage? Ein Klacks. Gibt doch amazon! Heute bestellt und morgen geliefert. Mach ich ganz in Ruhe am Wochenende. Hah ..zu früh gefreut. Denn bei amazon wird gestreikt. Und das natürlich ausgerechnet jetzt, so kurz vorm Fest (5 Tage!)... ich lach mich schlapp ... nicht dass Weihnachten noch deswegen verlegt werden muss.

Ich seh schon die Schlagzeile:  WIR SIND AMAZON(Mitarbeiter) oder  BILD HILFT und verschiebt das Weihnachtsfest .. 

So, ich muss hier jetzt shcließen. Schließlich sind es nur noch 5 Tage. Der Countdown läuft. Gnadenlos. Und ich muss noch Karten basteln, Geschenkpapier kaufen und Kerzen für den Weihnachtsbaum ( diese tollen ohne Kabel ) habe ich auch noch nicht. Ah herrjeh ... der Baum. Den muss ich natürlich auch noch besorgen ... Was fürn Stress ..

In diesem Sinne  ...
euch allen da draußen friedvolle Weihnachten.
Macht euch keinen Kopp, dafür aber ein paar schöne Tage.

In 2015 lesen wir uns wieder ... und haben dann ja wieder jede Menge Zeit alles perfekt zu planen. Denn eines ist gewiss ... Weihnachten kommt wieder, wie jedes Jahr zur gleichen Zeit.  

Gruß vonner Grete 




Dienstag, 16. Dezember 2014

Von Glühweinleichen und einem freudigen Ereignis

Von Glühweinleichen und einem freudigen Ereignis

Das Fräulein Grete Meier zuckte zusammen als urplötzlich Susi vor ihrem Schreibtisch stand. Ganz in Selbstmitleid versunken, hatte die Grete das Öffnen der Bürotür komplett überhört. Jegliche Nervenfaser schaltete in Sekunden auf eines. ABWEHR!
Dementsprechend grantig klang auch ihre Stimme. "Was is nu schon wieder! Hat man denn niemals Ruhe hier in diesem Büro?" Grete rieb sich ihre schmerzenden Schläfen. Was würde sie jetzt alles für ein Bett und eine Kopfschmerztablette geben ...
Susi öffnete den Mund, nur um ihn gleich darauf wieder zuzuklappen. Das schien ihr wohl ratsamer angesichts Gretes Laune. "Dann eben nicht!", brachte sie dann doch noch heraus, bevor sie sich umdrehte und fluchtartig das Vorzimmer verließ. "Scheiß was drauf!"
Ärgerlich sah Grete ihr hinterher. Doch bevor sie sich über den Ton von Susi weiter aufregen konnte, klingelte das Telefon. 
Grete fertigte den Kunden gezwungenermaßen freundlich ab und widmetet sich dann wieder hingebungsvoll ihrem Selbstmitleidsbad. Der Sekt im Büro, dann Weihnachtsmarkt, Glühwein ... Grete war es todschlecht. Erst als der Chef im Türrahmen erschien, ebenfalls mit Leichenbittermiene und ebenso unausgeschlafen wie die Grete, riss sie sich etwas zusammen. "Kaffee, Frau Meier ... stark .. und bitte, bitte, besorgen sie mir doch Kopfschmerztabletten." Sprachs und verschwand in seinem Büro.
Grete seufzte. Nun, immerhin stand sie mit ihrem Glühweinkater nicht alleine da. Der war aber auch zu lecker gewesen. So schön süß ... Grete drehte sich der Magen um. Gerade noch so schaffte sie es auf die Toilette.

"Echt jetzt, Frau Meier, sie haben gekotzt?" Herr Heinevetter grinste wie ein Schuljunge. Grete sah ihn strafend an, während sie ihm eine Tasse Tee eingoss. "Na und? Kommt in den besten Familien vor. Aber das wollte ich ihnen ja auch gar nicht erzählen."
Herr Heinevetter griff nach einem von Gretes selbstgebackenen Zimtsternen. "Was kommt denn noch? Hmmm ... lecker! Hat der Chef auch die Schüssel geküsst?"
"Soweit kommts noch!" Die Grete lachte. "Nee, nicht der Chef. Die Susi! Na, klickts bei ihnen?" Erwartungvoll beugte sich die Grete zu ihm herüber. Allerdings blickte ihr nur absolutes Nichtverstehen entgegen aus Herrn Heinevetters Gesicht. 
"Susi? Kotzen?", versuchte sie es noch einmal. 
Herr Heinevetter schüttelte den Kopf. "Was issen daran jetzt so merkwürdig. Die war doch auch mit auf dem Weihnachtsmarkt. Und die jungen Leute trinken doch auch ganz gerne mal einen über den Durst. Ist doch nix Neues. Also, ich könnte ihn da Geschichten erzählen ..."
Die Grete unterbrach ihn. "Genau das isses doch. Die Susi hat nichts getrunken. Also etwas schon. Wasser und Apfelsaft. Nur eben keinen Glühwein. Hatte mich gestern abend schon etwas gewundert, aber in dem ganzen Trubel ... "
"Na, vielleicht hat se was falsches gegessen. Was man da alles so hört. Ich könnte ihnen da Geschichten erzählen ..."
Wieder unterbrach ihn die Grete. "Papperlapapp, mit dem Essen war alles in Ordnung. Ganz bestimmt." So langsam wurde die Grete ungeduldig. "Sie sind heute aber wirklich schwer von Begriff. Nochmal von vorne. Susi, Kotzen ... na klingelts jetzt endlich?"
Immer noch völlige Verständnislosigkeit bei Herrn Heinevetter. Er zuckte mit den Schultern. "Nu sagense doch schon, was mit dem armen Ding los ist?"
Vor soviel Unwissenheit musste die Grete sich erstmal ein Zigarette anstecken. Männer, dachte sie. Typisch. Genüsslich zog sie an ihrer Zigarette und blies den Rauch theatralisch in die Luft. Dann platzte es aus ihr heraus. "Schwanger isse, unsere Susi. Im August kommt das Kindchen. Na, was sagense dazu?"
Herr Heinevetter sagte erstmal für eine Weile gar nichts. Er sah die Grete nur durchdringend an. "Und das wollte sie ihnen wohl erzählen, heute morgen im Büro? Und sie habense verscheucht? Die arme Susi, schwanger, so kurz vor der Abschlussprüfung."
Grete senkte den Kopf. "Wo ich do so Kopfschmerzen hatte", versuchte sie sich zu verteidigen. Aber im Grunde wusste sie genau, dass Herr Heinvetter nicht ganz unrecht hat.
Wenn sie so darüber nachdachte, war die Susi die ganze letzte Woche über außergewöhnlich still gewesen. Doch in der Firma geht es vor Weihnachten meist drunter und drüber und die Grete hatte überhaupt keine Zeit gehabt, sich Gedanken darüber zu machen.
"Ein glücklicher Zeitpunkt ist es ja nun wirklich nicht. Die Susi hat auch ganz schön geweint, als sie es mir dann erzählt hat. Ihr größtes Problem war allerdings der Simon, dem hatte sie nämlich noch nichts gesagt. Weil sie Angst hatte, wie er reagieren würde. Schließlich ist er ja auch noch nicht mit der Ausbildung fertig. Mädchen habe ich gesgat, Mädchen, nix wird so heiß gegessen wie Muttern es gekocht hat. Und zu so nem Baby gehören immer zwei. Also eben auch der Simon. Und jetzt trockneste dir die Tränen und dann gehste zum Simon und sagst ihm, dass er bald Windeln wechseln darf. Du wirst sehn, hab ich gesagt, der freut sich nen Loch innen Bauch. Und alles andere, das regeln wir in Ruhe nach den Feiertagen. Den Chef überlass mal mir. Jawoll, das habe ich der Susi gesagt."
"Und?" Vor lauter Aufregung zerkrümelte Herr Heinevetter eines von Gretes kostbaren Zimtsternen. Großzügig sah Grete darüber hinweg. "Und ... und ...natürlich hat sich der Simon gefreut. Ein Honigkuchenpferd war gar nichts dagegen. Und das mit dem Chef ... na, das kann warten bis nächstes Jahr. Schließlich kommt son Baby ja auch nicht über Nacht. Und von gestern is der Chef ja nun auch nicht!"






  



Mittwoch, 10. Dezember 2014

Gretes Senf am Mitwoch (10.12.14)

Gretes Senf am Mitwoch (10.12.14) 

Hat er nun, oder hat er nicht? Im Grunde ist es egal. Etwas bleibt immer hängen. Auch bei Karl Dall. So wie damals beim Wetterfrosch Kachelmann. Ganz ehrlich, niemals nie nicht möchte ich in so eine Situation geraten. Auch nicht in einer weniger brisanten Angelegenheit. Aussage gegen Aussage ist immer Driss. Und Driss ist unschön. 
Unschön ist auch, wie das Ganze mal wieder von der Presse ausgeschlachtet wird. Sex sells. Egal in welcher Form. 
Apropos Form. Bestform würde ich sogar dazu sagen. Wer? Na unser Heino ... hab eben das Promovideo zu seiner neuen CD gesehen. Alter Schwede, der rockt sogar den blauen Enzian. Hut ab vor so viel Coolness. 
Weniger cool, besser gesagt total uncool und vollkommen unnötig finde ich momentan die ganzen Demos. Ausländerfeindlichkeit und Rechtextremismus wohin man sieht. Das etwas an unserer Asylantenpolitik, neben anderen Themen wie Hartz4 und Bildung,  getan werden muss , steht für mich völlig außer Frage. Nur ist diese Richtung ganz bestimmt nicht  förderlich für Integration. 
Und dann noch das hier: Deutschpflicht! Liebe CSU, ihr habt wohl den Knall noch nicht gehört? Tonne auf - CSU rein ... Deckel zu ... Affe (Singhammer) (mund)-tot.

Ansonsten rauscht es ja wenig im Blätterwald. Nur der übliche Wahnsinn. 
Na, noch ein paar Tage, dann wird es garantiert friedlicher. Denn es ist ja bald Weihnachten. Dann fährt er wieder. Der Friede-Freude-Eierkuchen-Zug. Und alle Medien springen auf. Dann gibt es für drei Tage keinen Krieg mehr, kein Leid und auch keinen Vergewaltigungsskandal. Wird alles in die unterste Schublade geschoben. Und erst wieder nach dem Fest der Liebe hervorgekramt und unters Volk geschmissen. Dann aber mit Schmackes. Wir brauchen das eben. Oder nicht??

