Mittwoch, 19. März 2014

Gretes Senf am Mittwoch (19.03.14)

Gretes Senf am Mittwoch (19.03.14) 

Wir sind vernetzt. Ja, ich weiß. Rund um die Uhr sind wir erreichbar. Nur ja nix verpassen. Es könnte ja wichtig sein. Egal ob Laptop, Handy (darf man das überhaupt noch sagen? Heißt ja heute Smartphone!), Tablet oder am heimischen Pc. Wir sind immer online. Wie gesagt, nur nix verpassen. Von wegen wichtig und so. Ehrlich, ich hab auch nichts dagegen. Obwohl ich mich nicht unbedingt in die Riege der ständigen Onliner einreihe. Während ich meinem täglichen Broterwerb nachgehe, ist das Handy (ich bleib dabei!) nämlich ausgeschaltet. Oder zumindest stumm. Also für mindestens 8 Stunden täglich. Ich wüsste auch gar nicht, was und mit wem ich ständig telefonieren, simsen oder whatsappen sollte. Ha, ich sehe es an einigen Gesichtern "Die hat bestimmt keine Freunde!". Hab ich aber. Und sogar eine ganze Menge. Doch die arbeiten auch ( Ja, auch Hausfrau und Mutter ist ein Job. Ein Knochenjob!) und haben Besseres zu tun, als sich mit mir oder anderen ständig auszutauschen. Ganz ehrlich, ich würde auch auf die Barrikaden gehen, wenn eine meiner Freundinnen mir ständig mitteilen würde, was sie gerade macht, oder mit wem sie es gerade macht und überhaupt. 
Im Grunde ist es mir völlig egal, wie lange der oder die an ihren Handys hängen. Solange man mich damit verschont.  Die Sache ist allerdings die, ich werde nicht verschont. Damit meine ich jetzt nicht die lauten und teilweise völlig sinnfreien Handydialoge denen man in öffentliche Verkehrsmitteln völlig unfreiwillig ausgesetzt ist - Schatzi, der Zug fährt jetzt los - Schatzi in einer halben Stunde bin ich am Bahnhof - Schatzi der Zug fährt jetzt ein - Wie du bist noch nicht losgefahren, du wolltest mich doch abholen - Schatzi, ich stehe wie immer auf Gleis sechs - und das im Fünfminutentakt. Auch nicht die Gespräche, die man in Restaurants, in der Stadtbibliothek und auf dem Damen-WC öffentlich serviert bekommt. Nein, ich meine die Gespräche, die man nicht hört. Nur sieht. Das sind die gefährlichen. Die, die mich auf die Palme bringen. Gespräche am Steuer im Auto vor mir oder neben mir. Nur sprechen ginge ja noch, irgendwie. Aber damit ist es ja nicht getan. Da wird gesimst und bei Facebook gelikt was das Zeug hält. Und alles während man fährt. 
Wenn vor mir auf der Autobahn ein schnittiger Sportwagen immer langsamer wird, mal nach links schlenkert und mal nach rechts, weiß ich schon genau welches Bild sich mir bietet, wenn ich den Wagen überhole und einen kurzen Blick nach rechts werfe.  Immer vorausgesetzt ich traue mich überhaupt auf die linke Spur bei der unorthodoxen Fahrweise meines Vordermannes ( oder meiner Vorderfrau ). Fahrer oder Fahrerin haben eine Hand am Lenkrad, den Kopf gesenkt und hämmern (ähm ..wischen ) mit den Fingern der anderen Hand auf einem Handy rum. Oder lesen irgendwelche unnötigen Wasserstandsmeldungen. Das zieht sich durch alle Fahrzeugtypen und bei den Haltern/Innen durch alle sozialen Schichten. Waren es vor ein paar Jahren lediglich ein paar lipglossfressende Blondinen, die vor lauter Bewundern des eigenen Spiegelbildes ein Hupkonzert an längst grünen Ampeln anzettelten, gefährden mittlerweile die ehemals Hupwilligen mit ihrer Janixverpassenmentalität den gesamten Straßenverkehr. Und sie ziehen mich durch ihr Handeln hinein. In Ihre Gespräche und in ihre Whatsappnachrichten. Und nicht nur mich. Auch das kleine Kind, was am Straßenrand steht und fröhlich mit einem Ball spielt.
Ginge es nach mir, wären nicht nur 45 Euro fällig, falls denn mal einer oder eine erwischt wird. Führerschein weg und zwar für eine lange, lange Zeit.

Gruß vonner Grete

P.S. Nix für ungut, all jenen, die sich vorbildlich im Straßenverkehr verhalten. Von denen gibt es Gott sei Dank noch reichlich.



Kommentare:

  1. Das ist heute ein Problem. Jeder ist immer erreichbar und bei facebook liest man dann was über den Tag so an wichtigen Dingen gemacht worden ist. Ich bin auch zu oft zu viel im Netz, aber beim Autofahren würde ich niemals an das Telefon gehen oder überhaupt auf das Display schauen. Allerdings sehe ich es auch oft. Mich wundert es sowieso, dass nicht mehr passiert. LG Geli

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  2. Liebe Grete,
    ich muss gestehen, dass ich ein 10 Jahre altes Handy besitze. Museumsreif. Aber ich benötige es nur um ein Taxi zu rufen, wenn ich irgendwo bin. Ansonsten mal 1-2 SMS.
    Mir tut es das - nichts anderes kommt ins Haus.
    Am Steuer finde ich das auch unmöglich. Ich gebe dir Recht: Führerschein weg!
    Auf Faacebook bin ich auch nicht zu finden. Ich habe meinen Blog und gut ist es.
    Damit habe ich genug zu tun. Komme oftmals nicht einmal rum, um überall zu kommentieren.
    Ich wünsche Dir noch einen schönen Abend
    Liebe Grüße
    Irmi

