Mittwoch, 5. März 2014

Gretes Senf am Mittwoch (05.03.14)

Gretes Senf am Mittwoch (05.03.14)

Panzer hier, Soldaten dort und Mütterchen Angela mittendrin. Am Rockzipfel von Obama. Und am Telefon. Der eine droht, die andere schlägt ein bisschen Schaum. Da war ganz schön was los in der Medienwelt. Vor allem die Liveticker diverser Magazine glühten förmlich, ob der sich überschlagenden Ereignisse auf der Krim. Pünktlich zur Nacht der Nächte war es dann allerdings soweit. Die Sternchen und Stars aus Hollywood verdrängten den säbelrasselnden Putin von der ersten Seite. Ganz schön verärgert war ich darüber. Schließlich macht man sich ja Sorgen um den Weltfrieden und will informiert sein. Obwohl, wenn ich es mir so recht überlege ... (Ironie an) Stimmt, die Lage auf der Krim ist längst nicht so wichtig wie die Frage, ob der gute Leonardo nun endlich einen Oscar abgreift oder nicht. (Ironie aus)
Irgendwie tut mir der alte Knabe ja doch ein bisschen leid. Also nicht der Putin, der ist nichts anderes als ein Kleinkind in der Trotzphase. Hat der eigentlich keine Mutter, die ihm mal den Hosenboden stramm zieht? Das gilt auch für Janukowitsch, diesem Jammerlappen. "Ich bin immer noch im Amt, das was die gemacht haben gildet nicht" 
Ach nee! Armes Puttputt, hat man dir etwa dein Spielzeug weggenommen? Sowas aber auch. Total gemein! 
Jaja, erst wie die Ratten das sinkende Schiff verlassen und dann aus sicherer Entfernung rumnöhlen. Ist wie vor ein paar Jahrzehnten. Da liegt ein Land in Trümmern, ist längst in anderer Hand, aber immer noch steht da einer, hebt den rechten Arm und redet vom Endsieg. Wovon träumt der nachts?
Unverbesserliche soll es ja auch heute noch geben. Und welche, denen Nazisprüche einfach so, natürlich völlig ohne einen Hintergrund, herausrutschen. So wie jüngst einer Lehrerin, die ihre Schüler bei einem sportlichen Wettkampf so richtig nett mit einem "Sieg Heil" anfeuerte. Der sollte man nicht nur einen Maulkorb verpassen sondern sie auch kommentarlos aus dem Schulbetrieb entfernen. Sowas soll unseren Kindern was beibringen? Moral und Anstand wahrscheinlich noch? Grundgütiger, wo soll das denn enden! Wirkliche, eine verbale Entgleisung der ganz besonderen Art.

War aber diese Woche nicht die einzige. Wenn auch nicht verbal. Da verkraftet ein junger kanadischer Soldat seinen Afghanistaneinsatz nicht und nimmt sich das Leben. Und die Behörden von Kanada haben nichts besseres zu tun, als der Mutter einen Scheck, (Entschädigung) über die Wahnsinnssumme von 1 Cent, zuzuschicken. Wie großzügig!! "Ein grober bürokratischer Fehler", laut Aussage des kanadischen Verteidigungsministers. 
Fuck you, Herr Nicholson, sage ich dazu.

Immerhin, ein positives Ereignis gibt es dann doch noch. Der Papst war vor Urzeiten auch mal verliebt. Zwar nur für eine Woche, aber immerhin. Ob der damals wohl über die Karnevalstage in Köln war? 

Am Aschermittwoch
ist alles vorbei.
Die Schwüre von Treue,
sie brechen entzwei.
 Von all deinen Küssen
darf ich nichts mehr wissen.
Wie schön es auch sei,
dann ist alles vorbei.

Gruß vonner Grete


Kommentare:

  1. Die Welt ist schon verrückt und das Interesse der Menschen sehr sehr breitgestreut. Natürlich ist der Oscar wichtig, die Krim, Kriege, Not und Elend weit weg. Auch im Karneval entfliegt man der Realität, aber das kann ich noch verstehen.

    Ich mache mir oft meine Gedanken. LG Geli

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  2. Das ist bissig, ironisch und doch so voller Bitterkeit.
    Ich denke manchmal, wird es nie aufhören, immer so weiter gehen, schlimmer werden?

    Die Sorge wächst und es ist eben nicht weit weg und es ist nicht so, dass es uns nicht tangiert, wie man vielleicht durch die Überfülle in den Medien zuweilen glauben mag.
    Die Liebelei des papstes oder die Oscar-Verleihung haben dann entlastende Funktion.

    Ein Senf voller bitteren Ironie, dafür umso eindringlicher, die Augen verschließen, das geht nicht.

    LG
    Enya

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  3. Ja meine Liebe, die Welt ist ein Pulverfass, an allen Ecken und es erschreckt mich.

    Liebe Abendgrüße
    Angelika

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  4. Liebe Grete,
    das Säbelrassen ist unüberhörbar. Putin ist sich seiner Sache sehr sicher und kann abwarten.
    Moskau zeigt sein Bestreben, wieder eine Weltmacht zu werden und der Westen ist über-
    rascht. Wenn man bedenkt, dass es mehr als 20 Kriege gibt - ist die Welt immer wieder in Gefahr.
    Hollywood war eine Ablenkung für viele und die Menschen wollen nicht nur die traurigen Bilder sehen. Dann schon lieber Schein und Glitzer.
    Aber du hast wieder eine excellente Darstellung gebracht. Da kann man eigentlich nichts hinzufügen.
    Liebe Grüße
    Irmi

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  5. liebe grete,
    ich habs schon irgendwo mal geschrieben, da feiert man ausgelassen karneval und
    wenn man nach osten blick, wird es einem angst und bange.
    mir macht das schon ein wenig angst. ich bin nur gespannt, wie sich polen verhält.
    lg eva

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  6. aber Hallo, was lese ich denn da,!!!!!! ? -
    kaum war ich mal ein paar einzelne tage nicht hier, - schreibts Frl.Grete wieder so brisante Sachen!!!...Halloho....ist das zu fassen?...
    Gut geschrieben, ziehe meinen Hut vor ihr, sie ist mutig und spricht aus was andere sich nur denken...geschweige denn ausformulieren zu wagen...!....

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  7. Hallo Grete,
    wieder klasse geschrieben. Ja, Du mischst Dich so richtig ein in das Tagesgeschehen mit Deiner Meinung. Die Form gefällt mir, weil Du die Dinge beim Namen nennst. Meinung wirst Du zwar gelegentlich auch bei mir finden, aber mit der Inszenierung der eigenen Meinung (wann wie in welcher Form) habe ich mich noch nie so richtig befasst.

    Gruß Dieter

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  8. Eine meinung haben, sie kundtun, richtig so. die grete packt es an, mir gefällt das.
    Es macht mir Angst , weil der Putin Katz und Maus spielt, lacht sich ,weil er genau weiß, wie weit er gehen kann.Er spielt und hat seine Macht entdeckt und alle sind im Grunde fast machtlos weil keiner Krieg will.Die Propaganda läuft wie in alten Zeiten.
    Wusste nicht, dass der Papst mal verliebt war, naja, ich bin nicht katholisch.Das macht ihn mir noch sympathischer.
    das war mein Senf zum Beitrag, Marie-Claire lässt grüßen

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Da freut sich die Grete aber, dass du was zu sagen hast ...