Gruß vonner Grete




Dienstag, 9. Dezember 2014

Das Fräulein Grete Meier wird sentimental

Das Fräulein Grete Meier wird sentimental 

Das Fräulein Grete Meier saß in ihrer Küche vor einer Tasse Lieschentee. Und schniefte. Laut. Ganz in ihrem Kummer versunken, häufte sie einen Löffel Zucker nach dem anderen in die Tasse. Erst als der Tee überschwappte und sich über der Weihnachtstischdecke ergoss, reagierte sie. Mit Schniefen. Noch lauter. Es dauerte nur ein paar Sekunden, dann lösten sich die Tränen. Grete weinte und weinte. Warum wusste sie selber nicht so genau. Wollte es auch eigentlich gar nicht wissen. Einfach nur weinen wollte sie. Sich ausheulen. Aber so richtig.
Grete schob die Tasse beiseite, legte ihren rechten Arm auf den Tisch, den Kopf in das Dreieck hinein und schluchzte was das Zeug hielt. Ganze 10 Minuten verharrte sie in dieser Position. Dann verebbte das Weinen langsam und die Grete richtete sich wieder auf. Sie wischte sich die Tränen vom Gesicht und griff nach einer Zigarette. Bist schon ne dumme Pute, dachte sie, während sie sich die Zigarette anzündete. Statt dich zu freuen, heulste hier rum. Ihr Blick fiel auf das Adventsgesteck auf dem Tisch und langsam stahl sich ein kleines Lächeln in ihre Mundwinkel. "Lieschen, Lieschen", sagte sie laut. "Wenn de das jetzt hier sehen könntest, du würdest mir das Gesteck um die Ohren hauen. Aber sowas von!"
Grete streckte ihe Hand aus und griff nach der bunten Karte, die sie vorhin in das adventliche geschmückte Grün gesteckt hatte. Sie betrachtete die bunte Vorderseite, drehte die Karte langsam um und las wohl zum hundersten Mal heute, was das Lieschen ihr geschrieben hat. Wieder kamen ihr die Tränen, aber diesmal schluckte sie sie tapfer hinunter. Ein Freude hat ihr das Lieschen doch damit machen wollen, mit diesem Gruß aus Burano, und ganz sicher nicht gewollt, dass sie hier wie ein Häufchen Elend sitzt.
"Ach Lieschen", seufzte die Grete. "Natürlich freue ich mich über die Karte. Gerade wo ich doch weiß, dass du nicht so gerne schreibst. Aber weisste, ich hab schon seit Tagen so sentimentale Anwandlungen und deine Karte war der berühmte Tropfen .." Grete stockte kurz, dann redete sie weiter. "Ich weiß nicht mal genau, warum. Wo ich doch im Grunde alles habe. Guter Job, liebe Kollegen, Tante Heidi und Onkel Günther und natürlich all meine Freunde hier im Haus. Ich muss noch nicht mal Angst haben, den Heiligabend alleine zu verbringen. Trotzdem fehlste mir. Und meine Eltern, und ach überhaupt ...Lieschen, das verstehste doch, oder?"
Auch wenn von der Karte keine Antwort kam, die Grete wusste genau, dass Lieschen alles versteht. Zumindest, und jetzt kicherte die Grete, würde sie so tun, als ob sie dafür Verständnis hätte. So wie es sich eben für Freundinnen gehört. Und dann, nach einer Weile, würde sie behutsam anfangen der Grete auf den Zahn zu fühlen. Dann hätte sie ganz sicher herausgefunden, dass sich die Grete doch so manches Mal einsam fühlt. Und dass sie sich Sorgen um die Gesundheit von Onkel Günther macht, dem man das Alter in letzter Zeit doch schon sehr ansieht. Lieschen hätte dann weiter gebohrt, bis Grete ihr erzählt hätte, dass ihr die vielen Überstunden zu schaffen machen und der Arzt mit ihrem Blutdruck so ganz und gar nicht zufrieden ist. Und dann, ja dann hätte sie der Grete den Kopf gewaschen. Ganz sanft und dennoch energisch. Und der Grete geraten, mal mehr an sich, als immer an andere zu denken. Ja, das hätte das Lieschen getan. 
Und die Grete wäre dann später, wenn das Lieschen längst wieder bei ihrem Hermann wäre, in sich gegangen und hätte über all das nachgedacht, was das Lieschen ihr gesagt hat. Die Schultern hätte die Grete gestrafft, tief durchgeatmet und gleich wäre es ihr viel besser gegangen. 
Und genau das tat die Grete jetzt. Tief durchatmen, die Schultern straffen und sich neuen Tee eingießen. Die Karte aus Burano wanderte wieder an ihren Platz zurück. Liebevoll zupfte die Grete die Tannenzweige wieder zurecht. Zufrieden mit sich und der Welt lehnte sie sich zurück und schloss die Augen. Mittwochnachmittag, dampfender Kaffee, Apfelkuchen und das Lieschen. Glücksgefühle schwappten in Grete hoch. Hach, wie herrlich sind doch solch schöne Erinnerungen. Mehr wert als alles Gold der Erde.
 





Mittwoch, 3. Dezember 2014

Gretes Senf am Mittwoch (03.12.14)

Gretes Senf am Mittwoch (03.12.14)

Ich reg mich nicht auf. Nein - ganz bestimmt nicht. Ich tu einfach so, als ob mich das alles nichts angeht. Nicht die Bohne. Geht doch ... nein, geht eben nicht.
Neulich in der Bahn (mir kommt jetzt noch die Galle hoch!), sitzt mir ein Mann gegenüber. So schätzungsweise Mitte dreissig. Gepflegtes Erscheinungsbild. Neben ihm eine ältere Dame, die schon seit einiger Zeit, sichtlich verzweifelt, in ihrer riesigen Handtasche nach ihrem Fahrschein sucht. Ich mache es kurz. Der Mann konnte augenscheinlich die Verzweiflung der Dame nicht nachvollziehen. Er würde niemals einen Fahrschein ziehen, tönte er doch recht laut. Dann folgte eine Schimpfkanonade auf die Bahn und auf die öffentlichen Verkehrsmittel überhaupt. Alles überteuert, nur Abzocke, nie pünktlich, entweder zu kalt oder zu warm usw. Zu guter Letzt rechnete er der Dame und mittlerweile allen anderen Zuhörern vor, wieviel er im Jahr sparen würde. "Und wenn sie mal erwischt werden?", wagte die erstaunt lauschende Dame zu fragen. 
Der gute Herr winkte ab. "Na und? Ich werde ca. 3 mal im Jahr erwischt. Dann zahle ich eben die 40 Euro Strafe. Das kann ich mir doch leisten! Mach ich aus der Portokasse. Hab ich immer noch jede Menge Geld gespart. Neee, ich bin doch nicht blöd. Kommt doch eh alle Jubeljahre nur eine Kontrolle!" Ich war baff. Und es ging noch weiter. Überall werde man schließlich abgezockt. Beim Friseur, bei den Banken (beim Wort Kontoführungsgebühren überschlug sich seine Stimme), vom Staat und Finanzamt ( Scheiß Soli, die Ossis haben doch genug Geld) , beim Einkaufen (20 Cent für so eine Driss Plastiktüte) usw. der hörte gar nicht mehr auf zu meckern. "Trinkgeld, kriegt von mir keiner! Schließlich arbeite ich hart für mein Geld. Da kann ich auch was erwarten!"
Gut, dass ich nach diesem Satz aussteigen musste. Ich hätte wahrscheinlich sonst meine allererste Anzeige wegen Körperverletzung am Hals. 
Echt jetzt, der arbeitet? Ja um Gottes Willen, was machen denn die anderen? Die FrieseureInnen, die BänkerInnen, die KassierInnen beim Supermarkt??? Ach ja, hab ich vergessen. Die leisten eine Art Sozialbeitrag, damit der feine Herr frisch frisiert die Dienstleistungen anderer genießen kann. Kostenlos natürlich. Ohne Steuern zu zahlen.
Nee, ich will mich jetzt nicht aufregen. Nur kotzen. Diese Geiz ist geil-Mentalität geht mir auf die Eier ( wenn ich denn welche hätte!).
Ohne Steuern würde hier nichts laufen. Gar nichts. Keine Bahn, kein Bus, kein Auto auf irgendeiner Straße. Die gäbe es nämlich nicht, wer sollte sie denn auch bauen. Und auch sonst gäbe Deutschland ein ziemlich marodes Bild ab. Ich will mich jetzt hier nicht für irgendwelche Steuerpläne stark machen. Wieviel Steuern, welche Steuern, wie hoch und warum ... das steh mir nicht zu. Ich bin kein Wirtschaftsexperte. Doch reicht mein gesunder Menschenverstand durchaus aus, um zu beurteilen, dass es ohne eben nicht geht.
Und ja, ich hole mir eine Fahrkarte, wenn ich diese Dienstleistung nutzen möchte. Und ich zahle gerne dafür, dass mein Kopf nicht nach Kraut und Rüben aussieht. Ich zahle auch ohne zu Meckern Kontoführungsgebühren, weil ich eine persönliche Beratung bevorzuge. Ich gebe Trinkgeld, wenn das Essen lecker war und die Bedienung freundlich. Und, weil ich meinen Einkaufskorb ständig vergesse, bezahle ich auch für die Plastiktüte. Wer das nicht will, soll eben an seinen Korb denken oder sich die Haare selber schneiden. 
Das Zauberwort heißt DIENSTLEISTUNG". Und wie das Wort schon sagt. Es wird eine Leistung erbracht, die honoriert werden muss.
Die Bahn tut mir echt leid. Statistiken bestätigen leider die Denkweise dieses Herrn. Er ist nämlich mit seiner Ansicht nicht allein auf weiter Flur. Leider! Durch solche Menschen entsteht der Bahn ein Schaden in Millionenhöhe jährlich. Und wer zahlt im Endeffekt für solch krude Meinungen? Wir, die anständigen Fahrkartenzieher. 
Hach ... ich könnte ... aber sowas von ...

Gruß  vonner Grete 












Dienstag, 2. Dezember 2014

Außer der Reihe - Unverhofft könnte öfter mal kommen


Außer der Reihe - Unverhofft könnte öfter mal kommen

So viele Überraschungen in den letzten Tagen ... und vor allem keine bösen. Nicht nur, dass meine "Mäuseweihnachten" sich seit Erscheinen unter den TOP 20 der Gratis-Ebooks bei amazon befinden. Nein, auch die Rezensionen können sich sehen lassen. Und dann fand ich gestern auch noch dieses wunderbare Video im Netz. 



Ich bin vollkommen geplättet. Und glücklich. Und überhaupt ... 