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  3. hi grete,
    ich habe zwar ein neues handy aber ein ganz einfaches. ich habe mein telefon nur zum telefonieren und auch nur, wenn es wirklich wichtig ist. manchmal vergesse ich das handy auch zuhause. dann bekomme ich aber keinen nervenzusamenbuch. facebook, twitter, instagramm, pinterest, nein, bin ich auch nicht. brauch ich auch nicht und verfolgt werden will ich auch nicht, nein. auch habe ich sonst genug zu tun. sms ist mir mit dem telefon von mir zu aufwändig und das hat so kleine tasten, da tippe ich mit meinen clofingern immer daneben.
    zu den handyspielern im auto sage ich nichts. das gibt sich, aber sollte ich einen erwischen, der ist dran und 45 euro sind wirklich zu wenig. führerschein weg für lange zeit finde ich o.k. wird aber nichts werden, weil das wohl zu hart ist
    manchmal finde ich es sowas von doof, man hat 1000 freunde bei facebook, wird verfolgt und keiner kennt einen. da sind mir meine wenigen freunde im realen leben wichtiger.
    ein toller beitrag, gefällt mir.
    liebes grüßle es
    ps. ich habe zwar ein tablett, kann es aber nur zuhause benützen, weil ich in diesem tablett keine karte habe. mein vertrag fürs handy ist so günstig, aber der gilt halt nur für dieses handy. vermisst habe ich noch nicht. ,

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  4. Guter Beitrag! mich ärgert auch wenn mit einer Hand das Lenkrad gehalten wird und der Kopf auf der Schulter liegt. Auf jeden Fall müssen sie zahlen, aber die Telefonierer am Steuer werden kaum erwischt.
    ich bin mit allem ausgestattet, außer Smartphone, da habe ich mein normales Handy mit einem guten Tarif, die Nummer haben nur meine engsten Angehörigen und Freunde, da weiß ich immer wer anruft hat was wichtiges zu sagen.
    Bei sogenannten Freunden im Netzt bin ich vorsichtig, es erfüllt nur bestimmte Zwecke. Ich baue auf meine wenigen echten Freunde und bei FB bin ich nicht und werde es auch nie sein. Es reicht ja mein Googleblog, da häufen sich automatisch Feunde die man nicht kennt, also verfolgen hilft auch nicht viel sie in Schach zu halten.
    Aber wenn man nichts will, sollte man nicht ins Internet gehen, es ist Fluch und Segen.
    Darum lasse ich alles so wie es ist.
    L.G.Marie-claire

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  5. Hallo Grete,
    wieder einmal exzellent geschrieben. What's app ist insofern interessant, weil ich selbst dazu einen Post geschrieben hatte, was den Informationsgehalt und Fülle der Nachrichten in Whatsapp betrifft. In meinem Post habe ich genau Deine Meinung vertreten, dass Whatsapp eine Luftblase von Nachrichten ist, allesamt vollkommen unwichtig. Da meine Frau whatsapp nutzt und sie meinen Post kannte, habe ich mich eines besseren belehren lassen müssen. Sie hat u.a. eine Gruppe eingerichtet, in der frühere Mitschülerinnen aus demselben Lehrgang (Weiterbildung Arbeitsamt) drin sind. So kommuniziert diese Gruppe regelmäßig miteinander, ohne dass sie sich sehen. Vereinzelt verabreden sie sich. Begeistert ist meine Frau vor allem über all die lustigen Filmchen, die über whatsapp versendet werden können und ... und ... und. Gelegentlich diskutieren wir miteinander, dass es nicht ganz richtig war, dass ich auf meinem Blog whatsapp verrissen habe.

    Gruß Dieter

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  6. Hallo Grete,
    Deine heutige Meinung unterschreibe ich zu 100% bezüglich Autofahren und simsen, liken und was weiß ich, was manche Leute während dem Fahren noch alles mit dem Handy, sorry, Smartphone machen. Ist jemand so wichtig, dass er 25 Stunden auf 24 erreichbar und im Netz präsent sein muss???
    Ich glaube nicht... so, heute musste ich auch mal meinen Senf dazu geben, wenn auch erst am Samstag!
    Schöne Grüße
    Kebo

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  7. Jeden stört es, aber jeder tut es. Wenn ich in der U-Bahn sitze und die Leute beobachte, jeder zweite hat das "Ding" in den Händen. 3 telefonieren lautstark. Irgendwann lese ich mal aus meinem Buch laut vor, denn auch meine Schamgrenze sinkt von Tag zu Tag.
    LG

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  8. richtiiiiiig......da scheinen wir ja allesamt ähnlicher Meinung zu sein was die smartphones und Konsorten angeht, neuerdings gibts ja sogar von Zuckerberg einverleibt eine BRILLE mit der man rumspielen und sich alles herunterladen und mit der man kommunizieren kann, hab ich grad heute aus dem netz erfahren..was es doch nicht alles gibt!!! Aber ob man das alles haben muss ist die andere Frage!!!! ich denke mal nicht auch wenn wir damit zu den Fossilen gehören mögen...wen es nicht interessiert, sollte es auch lassen..anderen überlassen!..lacht

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Da freut sich die Grete aber, dass du was zu sagen hast ...