Montag, 25. November 2013

Alles hat seine Zeit - auch das Ende


Ihr Lieben,

Ganz einhundert Tage habt ihr Grete und Lieschen
lesend und kommentierend begleitet.
Das von mir und Brigitta Wullenweber gemeinsam 
getragene Projekt "Doppelt gebloggt hält besser"
 hat wie jedes Projekt, mit dem heute erfolgten 
einhundertsten Post, sein Ende erreicht.
Ich möchte mich herzlich bei allen
Lesern und Leserinnen bedanken. 
Einfach mal so schreiben, wie einem der Schnabel
gewachsen ist, ist nicht nur eine Herausforderung, 
der ich mich sehr gerne stelle, 
sondern es macht auch wahnsinnig Spaß.


 Ein zweites kostenloses E-Book mit den
Texten 51 - 100 ist momentan in Arbeit und wird
voraussichtlich noch vor Weihnachten erscheinen.
Zum Nachlesen, Neulesen oder was auch immer.
Der Blog von Lieschen bleibt bestehen, wird aber
von Brigitta nicht mehr mit Leben gefüllt.

Die Grete wird allerdings ab Sonntag dem 01. Dezember
weiterhin in gewohnter Manier ihren Senf 
zu allem und jedem abgeben.

Natürlich trauere ich jetzt schon der gemeinsamen Zeit
 mit Brigitta Wullenweber hinterher, aber ich freue mich auch auf 
neue Geschichten rund um die Grete und ihre Welt.

Mein besonderer Dank gilt Brigitta. 
Allein ihr ist es zu verdanken, dass die Figur des Lieschens  
eine Kontur bekommen hat, die seinesgleichen sucht.

Herzlichst
Perdita Klimeck



Das Fräulein Grete Meier hat keine Zeit

Das Fräulein Grete Meier hat keine Zeit

Eine Aufregung war das vielleicht heute in der Firma. Aber eine mit positivem Hintergrund. Das Fräulein Grete Meier lief zu Hochtouren auf. Musste sie auch. Schließlich musste alles organisiert werden. Und das kurzfristig. Binnen einer Woche. Eine echte Herausforderung für die Grete. Im Grunde für alle. Der Chef war total aus dem Häuschen nach dem Anruf. "Frau Meier, das müssen wir hinkriegen, das rettet uns den Arsch!" Solche drastischen Worte vom Chef, war die Grete gar nicht gewöhnt. Dass die Firma seit einem halben Jahr leicht ins Wanken geraten war, dass weiß die Grete. Sie weiß aber auch, dass der Chef oft übertreibt und ihr wegen nix die Ohren volljammert. Denn sie betreut ja auch die Konten. "Das ist die Konjunktur, Chef", sagt sie dann immer. "Mal hoch und mal runter. Dafür haben wir die Rücklagen!"
Jedenfalls hat der Chef einen riesigen Auftrag reinbekommen heute morgen. Der allerdings noch vor Weihnachten ausgeführt werden musste. Da sowieso vor Weihnachten Hochbetrieb herrscht, keine leichte Aufgabe. Jede Menge Überstunden würden anfallen. 
Die Grete ließ sich vom Chef die genauen Auftragszahlen geben und stellte zusammen mit Eido und der Heidi Seelig einen Plan auf. Mit dem marschierte sie zum Leiter der Produktionabteilung. Vorher allerdings sprach sie noch mit dem Chef. "Müsste alles klappen, Chef. Aber es wird nicht ohne Überstunden gehen. Bei allen Mitarbeitern. Ich bin mir sicher, die machen das, aber sie sollten dennoch etwas zur Motivation beitragen. Ich habe alles genau kalkuliert. Eine kleine Gratifikation wäre für jeden drin."
Der Chef verlässt sich, wenn es um die Finanzen geht (und bei vielem mehr!), immer auf die Grete. So auch diesmal. Somit hatte die Grete gleich ein gutes Argument für die Mitarbeiter in der Hand. Am späten Nachmittag war jede Abteilung informiert und vor allem, jeder war mit den Überstunden einverstanden. Sogar die Susi. Obwohl die Rechtsabteilung ja nicht betroffen ist. "Ich kann dem Eido helfen, im Versand, nach Feierabend." 
Als die Grete heute dann endlich zuhause auf ihrer Couch saß, gerädert aber doch zufrieden, weil alles geklappt hat, hat sie das Lieschen angerufen. Schweren Herzens. Denn sie musste den Mitttwochskaffee absagen. Mittags hatte sie es schon mal beim Lieschen probiert, aber die war nicht zu erreichen gewesen. Auch jetzt musste die Grete lange klingeln lassen. Gerade als sie enttäuscht auflegen wollte, nahm doch noch jemand ab. Herrmann war in der Leitung. Ganz außer Atem, so kam es der Grete vor. "Ja hallo Grete, die Liese ist nicht da. Ist den ganzen Tag schon unterwegs. Muss ja noch so einiges erledigt werden. Ruf doch später nochmal an. So inner halben Stunde ist sie bestimmt wieder zurück." Leicht irritiert legte die Grete auf. 
Da aber im selben Augenblick der Herr Heinevetter von seinem Balkon aus  nach ihr rief, schob sie das ungute Gefühl beiseite. Später hat sie das Lieschen dann doch noch erreicht und ihr von dem dicken Auftrag erzählt. "Den Arsch retten, das hat dein Chef tatsächlich gesagt?" Das Lieschen kam aus dem Lachen nicht mehr raus. Natürlich hatte sie Verständnis für Gretes Abhandenkommen der Zeit. "Macht doch nix, ich hab selbst die ganze Woche zutun. Treffen wir uns eben am Sonntag zum Kaffee bei dir. Ich hab dir auch so einiges zu erzählen. Den Arsch retten, nee Grete, da komm ich nich drüber!" Beide brachen  wieder in Lachen aus und in den nächsten fünfzehn Minuten erzählte die Grete dem Lieschen noch so einige Anekdoten vom Chef. 
Später, als Grete sich in der Küche ihr Abendbrot machte, viel ihr auf, dass sie gar nicht gefragt hatte, was das Lieschen eigentlich so dringend heute erledigen musste. "Ach egal, kann sie mir ja am Sonntag erzählen!"


Was Lieschen davon hält könnt ihr hier nachlesen ---> KLICK
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