Aber, das war noch nicht alles. Am Samstag fand ich eine Karte in meinem Briefkasten. Ein Paket sei abzuholen. Ich war etwas irritiert, denn ich hatte nichts bestellt. Bin dann auch Zeitgründen auch heute erst zum Postamt gekommen. Voilá .. ein Riesenpaket. Natürlich sagte mir die Absenderin etwas. Dennoch ... ich konnte mir nicht erklären, warum sie mich mit einem Paket bedacht hatte. Zuhause angekommen, habe ich Tasche und Mantel in die Ecke geschmissen und das Ding geöffnet. Nee, was für eine Freude.
Da habe ich doch glatt bei der lieben Martina die Blogverlosung gewonnen! Wo ich doch nie nicht nie etwas gewinne.
Und nix mitgekriegt hab ich davon. Nicht böse sein, liebe Martina ... momentan rutscht mir die Zeit wie Sandkörner durch die Finger. Die Arbeit hat mich vor Weihnachten leider immer fest im Griff. 
Das ist auch der Grund, warum ich kaum nachkomme, all eure Blogartikel täglich zu lesen oder zu kommentieren. Seht es mir bitte nach.

Und hier ist er nun ... Tata Tata ... mein persönlicher Weihnachtsengel. Ist er nicht wunderschön?


Herzlichen Dank, liebe Martina!
Damit hast du mir eine große Freude gemacht.

Gruß vonner Grete/Perdita

P.S: Schaut doch mal bei Martina vorbei.
Ihr werdet tolle Geschichten und Gedichte auf ihrem Blog finden.








Mittwoch, 26. November 2014

Gretes Senf am Mittwoch (26.11.14)

Gretes Senf am Mittwoch (26.11.14) 

Ich halte mich für halbwegs intelligent. Zumindest intelligent genug um eine pissnormale Waschmaschine oder einen Trockner bedienen zu können. Küchenmaschinen und anderes schaffe ich auch (Heißklebepistolen ausgenommen!). 
Hat ja bis dato auch immer geplappt, also das Knöpfchen drücken an diversen Alltagsgeräten, oder wie der Kölner sagen würde: Es hätt noch immer jootjejange. Ist ja auch wirklich nicht schwer. Zumal es ja zu jedem Gerät eine Bedienungsanleitung gibt. Und, so als kleine Beratungs- und Einkaufshilfe, einen FachverkäuferIn oder eben das Internet mit seinen vielen Vergleichsportalen.
Tja, worauf ich hinaus will ... hück hätt es net jootjejange. Blamiert habe ich mich, bis auf die Knochen. Schuldlos wohlgemerkt. Und dennoch blamiert. Mit einem Wäschetrockner. 
Dieses gute Stück habe ich erst kürzlich erworben. Ausgesucht bei "Geiz ist geil" .. auf Empfehlung des "Fachverkääufers". Ich hatte keine großen Ansprüche. Trocknen sollte er, wie mein "Alter", und, das war mir dann doch wichtig, wenig Strom verbrauchen. Mindestens A++, war meine Anforderung. Schließlich will man ja sparen. Auch beim Trocknen. Desweiteren durfte es kein Ablufttrockner sein, da, wie ich dem Verkäufer erzählte, im Wäschekeller (man achte jetzt schon auf das Wort KELLER) keine Möglichkeit war, den Schlauch nach draußen zu leiten. Kein Problem für "Geiz ist geil" ...
Nach 10 Minuten war ich stolze Besitzerin eines niegelnagelneuen Trockners. Natürlich mit allem Komfort und zurück. Sparprogramm, Knitterschutz und diversen Programmen. Alles was Frau heute eben so braucht, wenn sie ein paar Teile Wäsche trocknen möchte. 
Trocknen, eben genau das was ein solches Gerät tun sollte, tat dieses nicht. 12 T-Shirts waren nach 3 Stunden immer noch nicht trocken. Also, Gebrauchanwsiung hervorkramen und studieren. AHA ... es gibt drei Wärmestufne, die man einstellen kann. Neuer Versuch. Die stugen ließen sich einstellen, aber natürlich nicht auf den reinen Zeitprogrammen "30 min/60 min/90 min". Also Programmwahl "Baumwolle extra trocken" Laufzeit 2 Stunden 45 Minuten. So lange? Und das soll Strom sparen?
Lange Rede kurzer Sinn : Auch das funktionierte nur halbwegs. Egal was ich anstellte, die Wäsche war auch nach Stunden immer noch irgendwie klamm. Von meinem "Alten" (übrigens gleiche Marke) gewohnt, dass jegliche Wäsche nach 90 Minuten trocken ist, und ich mich wie Eingangs erwähnt für halbwegs intelligent halte, bleib nur eine Ursache für das Fiasko übrig. Der Trockner ist defekt. 
"Geiz ist geil" - Jetzt weiß ich auch warum. Trotz Garantie musste ich den Kundnedienst des Herstellers ordern. 1 Termin nach zwei Wochen. Weil nachmittags, musste ich mir freinehmen. Natürlich kam niemand. Anruf bei der Hotline: Der Techniker ist krank. Na toll. Nächster Termin, wieder erst in zwei Wochen. Und ja, das war nun heute. Wieder nachmittags, wieder frei genommen. Man höre und staune, der Techniker kam pünktlich. Nur um mir nach zehn Minuten und diversen Prüfungen mitzuteilen, dass der Trockner vollkommen in Ordnung ist. Ich hätte mir halt ein anderes Gerät kaufen sollen. (Zur Info, der Techniker arbeitet für diverse Hersteller!) Das sei das mieseste, was auf dem Markt ist. Ich war völlig vor den Kopf geschlagen. Der Trockner macht nicht das was er soll, nämlich meine Wäsche trocknen, und das ist ok so? Die Erklärung, die er mir dann lieferte: Es handelt sich um einen Wärmepumpentrockner, der zwar Energie spart, aber nicht in der Form aufheizt wie ein Kondenstrockner. Dadurch braucht die Wäsche eben doppelt solange wie sonst. Das kann dann auch schon mal 3 Stunden dauern, so ein Trockenvorgang. Und wenn es kalt wird im Winter im Keller, noch länger. Häh? Hat denn jeder seinen Trockner in der Wohnung stehen? Krönung war dann: Besser sie machen ihn auch nicht so voll wie früher. Und sie müssen darauf achten, nach jedem Trockenvorgang die Siebe zu reinigen. Das mindert sonst die Trockenleistung ebenfalls. 
Na, wenigstens war er so nett, mir nichts zu berechnen. 
Mal ganz ehrlich: Was soll ich mit so einem Gerät? Strom sparen hin oder her. Ich arbeite ganztags und will Samstag nur eines, nämlich schnell hintereinander zwei-drei Maschinen Wäsche waschen und trocknen. Betonung liegt auf dem Wörtchen schnell.
Echt jetzt, dem Fachverkäufer möchte ich am liebsten den Trockner um die Ohren hauen. Was ist das für eine Beratung? Immerhin hatte ich genau gesagt, was ich wollte ,nämlich einen TROCKNER und kein Gerät, dass meine Wäsche stundenlang warm pustet, (wenn ich Letzteres gewollt hätte, dann hätte ich mir einen Fön gekauft!) und wo das Gerät stehen wird. Im Keller.

Übrigens, geiz ist geil ... aber ich habe recht tief in die Tasche gegriffen. Und dazu noch einiges an Lehrgeld bezahlt.

Gruß vonner Grete



 





Dienstag, 25. November 2014

Von Entspannung und Heißklebeattacken

Von Entspannung und Heißklebeattacken 

So richtig tiefenentspannt war das Fräulein Grete am Sonntagmorgen. Kein Wunder bei vierzehn Grad Plus und strahlendem Sonnenschein. Novemberwetter halt. Wie immer. Zumindest könnte es, wenn es nach der Grete geht, immer so sein im November. Schnee und Kälte mag sie nämlich nicht so gerne. An diesem Wohlfühlzustand hatte allerdings nicht nur alleine das Wetter schuld. Auch der Umstand, dass sich bei Frau Korters alles zum Guten gewendet hat, trug dazu bei. Obwohl die Grete daran kaum beteiligt gewesen war. Die Hebers waren es letztendlich gewesen, die sich der Sache angenommen hatten. Nach dem regen nachbarschaftlichen Austausch, wie und ob man überhaupt etwas unternehmen sollte, hatte Frau Heber kurzerhand bei Frau Korters geklingelt, ihr eine Jacke in die Hand gedrückt und ab ging es zu Edeka. Dort wurde erstaml eingekauft, damit der Kühlschrank von Frau Korters endlich mal etwas mehr als Margarine und Marmelade zu Gesichte bekam. Natürlich ging das nicht, ohne Frau Korters die ganze Sache zu erklären. Wie Frau Heber es geschafft hatte, wird wohl ein Geheimnis bleiben. Grete war es auch egal. Hauptsache Frau Korters sah endlich ein, dass es nicht notwendig ist zu hungern, damit sie teure Weinachtsgeschenke kaufen kann. Herr Heber hatte sich indes mit dem Sohn von Frau Korters in Verbindung gesetzt. Der ist aus allen Wolken gefallen. Hatte er doch immer geglaubt, zumal ihm das seine Mutter wohl dementsprechend verkauft hat, dass sie nur Zeitungen austrägt um nicht den ganzen Tag in der Wohnung zu sitzen. So komme ich unter Leute, hatte sie ihm immer gesagt. 
Ab sofort wird er seine Mutter monatlich finanziell etwas unterstützen. Und Frau Korters? Na, die war zwar anfangs etwas beschämt gewesen, aber hat sich dann doch von ihrem Sohn überzeugen lassen, dass es gut so und richtig sei. Zumal ihr die ganze Familie versichert hat, wie lieb sie sie hätten. Auch wenn es keine teuren Geschenke mehr gibt.
Ende gut, alles gut. Zumindest vorerst, dachte die Grete auf dem Weg in den Keller. Wer weiß denn schon, was noch so alles für Päckchen durch die Lüfte flattern, die man sich auf den Buckel schnüren muss. 
Im Keller suchte die Grete sich all ihren Weihnachtsdekokram zusammen. Denn auch wenn das Wetter eher an den Frühling erinnert, der Kalender spricht eine andere Sprache.
Viermal musste die Grete hinunter in den Keller. Endlich standen alle Kisten in ihrer Küche. Grete räumte den Tisch frei und packte alles aus. Fein säuberlich ordnete sie die Kerzen,Kugeln, Glöckchen und Schleifen und andere weihnachtliche Dekoartikel auf dem Tisch an. Einen frischen Tannenkranz hatte sie am Samstag schon besorgt. Der wollte nun geschmückt werden. Sehr hilfreich dabei - die neue Heißklebepistole. Mit Silberglitterkleber. "Damit geht alles ganz easy, sie werden sehen", hatte die junge Verkäuferin aus dem Bastelladen ihr gesagt.

