Sonntag, 16. Februar 2014

Von Überraschungen in sonnengelb und rot

Von Überraschungen in sonnengelb und rot

Herrjeh, war die Woche aufregend gewesen. Und vielleicht gerade deshalb in rasender Geschwindigkeit an der Grete vorbeigezogen. "So kommt es mir jedenfalls vor, Marie", sagte das Fräulein Grete Meier zu ihrer Ziehtochter, die sich bewundernd im neugestalteten Wohnzimmer umsah. Wir schreiben Sonntag, den Tag X, also den ersten Tag nach der IKEA-Aufbauorgie. Gretes neues Reich erstrahlt zartgelb getönt, die neuen Möbel passend dazu in schlichtem Weiß und Grau. Ein sonnengelber Teppich, dunkelgrüne Vasen, Kissen und andere Dekoartikel in den gleichen Farbtönen sorgen für ein stimmungsvolles Ambiente. Ein besonderes Highlight ist aber das überdimensionale Bild, welches neben dem bereits eingeräumten Bücherregal hängt. Ein wahrer Farbenrausch in allen Gelbtönen, die man sich nur denken kann. So richtig erkennen kann man zwar auf dem Bild nichts, aber das ist der Grete mal gleich egal. Denn es wirkt. Auf die Grete. Und mehr braucht es da auch nicht. Und weil es nicht nur wirkt, sondern auch von Lieschen ist, hat es selbstverständlich einen Ehrenplatz im Wohnzimmer bekommen.
Die hatte es sich nämlich nicht nehmen lassen, der Grete dieses besondere Bild zu malen. Rein gar nichts hatte die Grete von diesem Geschenk gewusst. Regelrecht vom Sockel ist sie gefallen, als es am Mittwoch geliefert wurde. Zusammen mit einem langen Brief von Lieschen. Briefe in der heutigen Zeit sind selten. Vor allem Briefe von Lieschen. Die hat es eher mit Skype und Telefon. Geht ja auch schneller. Vor allem von Burano. Zwei volle Wochen war die Sendung mit dem Bild unterwegs gewesen. Und nun hängt das wertvolle Stück an Gretes Wohnzimmerwand und entlockte Marie einen entzückten Ausruf nach dem anderen. Aber nicht nur das Bild löste Begeisterungstürme bei Marie aus. Auch die neue Couch von der Grete. Übermütig warf sie sich darauf. "Oh, ma Gretee, so ein schöne Sofa, so weich und ahhh ... magnifique!" 
Grete musste lachen. Hatte doch das Sofa dem Aufbaukommando, bestehend aus Stefan, Herrn Wenig und Herrn Heber, der mittlerweile wieder laufen konnte, so einiges abverlangt. Gegen das Sofa war der Aufbau des Bücherregales sogar ein Klacks gewesen. Zum einen hatte es Schwierigkeiten geben, das überaus schwere Ding durch das Treppenhaus zu schleppen, zum anderen weil die Grete sich nicht so richtig entscheiden konnte, wo genau das Sofa platziert werden sollte. Gefühlte einhundertmal mussten die Herren das Teil von einer Ecke in die andere schieben. Zum Schluss fand es seinen Platz genau dort, wie kann es auch anders sein, wo es auch zuerst gestanden hat. Nach dieser Aktion hatte die Grete echt Mühe, die gute Laune wiederherzustellen. Dank diverser Schnittchen und einigen Flaschen Bier, ist es ihr dann aber doch noch gelungen. Dass der Tag dann, trotz der vielen Arbeit, recht fröhlich endete, hatte sie allerdings auch ein bisschen der Susi zu verdanken, die regelrecht vor guter Laune nur so sprühte. Und das schon seit Freitag. Genauer gesagt seit dem Zeitpunkt, als ein tanzender Schornsteinfeger ihr singenderweise einen Strauß roter Rosen überreichte. Im Büro. Eine Valentinsüberraschung von Simon. Der sonst so taffen Susi sind die Freudentränen regelrecht aus den Augen gesprungen.
Bei dem Gedanken daran, seufzte die Grete ein wenig. Rote Rosen zum Valentinstag, dachte sie. Lang, lang ists her. Schnickschnack, Grete! Was brauchste Rosen, wenn du so tolle Freunde hast. Das ist doch viel besser, als jedes Valentinsgeschenk. Ach was, nicht nur viel besser, tausendmal besser. 




