Montag, 25. November 2013

Das Fräulein Grete Meier hat keine Zeit

Das Fräulein Grete Meier hat keine Zeit

Eine Aufregung war das vielleicht heute in der Firma. Aber eine mit positivem Hintergrund. Das Fräulein Grete Meier lief zu Hochtouren auf. Musste sie auch. Schließlich musste alles organisiert werden. Und das kurzfristig. Binnen einer Woche. Eine echte Herausforderung für die Grete. Im Grunde für alle. Der Chef war total aus dem Häuschen nach dem Anruf. "Frau Meier, das müssen wir hinkriegen, das rettet uns den Arsch!" Solche drastischen Worte vom Chef, war die Grete gar nicht gewöhnt. Dass die Firma seit einem halben Jahr leicht ins Wanken geraten war, dass weiß die Grete. Sie weiß aber auch, dass der Chef oft übertreibt und ihr wegen nix die Ohren volljammert. Denn sie betreut ja auch die Konten. "Das ist die Konjunktur, Chef", sagt sie dann immer. "Mal hoch und mal runter. Dafür haben wir die Rücklagen!"
Jedenfalls hat der Chef einen riesigen Auftrag reinbekommen heute morgen. Der allerdings noch vor Weihnachten ausgeführt werden musste. Da sowieso vor Weihnachten Hochbetrieb herrscht, keine leichte Aufgabe. Jede Menge Überstunden würden anfallen. 
Die Grete ließ sich vom Chef die genauen Auftragszahlen geben und stellte zusammen mit Eido und der Heidi Seelig einen Plan auf. Mit dem marschierte sie zum Leiter der Produktionabteilung. Vorher allerdings sprach sie noch mit dem Chef. "Müsste alles klappen, Chef. Aber es wird nicht ohne Überstunden gehen. Bei allen Mitarbeitern. Ich bin mir sicher, die machen das, aber sie sollten dennoch etwas zur Motivation beitragen. Ich habe alles genau kalkuliert. Eine kleine Gratifikation wäre für jeden drin."
Der Chef verlässt sich, wenn es um die Finanzen geht (und bei vielem mehr!), immer auf die Grete. So auch diesmal. Somit hatte die Grete gleich ein gutes Argument für die Mitarbeiter in der Hand. Am späten Nachmittag war jede Abteilung informiert und vor allem, jeder war mit den Überstunden einverstanden. Sogar die Susi. Obwohl die Rechtsabteilung ja nicht betroffen ist. "Ich kann dem Eido helfen, im Versand, nach Feierabend." 
Als die Grete heute dann endlich zuhause auf ihrer Couch saß, gerädert aber doch zufrieden, weil alles geklappt hat, hat sie das Lieschen angerufen. Schweren Herzens. Denn sie musste den Mitttwochskaffee absagen. Mittags hatte sie es schon mal beim Lieschen probiert, aber die war nicht zu erreichen gewesen. Auch jetzt musste die Grete lange klingeln lassen. Gerade als sie enttäuscht auflegen wollte, nahm doch noch jemand ab. Herrmann war in der Leitung. Ganz außer Atem, so kam es der Grete vor. "Ja hallo Grete, die Liese ist nicht da. Ist den ganzen Tag schon unterwegs. Muss ja noch so einiges erledigt werden. Ruf doch später nochmal an. So inner halben Stunde ist sie bestimmt wieder zurück." Leicht irritiert legte die Grete auf. 
Da aber im selben Augenblick der Herr Heinevetter von seinem Balkon aus  nach ihr rief, schob sie das ungute Gefühl beiseite. Später hat sie das Lieschen dann doch noch erreicht und ihr von dem dicken Auftrag erzählt. "Den Arsch retten, das hat dein Chef tatsächlich gesagt?" Das Lieschen kam aus dem Lachen nicht mehr raus. Natürlich hatte sie Verständnis für Gretes Abhandenkommen der Zeit. "Macht doch nix, ich hab selbst die ganze Woche zutun. Treffen wir uns eben am Sonntag zum Kaffee bei dir. Ich hab dir auch so einiges zu erzählen. Den Arsch retten, nee Grete, da komm ich nich drüber!" Beide brachen  wieder in Lachen aus und in den nächsten fünfzehn Minuten erzählte die Grete dem Lieschen noch so einige Anekdoten vom Chef. 
Später, als Grete sich in der Küche ihr Abendbrot machte, viel ihr auf, dass sie gar nicht gefragt hatte, was das Lieschen eigentlich so dringend heute erledigen musste. "Ach egal, kann sie mir ja am Sonntag erzählen!"


Was Lieschen davon hält könnt ihr hier nachlesen ---> KLICK
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Kommentare:

  1. Herzlichen Glückwunsch zum Jubiläumspost!
    Ganz liebe Grüße
    Christiane

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    1. Danke liebe Frau auf dem Fahrrad .. 100 ist in der Tat eine stolze Zahl ...
      Gruß vonner Grete

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  2. Der 100. Beitrag, ich habe nicht alle gelesen aber einen großen Teil davon. Bin daran gewöhnt und habe oft das Gefühl auch Gretes Freundin zu sein, sie zu kennen und ein Stück von ihrem Leben mit zu erleben.
    Eigentlich freue ich mich darauf, es beschäftigt und ist einfach schön. LG Geli

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    1. Liebe Geli, es freut mich ehrlichen Herzens, dich fast jeden Tag ( eigentlich doch mehr fast fast fast jeden Tag) hier lesend zu finden. Ich freue mich immer sehr über deine Kommentare.
      Gruß vonner Grete

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Da freut sich die Grete aber, dass du was zu sagen hast ...