"Easy, easy!", schimpfte die Grete zwei Stunden später auf dem Balkon. Herr Heinevetter lächelte amüsiert. "Nix mit easy. Die dumme Trulla hat damit wahrscheinlich noch nie gearbeitet. So schnell konnte ich gar nicht kleben, wie der Glitter da raus lief. Das Zeug ist auf den Tisch getropft, auf meine Hose und auf die Ärmel von meinem neuen Pullover. Den kann ich wegschmeißen, das geht nie mehr raus. Und dann ... nu schauense sich das hier mal an!" Grete hielt Herrn Heinevetter empört ihre linke Hand direkt vor sein Gesicht. "Verbrannt habe ich mich. Ich kann ihnen sagen, das ist verdammt heiß dieses Klebeglitterzeugs. Also echt, wenn ich das vorher gewusst hätte. Nichts, rein gar nichts stand davon in der Gebrauchsanweisung. Sowas muss man doch da rein schreiben ..."












Mittwoch, 19. November 2014

Gretes Senf am Mittwoch (19.11.14)

Gretes Senf am Mittwoch (19.11.14) 

Werbung ist bunt, manchmal sogar spaßig und ab und an sogar informativ. Meistens ist sie aber nervig. Aber sowas von. Kennt ihr doch alle, oder? Gerade schleicht sich der Mörder an das ahnungslose Opfer heran, mna bibbert und zittert mit ... und Zack ... Milchschnitte ... oder noch besser ...ich bin gar nicht Manuel Neuer ... nee, echt jetzt? Wär ich bei den Brüsten gar nicht von alleine drauf gekommen.
Hilft nur eins. Fernseher auslassen. Wirklich? Radio ist doch noch schlimmer. Seitenbacher zum Beispiel. Ich krieg schon doppelte Magenkrämpfe, wenn ich den ersten Ton von dieser nervtötenden Männerstimme höre. Seitdem packt mich beim Anblick einer Tüte Müsli stets das nackte Grauen. Und mal ernsthaft, ich will auf gar keinen Fall wissen, wie der Mann hinter der Stimme aussieht. Gruselige Vorstellung.
Auch in den internetten Weiten wird man verfolgt. Neulich suchte ich eine neue Waschmaschine. Hab ich auch gefunden. Und gekauft. Und nu? Egal wo ich mich bewege ... ich werde von Waschmaschinen verfolgt. Was wollen die von mir? Glauben die ernsthaft ich würde noch eine kaufen? Is klar, ne, der Mensch braucht mindesten 5 Waschmaschinen, sonst ist er nicht glücklich.
Ich brauch auch Viagra und vor allem suche ich nach einer Methode um gaanz schnell Millionär zu werden. Seit Jahren schon. Keiner konnte mir den Trick verraten, wie man das macht. Und nun hab ich mindestens 10 mal täglich die Chance dazu. Ich kenn die Leute zwar nicht, die es dermaßen gut mit mir meinen und mir, also nur mir ganz allein, ihren Trick verraten wollen, aber egal. Einem geschenkten Gaul schaut man ja auch nicht ins Maul. Hat meine Oma immer gesagt. Und Omas haben bekanntlich ja immer recht. Letztens hatte ich sogar den Hauptgewinn in einer russischen Lotterie. Wo ich doch noch nie nur in der Nähe von Putin war. Und man hat mich, ausgrechnet mich, ausgesucht einen Nachlass zu verwalten. Mehr als eine Millionen Dollar. Abgeben würde man mir 60 %. Wenn ich denen meine Kontonummer gebe, samt Zugangsdaten zum onlinebanking. Von wegen Tranfer und so. Wegen dem Bürgerkrieg ist es denen nämlich nur möglich das Geld so außer Landes zu schaffen. Da muss man doch helfen, oder?

Naja, kommen wir mal zur Werbung zurück. Diese Mails und Ähnliches landen Tag für Tag in meinem Postfach. Trotz Spamfilter. Und verstopfen es. Die arbeiten ja neuerdings mit Realnamen als Absender. Da nutzt der beste Filter nüscht. Rein gar nüscht. Ich klick es also weg. Neuerdings kommen leider auch täglich derartige Mails über meinen Blog hier. Als Kommentare. Der Filter hier hält sie zurück, wahrscheinlich, weil sei auf englisch sind und Links enthalten. Im Postfach landen sie dennoch. Ich bin drauf und dran den Captcha (nennt man das so?) im Kommentarfeld zu aktivieren. Da ich es aber selber etwas nervig finde, wenn ich beim Kommentieren auf anderen Seiten erstmal Zahlen und unleserliche Buschstabenkombinationen eingeben muss, lass ich es hier. Ich will ja niemanden vergraulen. Und lösche ... und lösche ... und lösche ...
Nee, euch nicht ... nur die Seitenbachers dieser Welt. 

Gruß vonner Grete




Dienstag, 18. November 2014

Das Fräulein Grete Meier ist ratlos

Das Fräulein Grete Meier ist ratlos 

Geahnt hatte es das Fräulein Grete Meier ja schon etwas länger. Aber nun, da das Offensichtliche, klar und wahrlich offensichtlich, vor ihr lag, wusste sie nicht mehr weiter. Unruhig lief die Grete in ihrer Küche auf und ab, fasste hier mal etwas an, da mal etwas, öffnete die Kühlschranktür, schloss sie wieder, klappte den Hängeschrank auf und holte sich eine Tasse  heraus. "Da kannste nich einfach zugucken, Grete", murmelte sie vor sich hin. "Nene, nee, da kannste nich die Augen zumachen. Da musste was unternehmen. Und das schnell. Nur was?" Völlig konfus öffnete die Grete ihre Kaffeedose, nahm sich einen Löffel, tauchte ihn in das Pulver und ... "Igitt, Bääh, was zum Teufel" ... dabei spuckte sie das Pulver quer durch die Küche. Auch das noch! 
Die Grete schnappte sich einen Putzlappen und befreite die Küche von den Kaffeepulverresten. Danach ließ sie sich schweratmend auf einen Stuhl sinken. "Nie ist er da, wenn man ihn braucht, der Herr Heinevetter!", grollte sie. Vielleicht könnten die Hebers ... ? Ja, das ist noch eine Möglichkeit.

Fünf Minuten später saß die Grete bei Hebers im Esszimmer. Vor lauter Aufregung verhaspelte sie sich ständig, als sie den Hebers von dem Problem berichtete. "Nu sagense schon, Herr Heber, was soll ich machen?" 
Herr Heber sah zu seiner Frau hinüber. "Also, wenn ich das jetzt richtig verstanden habe, geht es um unsere Frau Korters und darum, dass sie wegen ihren Rückenschmerzen momentan keine Zeitungen mehr austragen kann?" 
"Sag ich doch die ganze Zeit!" Grete fuchtelte mit ihren Händen in der Luft herum.
Jetzt schaltete sich auch Frau Heber ein. "Und wieso müssen Sie da unbedingt etwas unternehmen? Für Frau Korters ist es auf jeden Fall besser, wenn sie in ihrem Alter nicht mehr die schweren Zeitungspakete tragen muss."
"Aber das ist es doch Frau Heber. Die Rente reicht bei ihr doch vorn und hinten nicht. Sie war doch immer zuhause und hat sich um die Kinder gekümmert. Und weil ihr Mann so früh verstorben ist, ist ihre Rente sehr gering. Das Geld vom Zeitungsaustragen braucht sie doch. Und nu habense ihr gekündigt. Und nur, weil sie mal für 4 Wochen nicht zur Arbeit gehen konnte. Nie hat sie in den letzten 5 Jahren gefehlt. Sauerei sowas. Da muss man doch was tun."
Nun, etwas ruhiger, erzählte die Grete den Hebers, dass sie schon länger den Verdacht  hatte, dass mit Frau Korters etwas nicht stimmt. "Irgendwie ist sie immer schmaler geworden. Und heute nachmittag habe ich gesehen, dass sie in der Stadt Pfandflaschen aus den Mülleimern gefischt hat. Ich hab mich nicht getraut sie anzusprechen, bin aber eben bei ihr gewesen. Und da hat sie mir das mit der Kündigung erzählt. Flaschen sammeln! Unsere Frau Korters! Das geht doch nicht!" Grete war immer noch empört. 
"Seit wann ist sie denn gekündigt?" Jetzt war auch Frau Heber besorgt. "Nu", sagte die Grete, "wie sie mir erzählt hat, geht sie schon seit drei Monaten nicht mehr Zeitung austragen. Ich hatte sie ja mal gefragt, aber da hat sie mir gesagt, dass sie immer noch krankgeschrieben ist. Und ich dusselige Kuh habe ihr das geglaubt!"
"Was ist denn mit ihrer Familie? Der Sohn wohnt doch hier in der Nähe", wollte Herr Heber nun wissen. 
Grete stand kurz vor dem Platzen. "Ach der", wetterte sie. "Der macht sich doch keine Gedanken um seine Mutter. Zeitungen hat sie doch nur ausgetragen, um den Enkelkindern ab und an was Gutes zu tun. Von wegen, weil die andere Oma, doch soviel Geld hat. Da wollte sie nicht nachstehen. Im Grunde käme sie mit ihrer Rente ja hin. Keine Extras eben, auch keine großartigen Geschenke. Und nu? Ich sach ihnen ma was. Im Kühlschrank lagen nur Brot, Margarine und Marmelade. Die hat gehungert und Flaschen gesammelt, nur weil bald Weihnachten ist und sie das Geld für Geschenke braucht. So was von dumm!" 
Bestürzt schaute Frau Heber die Grete an. "Also, wenn das wirklich wahr ist, dann gebe ich ihnen recht. Da müssen wir was unternehmen. Schließlich ist Frau Korters eine von uns!" Grete nickte bekräftigend. In den nächsten Minuten jagte ein Vorschlag den nächsten. Vor allem, den Sohn zu informieren stand zur Debatte.
"Nu aber mal halblang, die Damen", mischte sich Herr Heber ein. "Ganz klar, wir sollten etwas unternehmen, aber was und wie, das will wohl überlegt sein. Hier geht es um unsere Frau Korters und die hat wie jeder andere auch ein Recht auf Willensfreiheit. Habt ihr mal überlegt, dass sie sich vielleicht schämt und gar nicht will, dass ihr Sohn davon erfährt?"

Jetzt war es an Frau Heber und der Grete beschämt zu Boden zu schauen. Keiner sagte mehr ein Wort. Grete fasste sich dann als erste. "Recht habense Herr Heber, helfen ja, aber dann auch richtig", sagte sie sichtlich geknickt.
"Is schon gut Frau Meier. Auf einen Tag kommt es nun auch nicht mehr an. Soll sich jeder von uns mal ganz in Ruhe Gedanken darüber machen, wie wir helfen könnne. Und morgen abend treffen wir uns noch mal alle hier bei uns. Ich red gleich morgen früh mal mit Herrn Wenig. Und  sie mit Herrn Heinevetter und mit Marie. Alle zusammen findne wir dann schon eine Lösung."