Kommentare:

  1. Liebe Greete,
    puuuuuh, das ist viel auf einmal. Es ist schön, dass du in einer solch intakten Hausgemeinschaft leben darfst. Das ist nicht immer der Fall.
    Das Bild von Lieschen hätte bei mir auch einen Ehrenplatz bekommen. Und wenn es dir so gut gefällt, hat sich alle Mühe doch gelohnt. Wenn ich die Augen schließe und
    alles vorbeiziehen lasse, kann ich mir das neue Wohnzimmer richtig gut vorstellen. Und wenn Deine Ziehtochter in Jubel ausbricht, sagt das doch alles.
    Susi darf sich über die Rosen freuen. Für uns zählen gute "Freunde" mehr. Und was
    bedeutet schon der Valentinstag dagegen?
    Grete, fühl dich wohl in einem neuen Wohnzimmer - geniesse es.
    Einen guten Start in die neue Woche wünscht Dir
    Irmi

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    1. Ja, es war schon richtig, dass sich die Grete gegenüber Susi beim IKEA-Shopping durchgesetzt hat. Pink in Gretes Wohnzimmer -- unvorstellbar. Freunde sind manchmal sogar wichtiger als Familie. Lach, die kann man sich nämlich aussuchen.
      Danke dir
      Gruß vonner Grete

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  2. Hallo Grete,
    ist bei mir auch so: zu Hause ist dort, wo man sich wohl fühlt. Bei Dir mit Bild von Lieschen und der neuen Couch. Mache es Dir gemütlich, Schön, dass Du so viele fleißige Helfer hattest. Das ist doppelt so schön, wenn alles gesellig ist.

    Gruß Dieter

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    1. -zu Hause ist dort, wo man sich wohl fühlt -
      Ja, so denke ich auch. Geselligkeit ist nicht zu unterschätzen. Ein wertvolles Gut. Wenn man sie in Maßen genießt.
      Dank an dich
      Gruß vonner Grete

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  3. Alle verweigern sich - mögen den Valentinstag nicht, weil die Blumen so teuer sind und man kann gefälligst das ganze Jahr seiner Liebe Lust und Leidenschaft frönen, aber dann freut Frau sich doch, wenn sie überrascht wir.

    Das neue Wohnzimmer würde ich auch gern mal sehen, es hört sich sehr sehr gemütlich an und dann noch das Bild vom Lieschen ein Hochgenuss. Wenn man sich wohlfühlt dann ist das Leben rundherum schön. Man kommt gern nach Hause und macht es sich gemütlich.

    Ich habe noch nie rote Rosen bekommen, aber irgendwie stört es mich gar nicht. Passt auch nicht zu mir. Ich freue mich für Susi, freue mich überhaupt, das Wetter ist schön und der Frühling steht vor der Tür. LG von Geli

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    1. Ich mag diesen Tag. Klar, Blumen sind mittlerweile wirklich teuer. Und an solchen Tagen boomt das Geschäft. Auch bei Douglas und Co. Doch denke ich auch, mal abgesehen von der Geste am Valentinstag, dass der Einzelhandel solche Tage durchaus braucht. Vor allem die kleineren Händler. Danke dir
      Gruß vonner Grete

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  4. Ui, da hatte das Lieschen aber eine sehr schöne Idee die liebe Grete mit einem selbstgemalten Bild zu überraschen! So wat lockt einem vielmehr Freudenlachen ins Gesicht, als jedes gekaufte Bild, weil: ist ja wat persönliches, sowohl von jemand gemalt, den man kennt, als auch nur für einen selbst gemalt!
    Liebe Grüße,
    Frauke

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    1. Ja, das ist schon etwas Besonderes. Zumal Lieschen es wirklich drauf hat. Kommt als Sahnehäubchen noch dazu.
      Dankl an dich
      Gruß vonner Grete

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  5. Das ist ja ein wahrer Farbenrausch, der den Leser hier erwartet - von zartgelben Tönen bis hin zum tiefen Rot der Rosen, toll!
    Ich habe ein ziemlich genaues Bild von Gretes neuem Reich vor Augen, dank der prima Beschreibung. Würde mir gefallen...
    Am besten aber finde ich die gelungene Überraschung in Form von Lieschens Brief und Bild. Beides ist etwas Besonderes. Egal, ob man auf dem Bild etwas erkennt, Hauptsache es wirkt...und das tut es, wie Grete sagt. Da braucht sie sich wahrlich nicht über die nichtvorhandenen Rosen grämen.
    Für Susi jedoch freue ich mich.
    An mir ist der Valentinstag wieder mal fast gänzlich vorübergegangen, wären da nicht meine SchülerInnen gewesen, die Herzchen auf meinem Tisch platziert hatten.
    Obwohl dieser Tag ja eigentlich dem Konsum dient, hat er sicher für den einen oder anderen auch seine Bedeutung und er belebt die Wirtschaft...

    Doch der Gedanke daran verschwindet rasch - bis zum nächsten Jahr.
    Wie viel wichtiger sind doch gute Freunde, die eben immer helfend zur Seite stehen.
    Grete kann von Glück sagen, solche Nachbarn zu haben.

    Eine neue, gelungene Umgebung, Lieschens Bild, Marie, die sich mitfreut, Susi, die weint vor Glück und tolle Freunde... Was will man mehr?!

    Lieben Gruß
    Enya

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Da freut sich die Grete aber, dass du was zu sagen hast ...