Zurück in ihrer Wohnung, goss sich die Grete erstmal eine Tasse Lieschentee auf. Während sie den Tee in langsamen Schlucken trank, dachte sie daran, wie gut sie es hier im Haus mit den Nachbarn doch getroffen hat. Jeder hilft jedem. Dass das nicht so selbstverständlich ist, weiß die Grete ganz genau."Echt jetzt Grete," murmelte sie. "Dafür kannste dankbar kein. Aber sowas von!"





 





Mittwoch, 12. November 2014

Außer der Reihe - Mäuseweihnachten -

Außer der Reihe - Mäuseweihnachten -

Ihr Lieben alle da draußen,
so sehr mir die Grete auch am Herzen hängt, ebenso gerne widme ich mich zwischendurch anderen Schreibobjekten. Vorwiegend ist ja Lyrik mein Metier, aber ich schreibe auch Kurzgeschichten und Märchen. Heute möchte ich euch meine Weihnachtsmärchen rund um Familie Maus ans Herz legen. 
Vier Geschichten zum Vorlesen für Kinder. 
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Viel Vergnügen mit meinen Weihnachtsgeschichten wünscht euch

Perdita Klimeck 

und natürlich die Grete

Dienstag, 11. November 2014

Das Fräulein Grete Meier hat Tomaten auf den Augen

Das Fräulein Grete Meier hat Tomaten auf den Augen 

Eigentlich wollte das Fräulein Grete Meier nur eine Lichterkette für den Weihnachtsbaum im Büro besorgen. Die vom letzten Jahr hatte nämlich den Geist aufgegeben. Vom letzten Jahr ist gut. Uralt isse schon die Lichterkette. So alt, dass man die Birnchen der einzelnen Kerzen nicht mehr nachkaufen konnte. So schwang sich die Grete in der Mittagspause in ihr Auto und düste in das nächstgelegene Einkaufszentrum. In der Erwartung, dass so ein Lichterkettenkauf in ein paar Minuten erledigt ist. Gab es da doch einen Woolworth. Doch Pustekuchen. Der kostenfreie Parkplatz? Rappelsvoll. Und vor dem gebührenpflichtigen Parkhaus? Eine Schlange. Endlich. Grünes Licht. Trotzdem hat die Grete ganze 15 Minuten hat gebraucht, um einen Parkplatz zu finden. Ist ja nun auch wirklich nicht leicht. Da zeigt die Anzeige der Tafel großspurig an ... 1 Parkplatz frei. Nur wo der freie Platz sich auf den drei Etagen befindet ... weiß der Geier. Grete wusste es jedenfalls nicht. Immerhin, direkt neben dem Aufzug. Und der, fuhr erst mal von der dritten Etage in die erste, dann zurück in die zweite. Grete kämpfte mit den Knöpfen, aber es half nichts. Erst nach einem nochmaligen Stopp in der dritten Etage, fuhr er wie gewünscht ins Erdgeschoss. Dort angekommen musste die Grete nach einigen Minuten verzweifelten Umherirrens, immer auf der Hut vor Döner, Coffee to go und Pommes Rot-Weiß (müssen denn alle immer ihr Mittagessen im Gehen verzehren?), feststellen, dass sich der Woolworth in der zweiten Etage befindet. Was man auch deutlich neben den Knöpfen im Fahrstuhl ablesen konnte. Wenn man denn hingeschaut hätte. Grete hatte nicht. Jedenfalls nicht so richtig. Sie hatte es eben anders in Erinnerung. Woolworth im Erdgeschoss. Eigentlich unverschämt, den Laden einfach so zu versetzen. Nur um Grete zu ärgern.
Grete prüfte noch einmal, ob der Reißverschluss ihrer Handtasche auch ja richtig geschlossen ist. Man kann ja nie wissen. Wo doch immer so viel über Handtaschendiebe in der Zeitung steht. Mit mir nicht, dachte die Grete. Mit mir nicht. Und klemmte die Tasche noch fester unter ihren Arm. So gerüstet stürzte sie sich in Getümmel. Und ein Getümmel war es wahrlich. Jeder drängelte und schubste. Vor allem in der Abteilung mit dem Christbaumschmuck war die Hölle los. Im Gang mit den Lichterketten war es etwas ruhiger und so konnte die Grete in aller Ruhe nach einer passenden Beleuchtung suchen. Was es da nicht alles gab. Kerzen mit Batterie, so ganz ohne Kabel, hatten es der Grete angetan. Doch der Preis war ganz schön happig und sprengte das Budget. Also suchte Grete weiter. Die Hongkongware war zwar recht günstig, sah aber auch dementsprechend aus. Als letztes blieb nur ein rieser Tisch übrig, angefüllt mit den verschiedensten LED Lichterketten. Na, dachte die Grete. Das ist doch mal was. LEDs sind modern und außerdem noch praktisch. Man kann diese Ketten ganz einfach im Baum verteilen, ohne dieses lästige stundenlange ausrichten der Kerzen. Grete nahm eine der großen Verpackungen in die Hand. 550 LEDs mit Fernbedienung und Farbwechsel, je nach Bedarf. Etwas kitschig vielleicht, aber da Susi und Heidi Seelig dieses Jahr auf einen weniger traditionellen Weihnachstschmuck bestanden haben, alles sollte kunterbunt sein, würde das schon passen. Grete suchte nach dem Preis. Auf der Packung war nichts vermerkt, aber mitten auf dem Warentisch prangte ein riesiges Schild. 7,99 Euro. Na, wenn das nicht ein Schnäppchen ist. Grete schnappte sich einen zweiten Karton und ab ging es zur Kasse. Schlange, was sonst. 
"Tüte?" Grete nickte. "Macht 179,80 Euro. Tüte ist gratis."

Auf dem Weg zurück ins Büro schwor sich die Grete, niemandem, aber auch wirklich niemandem davon zu erzählen.  Hundertmal hatte sie sich mindestens schon in Gedanken vor den Kopf geschlagen. Dämlich biste, Grete, aber sowas von. Und dann machste auch noch son Aufstand an der Kasse. Gott, war das peinlich als die Verkäuferin mir süffisant das Schild gezeigt hatte. AB 7,99 Euro hatte darauf gestanden. Deutlich lesbar. Hätte ich ja auch draufkommen können, dass eine Lichterkette mit 550 LEDs nicht sooo billig ist. Wer lesen kann ist eben klar im Vorteil. Nun, passiert ist eben passiert. Jetzt muss ich mir nur noch eine gute Ausrede einfallen lassen, warum ich ohne Lichterkette ins Büro zurückkomme. 







Mittwoch, 5. November 2014

Gretes Senf am Mittwoch (05.11.14)

Gretes Senf am Mittwoch (05.11.14)

Tja, heute kann ich mich so rein gar nicht entscheiden, wo ich meinen Senf verteilen soll. Zumal ich für so einiges ganze Kübel bräuchte. Löwensenf. Extra scharf.
Fang ich also mal mit etwas Zucker an. Graugänse über meinem kleinen Dorf. Zuerst konnte sie man noch beobachten, später nur noch hören, da bereits zu dunkel. Und noch später ... hört man sie immer noch. Scheinbar können sie sich nicht so recht entscheiden, ob nun eine Landung angesagt ist, auf einem der Felder ringsherum, oder ob man doch weiterfliegen sollte. Egal, schön anzusehen war ihr Flug allemale und ich mag auch das Geschrei.
Zucker auch für den netten Herrn von der Autowerkstatt, der mein Auto persönlich abgeholt hat - an meiner Arbeitsstelle. Ölwechsel, Radlager neu ... und, obwohl nicht beauftragt (egal, die waren wirklich hinüber!), auch noch die Wischer erneuert hat. Natürlich bekam ich pünktlich zum Feierabend das Auto auch wieder gebracht. Was für ein Service.
Puderzucker für den tollen Sonnenuntergang heute und für meine Nachbarin, die Kekse gebacken hat. Der Duft empfing mich bereits an der Haustür. Hebt die Laune ungemein.

Meinen Senf kipp ich heute über Mr. Weselky aus. Seines Zeichens Gewerkschaftsboss der GDL. Ja, ich hatte in der Vergangenheit ein gewisses Maß an Verständnis für die Lokführer. Aber irgendwann muss mal Schluss sein mit den Fiesematenten. Bei mir ist jetzt jedenfalls kein bisschen mehr vorhanden. Nicht das kleinste Fitzelchen. Vier Tage Streik! Mal ehrlich, muss das sein? Die Bahn tut mir ehrlich leid. Möchte nicht wissen, was das alles kostet. Und ich tu mir auch leid. Und meine Muttter erst recht. Die wollte am Sonntag nämlich nichts anderes, als zur Beerdigung ihres Schwagers fahren. Auto geht nicht mehr, da mein Vater so lange Strecken, immerhin 450 km, nicht mehr fahren kann, auf Grund seines Alters. Ich kann keinen Urlaub mehr nehmen. Also bleibt nur die Bahn. Alles bereits gebucht und bezahlt. Und nun das. Streik. So sinnfrei wie das iphone 6 +
Nun muss ich ( will ich ... denn für meine Mutter tu ich das gerne) am Sonntag die 450 km hinfahren, und am gleichen Tag wieder zurück. Muss ja Montag wieder zur Arbeit. 
Super Mr. Weselky ... hab ja auch nix Besseres zu tun als an einem Sonntag durch die Gegend zu kutschieren, während Du dich wahrscheinlich von den "Strapazen" der Verhandlungen in der Sauna erholst. Ganz sicher bin ich kein Einzelfall. Schon mal was davon gehört, dass Menschen auf die Bahn angewiesen sind? Vielleicht monatelang für ein Ticket gespart haben? Nee? Kein Wunder ... so egoistisch und machtgeil wie sie sind, kennen sie wahrscheinlich niemanden, der seine Groschen zählen muss. Sich weder Taxi noch Flug leisten kann, um von einem Ort zum anderen zu gelangen. Und kommen Sie mir jetzt nicht mit dem Fernbus als Alternative. Das ist was für junge Leute, aber nicht für meine Mutter. Ich hoffe, all die Menschen, die jetzt festsitzen, all die Menschen, die enttäuscht auf einem Bahnsteig stehen werden in den nächsten Tagen und vergebens auf den Liebsten oder die Liebste warten, werden Ihnen in ihren Träumen erscheinen und sie um den Schlaf bringen. Ja, genau das wünsche ich Ihnen. Sie selber sollten sich wünschen, dass sie mir in den nächsten Tagen nicht irgendwo auf der Straße begegnen. Ich bin nämlich sauer. Aber sowas von.

Gruß vonner Grete





Dienstag, 4. November 2014

Von kleinen Sünden oder der Ironie des Schicksals

Von kleinen Sünden oder der Ironie des Schicksals 

Also, dass die kleinen Sünden vom lieben Gott immer gleich bestraft werden, war dem Fräulein Grete Grete Meier schon seit frühester Kindheit bekannt. Doch wie so Manches, gerät auch so ein Spruch im Erwachsenenalter schnell in Vergessenheit. Es sei denn, man hat Kinder. Dann drängt er sich wie von selbst wieder hoch und schneller über die Lippen, als man gucken kann. Nun, Kinder hat die Grete ja nun keine. Und der liebe Gott war nur eine Erinnerung an ferne Kindertage. Zumindest in dieser sprachlichen Konstellation. Gott ja, irgendwie schon, aber ein lieber Gott? Etwas kindlich dieser Ausdruck. Findet jedenfalls die Grete. Obwohl, wenn sie so nachdenkt, er doch schon benutzt wird. Sogar auch von ihr. Sagt sie nicht oft einfach "Ach du lieber Gott", wenn mal wieder etwas passiert ist? 
Grete hätte noch stundenlang darüber sinnieren können. Aber sie hatte keine Lust. Immerhin war der Ärger gewichen. Und außerdem war die Tasse Lieschentee leer. Mitttlerweile war sie so weit, dass sie bereits wieder lachen konnte. Und zwar über sich selbst. Spontan schaltete sie den PC ein. Vielleicht hatte sie ja Glück und Lieschen war zuhause. Dank skype war schnell eine Verbindung nach Burano hergestellt. Und tatsächlich, nach ein paarmal Tuten ... erschien Lieschens Gesicht auf dem Bildschirm. Und mit Lieschens fröhlichem Lachen verschwand auch das letzte Bisschen Frust bei der Grete.
Lieschen lachte sich kaputt, als Grete ihr, nach dem anfänglichen Austausch allgemeiner und gegenseitiger Befindlichkeiten, erzählte, was passiert war. "Echt jetzt, Grete, du bist geblitzt worden? Das glaub ich nich. Du fährst doch sonst immer streng nach Vorschrift."
Grete wurde puterrot. "Nun, ja, da eben mal nicht. Aber schuld waren die anderen zwei Autofahrer. Ich nicht. Ach Lieschen, das ist ja so ungerecht!" Grete jammerte und jammerte, bis Lieschen sie unterbrach. "Stopp mal, Grete. Biste nun zu schnell gewesen, oder nicht?"
Grete senkte den Kopf. "Ja, war ich, Ein bisschen. Aber nur, weil ich in Gedanken war. Und wütend. Die sind doch zuerst zu schnell gefahren!"
"Nun mal der Reihe nach, Grete! Mit deinen Satzfetzen kann ich nicht viel anfangen. Also, wer sind die?"
"Na, die zwei anderen Autofahrer", antwortete Grete. "Die haben mich auf der Landstraße, wo nur 70 kmh erlaubt sind, in einem Affenzahn überholt. Und weil ein Traktor uns entgegenkam, hat der eine Fahrer mich so geschnitten, dass ich fast in den Graben gefahren wäre. Ich hab mich vielleicht aufgeregt. Und geflucht. Nie steht eine Blitze an der richtigen Stelle, habe ich gebrüllt im Auto. Solche Rüpel kommen immer durch. Ist doch wahr, Lieschen. Und dann hab ich gedacht, was für ein Blödsinn. So leichtsinnig von denen, wo man sich ander nächsten Ampel eh wieder sieht."
"Und, war es so? Kam die nächste Ampel?"
"Nee, Lieschen, die nicht. Aber eine Kreuzung, im nächsten Dorf. Und da wollte ich es denen beweisen. Also, dass man sich da wiedertrifft. Und, dass so ein riskantes Überholmanöver unnötig ist. Also bin ich hinterher. Die waren jetzt auch schon viel langsamer. Ich hätte sie bestimmt eingeholt. Und dann kam die Blitze, bevor ich noch alles zu Ende gedacht hatte. Da waren nur 50 kmh erlaubt und ich fuhr 65 kmh. Mich haben die geblitzt, Lieschen, MICH und nicht die Rüpel. Hach, das Leben ist so ungerecht!"
"Kleine Sünden ...", hub Lieschen an ...
"Sprech es nicht aus, Lieschen, sprech es nicht aus ...!" 







Mittwoch, 29. Oktober 2014

Gretes Senf am Mittwoch (29.10.14)

Gretes Senf am Mittwoch (29.10.14) 


Heute mal leichte Kost. Kurz und knapp.

Kopfkino an.
Ich liege im Kreißsaal und versuche unter Auferbietung all meiner Kräfte, meinem Göttergatten Nachwuchs zu schenken. Schmerzen hin oder her, dass Baby muss raus. Egal wie. Ist ja auch irgendwie reingekommen, also wird es andersum auch funktionieren. Also kralle ich mich am Laken fest, beiße mir die Lippen blutig und stöhne, atme und hechele was das Zeug hält. Und was macht der Göttergatte? Der fuchtelt ständig mit seinem Handy vor meiner Nase rum (ich hoffe nicht auch noch zwischen meinen Beinen! Dann gnade ihm Gott!!), trällert irgendwelche Liedchen und zwitschert das Ganze dann auch noch in die Welt hinaus. Als ob es nichts Weltbewegenderes gibt, als eine Frau, die sich verschwitzt und ausgepowert in einem Krankenbett hin und her wälzt und den Herrgott anfleht sie von den Wehen zu befreien.
Kopfkino aus. 

Ganz ehrlich? Ich hätte dem guten Robbie Williams ein "La Paloma" gepfiffen. Aber sowas von. Der hätte seinen Angel noch drei Straßen weiter singen hören. 

Gruß vonner Grete  









Dienstag, 28. Oktober 2014

Das Fräulein Grete Meier kriegt ´s nich in die Birne

Das Fräulein Grete Meier kriegt ´s  nich in die Birne

"Echt jetzt, Herr Heinevetter, ich krieg ´s nich in die Birne!" Gedankenversunken zupfte das Fräulein Grete Meier welke Blüten aus ihren Geranien. "Letzte Woche hat man dem Eido alle Reifen zerstochen und auf die Autoscheibe Ausländer raus gesprüht. Schlimm sowas. Und dann noch die Demo in Köln am Wochenende. Nee, ich krieg ´s nich in die Birne! Was geht nur in den Köppen von den Chaoten vor?" 
Fast schon mitleidig sah Herr Heinevetter zu Grete rüber. "Die ticken einfach nich sauber, diese Typen. Das kann unsereiner auch nich verstehen. Versammlungsfreiheit - solche Demos kann man nicht verbieten von wegen Rechtsstaat und so. Rechtsstaat - wenn ich das schon höre. Alles von unseren Steuergeldern. Das ganze Polizeiaufgebot. Ich will gar nicht wissen, was das alles wieder gekostet hat. Mal abgesehen davon, wie gefährlich das für die Polizisten ist. Einsperren müsste man die Chaoten. Wegschließen und dann ist Schluss mit dem Krawall!" 
Grete zukcte mit dne Schultern. "Ob das die Lösung ist, Herr Heinevetter? Ich weiß es nicht. Also ich finde es schon klasse, dass es Demos gibt. Hat doch was mit Demokratie zu tun. Und das ist gut. Nur friedlich sollten sie sein. Aber irgendwie kriegen die Typen das nicht hin. Warum auch immer. Manchmal hab ich richtig Angst. Ich kapier noch nicht mal, was die überhaupt wollen. Naja, wie auch immer, ich muss in die Küche. Mein Magen knurrt."

In der Küche entschied sich die Grete, es bei einem Butterbrot zum Abendessen zu belassen. Eigentlich wollte sie Gulasch zubereiten, aber irgendwie fehlte ihr die Lust. Zu sehr war sie noch mit den Fotos von der Demo beschäftigt. Mit einem Käsebrot und einer Tasse Lieschentee machte sie es sich am Küchentisch bequem. Zum einhundertsten Mal heute schlug sie die Tageszeitung auf. Eine grölende Menge junger Männer schaute sie an. Viele mit Glatze und tätowiert, das konnte man erkennen.  Am liebsten hätte sie den Männern ein "Was wollt ihr, ihr Ärsche", entgegengebrüllt. Stattdessen riss sie sich zusammen und fing an die einzelnen Gesichter, die deutlich zu erkennen waren, zu studieren. Blanker Hass und ungeheure Wut schlug ihr entgegen. Woher das wohl kommen mag? Schlechte Kindheit,  kein Schulabschluss, keine Ausbildung, keine Arbeit, keine Perspektive? Oder nur schlechter Einfluss? Die falschen Leute kennengelernt? Grete grübelte und grübelte. Nein, dachte sie irgenwann. Das ist kein Grund sich so zu verhalten. Denn nichts wäre anders, wenn es in Deutschland weniger Ausländer gäbe. Zumindest nicht für euch. Dabei strich sie mit ihrem rechten Zeigefinger über die Gesichter auf dem Foto. Seid doch mal ehrlich, lernen und zur Schule gehen, kann hier im Land jeder. Wenn er will. Kein Ausänder nimmt euch einen Platz im Unterricht weg. Und auch keine Arbeitsstelle. Vielleicht denkt ihr mal darüber nach, wer vertrauenswürdiger ist für einen Arbeitgeber. Ein Türke, der gepflegt daher kommt, nett und höflich ist, die Schule genutzt hat, um zu lernen, oder ein kahlgeschorener Schulabbrecher, der gewalttätig ist, am Wochenende gröhlend mit einer Flasche Bier am Hals die Fußballstadien unsicher macht und zudem auch noch die rechte Hand ausstreckt. Echt jetzt, selbst in eurem, ach so gelobten, dritten Reich, hättet ihr keine Arbeit bekommen. Also, was ist es dann. Was wollt ihr von uns? Ja, extreme Salafisten stellen eine Bedrohung dar. Nicht nur für unser Land. Für die ganze Welt. Dagegen muss man angehen. Ihr bedroht uns aber auch. Durch euer Verhalten stellt ihr euch auf eine Stufe mit denen. Wisst ihr was, langsam glaube ich, dass ihr dieses "Ausländer raus" Gegröle und eure Naziparolen nur vorschiebt, um von eurer eigenen Dummheit und Faulheit abzulenken. Ihr sucht ein Ventil? Dann stellt euch doch unter die Dusche und dreht den Kaltwasserhahn auf. Das hilft. Vielleicht.









Mittwoch, 22. Oktober 2014

Gretes Senf am Mittwoch (22.10.14)

Gretes Senf am Mittwoch (22.10.14) 

Ja, ich kann mich aufregen. Über Gott und die Welt. Über alles und jeden. Irgendetwas findet sich immer im täglichen Dschungel. Dem täglichen Wahnsinn, dem wir im Grunde hilflos ausgesetzt sind. Den es übrigens stets aufs Neue zu überleben gilt. Irgendwie.
Aber ich kann mich auch freuen. Über all die vielen kleinen Begegnungen im Alltag, die mir ein Lächelns ins Gesicht zaubern. Die berühren, weil sie ins Herz dringen. Wenn solche Dinge überwiegen, spreche ich von einem guten und schönen Tag. Und derer habe ich viele, weiß Gott. Heute war leider nicht so ein Tag. Trotz einem Schokoriegel, der mittags auf meinem Schreibtisch gelandet ist. Weil ein lieber Arbeitskollege einfach mal so Freude verbreiten wollte. Ich hab mich auch gefreut. Ehrlich. Zumal ich mir gerade eine Tasse Cappu gemacht hatte. Der Schokoriegel war das I-Tüpfelchen dazu. Trotzdem gehört der heutige Tag in die Kategorie: Ich falle von einer Aufregung in die nächste. Sprich, es gibt so viel heute zu dem ich meinen Senf zugeben könnte, dass ich nicht weiß, wo ich anfangen soll.

Es ist kalt, ich friere. Da interessiert es mich nicht, ob der September alle Hitzerekorde gebrochen hat. Ich friere und das ist scheiße. Ich mag nicht frieren. Nicht äußerlich und auch nicht innerlich.
Die Lokführer streiken mal wieder und die Piloten auch.  - Nebenfrage: Kann ich eigentlich auch streiken? Für was auch immer, mir fällt bestimmt etwas ein. - 
In der Schweiz werden Milchdöppchen mit dem Konterfei des schnauzbärtigen deutschen Massenmörders, den jeder am liebsten vergessen will, zum Kaffee serviert. 
Mein Postfach wird täglich mit Spam überrollt. Ebenso dieser Blog. Tendenz steigend. 
Fußballfans prügeln sich gegenseitig ins Krankenhaus. Überhaupt scheint die halbe Welt momentan ihre Konflikte nur mit Gewalt lösen zu wollen. Selbst im guten alten Tatort reicht ein Toter nicht mehr. Ironie an: Wie, nur ein Toter? Damit kann man doch keinen mehr hinter dem Ofen hervorlocken. Ironie aus.  Die andere Hälfte kämpft mit dem Schreckgespenst Ebola. Nur Dieter Bohlen tangiert mal wieder nix. Der sucht nach wie vor Deutschlands Supertalent. Immerhin mit Guido Maria Kretschmar an seiner Seite. Ein winziger Lichtblick. Also, den mag ich ja.

Echt jetzt, kann mir mal einer nen Baldriantee vorbeibringen oder zumindest so ein niedliches Katzenvideo bei Facebook posten?

Gruß vonner Grete 



Dienstag, 21. Oktober 2014

Das Fräulein Grete Meier sitzt fest

Das Fräulein Grete Meier sitzt fest

Zu spät. Das Fräulein Grete Meier saß fest. Zwanzig Meter vor der rettenden Haustür entfernt. Regen peitschte über die Frontscheibe ihres Autos und nahm der Grete jedwede Sicht. Grete drehte den Autoschlüssel eine halbe Umdrehung und schaltete den Wischer ein. Sie ärgerte sich, weil sie nicht einfach etwas früher aus dem Büro abgehauen war. Wollte sie eigentlich, aber dann hatte die Berta noch ein Problem mit einer Bestellung gehabt, um das sich Grete dann noch kümmern musste. Musste ... naja ... eigentlich war das ja Eidos Aufgabengebiet, aber da er scheinbar ebenfalls mit einem Problem zu kämpfen hatte und hektisch im Lager herumlief, fluchend, mit einem Telefon am Ohr ...
Egal warum, Grete saß fest. Der Sturm schüttelte das kleine Auto von der Grete derart, dass ihr angst und bange wurde. Jetzt rollte auch noch eine leere Mülltonne über die Straße. Keine Menschenseele war zu sehen, sofern Grete überhaupt etwas erkennen konnte. Naja, dachte die Grete. Zumindest kein Gewitter. Donner und Blitz hätte sie jetzt nicht auch noch ertragen können. Wie schnell das doch gehen kann mit dem Wetter, überlegte sie. Gerade noch schien die Sonne und Minuten später gleicht der Himmel einer dunkelgrauen brodelnden Masse. Man könnte fast meinen, dass die Welt untergeht. Sie seufzte und kramte eine Zigarette aus ihrer Tasche. Mist, kein Feuerzeug dabei. Das auch noch. "Geduld, Grete, Geduld", sagte sie laut. "Einfach sitzenbleiben und der Dinge harren, die da kommen werden. Schlimmer kann es kaum noch werden!" 
Schlimmer kam es zwar wirklich nicht, aber Sturm und Regen dachten wohl auch nicht daran, sich zu verziehen. Es goss weiterhin in Strömen. Grete fielen ihre Blumenkästen auf dem Balkon ein. Oh Gott, hoffenlich sind die gut befestigt. 
Irgendwo musste doch ein Feuerzeug sein. Grete kramte in ihrem Handschuhfach. Aber außer einem Päckchen Tempos und eine halben Mars war das Fach leer. Na dann, etwas Schoki kann auch nicht schaden. Grete knabberte an dem hartgewirdenen Riegel herum. Vielleicht kann ich es doch wagen ... aber so ganz ohne Schirm ...
Der lag nämlich sicher verwahrt im Kofferraum. Eventuell ... wenn ich nach hinten krieche ... die Abdeckung kann man ja auch von innen öffnen ... und eine kleine Hilfe wäre der Schirm ja schon ...

"Nee, nee, Frau Meier, you made my day!" Klaus Wenig hatte sich auch eine Stunde später noch nicht von seinem Lachkrampf erholt. Grete zog eine Schnute und tat beleidigt. Tee dampfte in drei Tassen auf ihrem Küchentisch. Herr Heinevetter grinste ebenfalls. "Wer den Schaden hat ... gell, Frau Meier? Ach ich hätte das zu gern gesehen, wie sie durch das kleine Auto nach hinten zum Kofferraum gekraxelt sind!" Klaus Wenig brach sofort wieder in Gelächter aus."Da haben sie echt was verpasst, Herr Heinevetter. Ein Bein hing am Gurt fest und der Popo klebte am Seitenfenster. Am besten war ihr Gesichtsaudruck als ich gegen die Scheibe klopfte. Göttlich!"
"Na", michste sich die Grete ein. "Immerhin habe ich es geschafft, den Schirm herauszuziehen." 
"Genutzt hat es aber nüscht," bemerkte Herr Heinevetter. Dabei zeigte er auf ein trauriges Stückchen etwas, das triefend und kaputt an der Küchenwand lehnte. "Den Schirm hat der Sturm ja wohl in Nullkommanix zerlegt. Und ihre Frisur auch."
In der Tat, die Grete sah immer noch aus wie ein nasser Pudel. Verlegen strich sie ihre Haare zurück. "Besser Pudellocken, als gar keine Frisur!" Diese kleine Spitze an Herrn Heinevetter gerichtet konnte sie sich dann doch nicht verkneifen. Der lachte aber nur.  "Hat durchaus seine Vorteile, Frau Meyer, so ein kleiner Haarkranz. Bei mir kann nix verwehen." 
Wo er recht hat, hat er recht, der Herr Heinvetter. Aber sowas von ...












Sonntag, 12. Oktober 2014

Das Fräulein Grete Meier träumt in Lavendel

Das Fräulein Grete Meier träumt in Lavendel

Sonntagmorgen 9.00 Uhr. Das Telefon klingelte ... und klingelte ... und klingelte ...
Für einen kurzen Moment überlegte das Fräulein Grete Meier, die wohlig-warme Badewanne zu verlassen. "Ihr könnt mich alle ...", rief sie dann kurzentschlossen, hielt sich die Ohren zu und tauchte wie zur Bekräftigung einfach unter. Hätte sie gewusst, wer da so hartnäckig versuchte sie zu erreichen, wäre sie wohl mit einem Affenzahn, pudelnackig und nass ans Telefon gestürzt. Aber so ... nun, das Lieschen wird es ihr verzeihen.

Grete tauchte wieder auf, strich sich die nassen Haare zurück und horchte. Alles ruhig. Seufzend lehnte sie sich zurück und genoss den zart nach Lavendel duftenden Schaum, der sich an ihren Körper schmiegte wie eine federleichte Dauenendecke. Was ihr jetzt noch fehlte, waren ein Kaffee und eine Zigarette. Aber das musste warten. Denn Rauchen im Badezimmer ... nein, das ging nun wirklich nicht. Und wenn, sie hätte aufstehen müssen, und das war das letzte was die Grete wollte. Grete schloss die Augen und ... träumte. Von sonnenüberfluteten Lavendelfeldern und lange vergessenem Liebesgeflüster. Lange ging das allerdings nicht gut, denn die letzten drei Wochen lagen ihr so in den Knochen, dass sich die Erlebnisse in ihre Traumwelt mischten und für ein Durcheinander in ihrem Kopf sorgten. Der Chef turnte wie ein Schlafwandler durch den Lavendel und das Feld war plötzlich mit Messeständen übersät. Menschenmassen drängten sich hindurch und trampelten alles platt. Rolf winkte und rief ihr etwas zu, aber Grete konnte nicht verstehen was er sagte. Onkel Günther schrie ständig nach seiner Brille und Tante Heidi lag merkwürdigerweise blass und matt in einem weißen Bett. Grete wollte zu Rolf aber er verschwand in einer lilafarbenen Wolke ... wie alles plötzlich um sie herum. 

Wasser drang in ihre Ohren und in die Nase. Grete schnappte nach Luft. Offensichtlich war sie, dank ihrer Träumerei, mit dem Kopf unter Wasser gerutscht. Nee, dachte die Grete, so geht das nicht. Entspannen ist anders. Und Entspannung hatte sie bitter nötig. Also, erst mal raus aus der Wanne. 

Eine halbe Stunde später saß die Grete in ihrem Morgenmantel am Küchentisch. Vor sich eine Tasse Kaffee und in der Hand die obligatorische Zigarette. Genussvoll zog sie daran. Und während sie andächtig rauchte und ab und an einen Schluck Kaffee trank, ließ sie die letzten drei Wochen nochmal an sich vorbeiziehen. Die ganzen Überstunden  und die Aufregung wegen der Messe und nicht zuletzt der Umstand, dass das Hotel überbucht gewesen war und sie vier Tage mit dem Chef in einem Doppelzimmer (das bedeutete drei Nächte auf einer harten Couch schlafen, während der Chef friedlich in einem weichen Bett vor sich hin schnarchte!) verbringen musste, hatten an ihren Nerven gezehrt. Zu allem Übel musste Tante Heidi während dieser Zeit ins Krankenhaus gebracht werden, wegen einer starken und undefinierbaren, sehr schmerzhaft verlaufenden Allergie. Es war das erste Jahr gewesen, dass die Grete nicht zum Friedhof kam, am Todestag ihrer Eltern.
Nun, immerhin hatte der Chef ihr drei Tage Sonderurlaub gegeben, nach der Messe. Der allerdings angefüllt war mit Krankenhausbesuchen. 

Das Fräulein Grete Meier, rührte gedankenverloren in ihrem Kaffee. "Is doch alles wieder gut, Grete", sagte sie laut. Sie stand auf und ging auf den Balkon. 
"Und, Frau Meier", wurde sie von Herrn Heinevetter begrüßt, "ausgeschlafen? Wie geht es der Tante?" Er hielt ihr eine Tasse Kaffee entgegen. Grete lächelte. "Alles wieder gut, Herr Heinevetter."
Sie erzählte ihm kurz, dass Tante Heidi wieder zuhause ist, zwar noch etwas angeschlagen, aber immerhin. Und ließ auch nicht unerwähnt, dass Onkel Günther endlich eine neue Brille hat. "Jetzt, wo er wieder sehen kann, isser wenigstens nicht mehr so grantig." Grete ließ ihren Blick in den Himmel schweifen. "Heut wird ein schöner Tag, Herr Heinevetter. Wissense was, ich zieh mich jetzt an und dann fahren wir zwei zum Friedhof. Besuchen das Grab ihrer Frau und das meiner Eltern. Und danach ... na schaun mer mal. Der Tag ist noch lang ... und viel zu schade um ihn in der Wohnung zu verbringen." 







Mittwoch, 8. Oktober 2014

Gretes Senf am Mittwoch (08.10.14)

Gretes Senf am Mittwoch (08.10.14) 

Also ich hab da was für euch. Ganz vertraulich natürlich. Nur so zwischen euch und mir. Dürft ihr gerne eine Kopie von machen. Aber nicht weitersagen. Vorerst ... nach mir die Sintflut. Momentan braucht nicht jeder zu wissen, was ich so in Wahrheit denke. ... Kann natürlich sein, dass mein Lebensabschnittsgefährte dann was dagegen hat. Also, wenn ich nicht mehr so richtig auf dem Damm bin um eine Entscheidung zu treffen. Aber dafür gibt es ja Anwälte.
Aufgepasst! Jetzt kommt´s! "Brad Pitt sieht Scheiße aus! Und alle Bloggerinnen (ich verzichte bewusst auf die geschlechtsneutrale Anrede!), die das Gegenteil behaupten, leiden unter Geschmacksverirrung!" Wollte ich schon immer mal gesagt haben. Hab mich nur nie getraut. Aber jetzt, so ganz im Vertrauen, wir sind ja unter uns, ne ... da kann ich das ja mal sagen.

Scherz beiseite ... Ironie aus ... ganz schön wilde Story da um unseren EinheitsAltKanzler. Heribert Schwan, seines Zeichens der Autor des Buches, in denen die ominösen "Kellergesprächsprotokolle" von und mit Helmut Kohl wiedergegeben werden, muss sich als Verräter beschimpfen lassen. Während man auf der anderen Seite von "Pressefreiheit" spricht. 
Ich will hier für keine Seite Partei ergreifen. Denn ganz egal, wie man das auch dreht und wendet. Im Endeffekt geht es doch nicht darum, wen oder was Herr Kohl alles in seinem Keller so verunglimpft hat. Es geht auch nicht um Vertrauen und Moral. Es geht um Aufmerksamkeit und um Geld. Und das gilt für beide Seiten. Und bei sowas mache ich nicht mit. Ergo, werde ich mir das Buch ganz bestimmt nicht kaufen. Da ich Helmut Kohl sowieso nie symphatisch fand, kann sich meine Meinung über den Herrn eh nicht ins Gegenteil verkehren. Sie würde höchstens noch untermauert. Dafür brauche ich aber keinen schriftlichen Erguss seiner Gehirnwindungen. Echt nicht. Herr Kohl ist Schnee von gestern. Und wird es auch bleiben. Hoffe ich doch mal. 



Übrigens, kennt ihr schon den undankbarsten Job der Welt? Nee? Ist doch ganz einfach - Trainer auf Schalke!

Gruß vonner Grete






Mittwoch, 1. Oktober 2014

Gretes Senf am Mittwoch (01.10.14)

Gretes Senf am Mittwoch (01.10.14) 

Da haben wir ihn nun, den goldenen Oktober. Sonne satt. Da hüpft das Herz. Vor allem, weil man nach ausgedehnten Spaziergängen durch Wald und Feld, den Nachmittag so richtig schön ausklingen lassen kann. Mit Tee und Spekulatius. Oder Lebkuchen. Gibbet nämlich schon wieder. Und das nicht erst seit gestern. Ist halt wieder soweit. In genau 84 Tagen kommt es. Das Christkind. Oder der Weihnachtsmann. Wie man es eben nimmt. Tatsache ist, es sind nur noch 84 Tage bis zum Fest aller Feste.
Hör ich da jemanden rufen: "Jede Menge Zeit"? Wir sprechen uns in 83 Tagen wieder.

Die Mehrheit der Deutschen soll sich ja darüber aufregen, dass schon im September die Weihnachtssüßigkeiten wie  Lawinen über alle Läden rollen.  Ok, ich finde es auch jedes Jahr ein bisschen früh, aber deshalb gleich nach einem gesetzlichen Verbot schreien? Da gibbet doch nun wirklich andere Dinge über die man sich aufregen könnte und bei denen ich mir durchaus ein Verbot vorstellen könnte. Quassel-Imame mit eindeutig radikalem Hintergrund bei Günther Jauch zum Beispiel. Die gehören für mich eindeutig verboten. Nicht nur bei den Öffentlich-Rechtlichen. Auch so. Nichtsahnend bin ich vor der Mattscheibe in den Talk gerutscht. Und das nur, weil der Tatort zwar zu Ende, meine Reihe vom Pullover aber noch nicht fertig gestrickt war. Ehrlich, nach 15 Minuten hatte ich die Schnauze voll. Und zwar gestrichen. Kiste aus. Basta. Der Typ kommt mir nicht ins heimische Wohnzimmer. Auch nicht auf dem Fernseher. Keine Chance.

Verboten werden sollte auch, was sich so auf der Wies´n abspielt. Das hat mit Feiern und Tradition doch kaum noch etwas zutun. Saufen, Kotzen, Weitersaufen. Und das alles in teils dermaßen spärlicher Bekleidung, dass mir die Röte ins Gesicht steigt. Weißwürstel und a Maß Bier - Yep - das gehört dazu. A Maß - vielleicht noch zwoa oder drei. Aber dann muss Schluss mit lustig sein. Schluss mit die Schlampampen und Saufbeidls. Und des sog i als Saupreiß. 

Und ich würde ein Verbot fordern für Promi-Hochzeiten. Insbesondere für solche wie George Clooney. Ja geht´s noch? Heiratet der einfach. Und bitte, wovon soll ich demnächst nachts träumen? Kommt mir jetzt nicht mit Brad Pitt oder so. Der trinkt doch garantiert keinen Nespresso. 

Gruß vonner Grete 

 


Mittwoch, 24. September 2014

Gretes Senf am Mittwoch (24.09.14)

Gretes Senf am Mittwoch (24.09.14) 

Generell fahre ich ja ohne Navi. Ist aber auch kein Wunder, da ich meist die Strecken kenne. Muss ich dann aber doch mal unbekannte Gefilde aufsuchen, schalte ich den Navi ... moment, ich muss erst mal Mr. Goggle was fragen ... ok, nochmal von vorne. Also ich schalte DAS Navi ein. Generell fühle ich mit dem Ding recht sicher, auch wenn man da schon so einiges gehört hat. Also von wegen in der Pampa gelandet und so.
Am Wochende musste ich nach Frankenthal. Ins Auto, Navi ein und los. Abgesehen davon, dass es (also DAS Navi ) zwischdurch ständig mit einem Ding-Ding nervte, weil ich mal wieder ein bisschen zu schnell war, alles schön und gut. Nach ca. 100 km kam dann  die Anweisung der Dame, ich möge doch bitte die Autobahn verlassen.  Stockender Verkehr. Sehr vorausschauend. Dachte ich. Bis ich in der Pampa gelandet bin. In der tiefsten Pampa. Mitten in einem Wald, auf einer Straße, die diesen Namen in keinem Fall verdient hat. Schotterhaufen würde eher passen. Durchlöcherter Schotterhaufen noch besser. Tausendfach bereits geflickt. Nun gut, konnte die Navitante ja nicht wissen. Obwohl, sie wusste ja auch von dem stockendenVerkehr. Zumindest kann man ihr zugute halten, dass ich nach 20 Kilometer Rumpelfahrt wieder auf der Autobahn gelandet bin. Ob jemals auf dem umfahrenen Teilstück stockender Verkehr war, weiß nur die Tante allein. Ich jedenfalls nicht.
Eines weiß ich aber ganz genau seither. Mit Deutschlands Straßen geht es den Bach runter. So eine Rumpelstraße ist ja kein Einzelfall. Man findet diese mit der heißen Nadel (ja, so sieht es doch wirklich aus!) geflickten Straßen überall. Viele davon in den Innenstädten und viele davon stark befahren. Kein Geld da für die Straßeninstandhaltung sagt dann die Gemeinde. Oder die Stadt, die Kommune, das Land. Alles verbraten. Und zudem noch Schuldenberge, die erstmal abgetragen werden müssen, bevor man sich um die Belange der Autofahrer kümmern kann. 
Kitas sind wichtig. Das weiß ich. Ebenso wie vernünftige Straßenbeleuchtung und tausend Kreisel (die besonders!). Aber warum um alles in der Welt muss das wenige vorhandene Geld auf einer schnurgeraden Landstraße verplempert werden, die lediglich zwei Dörfer verbindet? Und die, im Gegensatz zu anderen Straßen, ein sehr geringes Verkehrsaufkommen hat. Und mit gering meine ich auch gering. So zwei Autos in der Stunde und morgens und abends ein Trecker. Ich hatte an dieser Straße nie etwas auszusetzen. 5 km durch die Felder, keine Löcher, und auf der gesamten Strecke lediglich zwei Bauernhöfe rechts und links. Nicht mal ne Kuh ward jemals  auf der Straße gesehen. Warum also eine neue Fahrbahndecke und sage und schreibe SIEBEN  Fahrbahnverengungen? Einfach so in die Landschaft gesetzt ohne Sinn und Verstand. Das war nie eine Raserstrecke. Für mich eine ganz klare Steuergeldverschwendung. Und von Verschwendung halte ich so rein gar nichts. Nicht im Großen und auch nicht im Kleinen.

Gruß vonner Grete